Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.11.1993

Fuenftes Quartal in Folge im Minus IBM: Stagnierender Umsatz und 40 Millionen Dollar Verlust

ARMONK (CW) - Auch nach Ende des dritten Quartals 1993 bleibt die Situation schwierig fuer die IBM Corp. Zwar konnten die Verluste auf 48 Millionen Dollar reduziert werden, aber in nahezu allen Geschaeftsbereichen gingen die Umsaetze zurueck. Einzig das starke Wachstum des PC- und Service-Business verhinderte weitere Einbussen.

Als "eindeutig unbefriedigend" bezeichnete IBM-Chairman Louis Gerstner das Resultat des dritten Quartals. Der jetzt ausgewiesene Nettoverlust ist zwar mit 48 Millionen Dollar niedriger als im entsprechenden Berichtszeitraum des Vorjahres, in dem er 2,8 Milliarden Dollar betrug, bleiben aber die ausserordentlichen Belastungen unberuecksichtigt, haette der Gewinn im dritten Quartal 1992 rund 86 Millionen Dollar betragen. Darueber hinaus waere das jetzige Resultat ohne eine Steuerrueckverguetung in Hoehe von 34 Millionen Dollar noch sehr viel schlechter ausgefallen.

Der Umsatz der Armonker stagnierte bei 14,74 Milliarden Dollar. Der unwesentliche Zuwachs von 0,3 Prozent gegenueber dem Berichtszeitraum 1992 erklaert sich ausschliesslich durch die hohen Wachstumsraten im PC- und Servicegeschaeft. In allen anderen Produktbereichen setzte IBM weniger um als im entsprechenden Vorjahresabschnitt.

Besonders besorgniserregend muss es fuer die Armonker Manager sein, dass die Umsaetze mit den RS/6000-Maschinen zurueckgegangen sind. Noch im ersten und zweiten Quartal gehoerten die RISC-Rechner neben den PCs zu den wenigen Hoffnungs-traegern im Hardwarebereich. Die Verantwortlichen selbst fuehren den Einbruch auf die Ankuendigung neuer Maschinen und Prozessoren zurueck.

Das starke Wachstum im Mikrosektor, spekuliert der englische Branchendienst "Computer-gram", koenne aber auch aus der Ueberversorgung der Haendlerschaft resultieren. Sollten diese Maschinen bis Ende des Jahres nicht den Weg zum Endverbraucher finden, drohe IBMs PC Company ein Einbruch im vierten Quartal, weil die Bestellungen der Wiederverkaeufer ausbleiben wuerden.

Ruecklaeufig waren auch die Einnahmen im Mainframe-, AS/400, und Peripheriegeschaeft. Dank der Zuwaechse im PC-Verkauf sank der Hardware-Umsatz von Big Blue jedoch lediglich um ein Prozent auf 6,95 Milliarden Dollar. Das Software-Business verlor 3,3 Prozent. Hier generierten die Armonker nach 2,73 Milliarden Dollar im Vorjahr im jetzt abgelaufenen Berichtszeitraum noch 2,64 Milliarden Dollar. Der Maintenance-Umsatz sank um 5,6 auf 1,82 Milliarden Dollar. Im Servicesektor erloeste die IBM allerdings mit 2,28 Milliarden Dollar 26,5 Prozent mehr als im dritten Quartal 1992.

Trotz des insgesamt unbefriedigenden Quartalsverlaufs machte Gerstner einige "ermutigende" Zeichen aus. So haetten Umsatz und Gewinnspanne stabil gehalten werden und die Betriebsausgaben vor allem dank des Personalabbaus um 11,8 Prozent gesenkt werden koennen. Bis Ende des naechsten Jahres duerften nur noch 225000 Mitarbeiter auf der Lohnliste stehen. Dabei sollen vor allem die IBM-Toechter in Europa Federn lassen, berichtete das "Wall Street Journal". Trotz dieser Fortschritte bezeichnete der IBM-Chef die Kostenstruktur des DV-Herstellers als "nicht konkurrenzfaehig", zumal die Gewinnspannen, die im dritten Quartal durchschnittlich bei 38 Prozent lagen, unter Druck blieben. In den ersten neun Monaten 1993 setzte IBM mit 43,3 Milliarden Dollar 3,7 Prozent weniger um als im Vorjahr. Ohne die Aufwendungen fuer die Restrukturierungsmassnahmen beliefen sich die Verluste auf 373 Millionen Dollar.

Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte der einstige DV-Kroesus noch 1,5 Milliarden Dollar Gewinn ausweisen koennen. Inklusive der Aufwendungen musste Big Blue nach Ablauf von neun Monaten einen Verlust von 8,4 Milliarden Dollar hinnehmen.

Jerome York, Big Blues neuer Chief Financial Officer, sagte ueber das Abschneiden seines Unternehmens gegenueber dem "Wall Street Journal": "Das ist nichts, ueber das man gern nach Hause schreibt. Wir haben noch einen langen Weg zu gehen, bis wir unser Geschaeft wieder auf ein fuer unsere Aktionaere akzeptables Niveau gebracht haben."