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12.11.1976 - 

ADVORGA Datenservice: 4004135 raus, geleast 4004150 rein

Für 800 Mark mehr doppelte Leistung

WILHELMSHAVEN - "Es macht wieder Spaß, im Systemraum die Bandeinheiten richtig rotieren zu sehen", freut sich Harro Behrens, "1. Mann" im ADV/ORGA Datenservice, Wilhelmshaven. Seit 14 Tagen ist eine Siemens 4004/150 mit 384 KB installiert die geleast wurde. Sie löst eine 4004/135/2 ab, die seit Sommer 1974 installiert war.

Konfiguration der "Alt-Anlage": 256 K-Hauptspeicher, 5 Magnetband-Einheiten (240 Kilobytes), 6 Plattenstationen (je 12 MB), Streifenleser, Kartenleser, Kartenstanzer, 2 Drucker (70 000 Zeilen/Std.).

Der 1965 gegründete ADV/ORGA Datenservice hatte zuvor von der 360/20 über die 360/25, 360/30, 360/40 bis zur 370/135 ausschließlich IBM-Anlagen im Einsatz.

Mitte 1974 erfolgte - wie bereits erwähnt - die Umstellung auf die 4004/135. Behrens: "Wir bekamen eine größere Anlage zum gleichen Preis."

Indes: Die Kapazität wurde durch neue Kundenaufträge und anspruchsvollere Auswertungen (längere Verweilzeit auf der Anlage) zu eng. Es ergab sich ferner die Notwendigkeit des Dialogverkehrs mit neuen Kunden bei - so Behrens - vertretbaren Antwortzeiten: "Zuletzt hatten wir über 500 CPU-Stunden pro Monat."

Das machte eine Systemerweiterung zum Jahresende 1976 erforderlich. Mit Marktuntersuchungen begann Behrens Anfang dieses Jahres.

Drei Alternativen

Im folgenden das Stenogramm des Auswahlprozesses:

Fall 1: Angebote verschiedener Leasingfirmen über eine IBM-CPU; die Peripherie sollte von BASF oder anderen Anbietern gemietet werden.

Fall 2: Miete Siemens 7740; bei einer rund 50prozentigen Kapazitätserweiterung war aber auch hier die Miete zu hoch.

Fall 3: Erfahrungen auf einer Ausweichanlage Siemens 4004/150 waren außerordentlich positiv; im Durchschnitt eine um zirka 100 Prozent höhere Durchsatzrate. Ein Mieten war nach Angaben von Behrens aber auch in diesem Fall zu teuer. Deshalb entschied sich der RZ-Leiter zur Einholung eines Kauf-Angebotes. Siemens reagierte prompt: "Bei einer Kaufsumme von 1,3 Millionen Mark für eine Konfiguration mit 384 KB, 4 Kanälen und Bildschirmkonsole war das Finanzierungsangebot so günstig, daß unsere Entscheidung positiv ausfiel."

Vier Jahre sind überschaubar

Weitere Verhandlungen mit befreundeten Banken ergaben aber noch günstigere Finanzierungsmöglichkeiten: Inklusive Wartungsgebühren, Schwachstromversicherung und Mehrschichtbelastung ist die monatliche Leasingrate nur um etwa 8000 Mark höher als die Miete bei der 4004/135. Alle anderen Lösungen waren teurer und brachten nicht die gewünschte Leistungssteigerung.

Erste Erfahrungen: Die höhere Durchsatzrate wird gut erreicht, der Closed-Shop-Betrieb der Programmierung pünktlich bedient (bis zu 30 Tests pro Tag). Wochenendarbeiten entfallen. Zusätzliche Vorteile: Größere Flexibilität bei Kunden-Terminwünschen, Erweiterung des Termin-Angebotes bei Standard-Anwendungen.

Die Finanzierung wurde auf fünf Jahre ausgelegt. Behrens: "Wir wollen jedoch nach dreieinhalb bis vier Jahren fertig sein - das ist vertraglich fixiert." Dieser Zeitraum sei überschaubar. "Ein Umsatzplus von beispielsweise 20 Prozent jährlich schlägt sich auf der Anlage mit nur 10 bis 12 Prozent Mehrarbeit nieder."