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02.08.1991 - 

PC-Leader müssen um ihren Kurs ringen

Für Apple und Compaq wird der Markt enger

CUPERTINO/DALLAS (CW) - Auf die Stars im PC-Business ist kein Verlaß mehr: Der Umbruch in der Branche kostete jetzt sogar die High-Pricer Apple Computer Inc. und Compaq Computer Corp. ihren bislang unerschütterlichen Sieger-Nimbus. Apple schrieb im letzten Quartal rote Zahlen, der Compaq-Profit brach ein. Newcomer AST Research dagegen meldet weitere Erfolge.

Einen Nettoverlust von 53 Millionen Dollar meldet Apple für das dritte Quartal 1991. Verantwortlich für das Minus ist einer Mitteilung des Erfinders grafischer Oberflächen zufolge eine einmalige Belastung von 224 Millionen (netto: 139 Millionen) Dollar für Restrukturierungen .

Der Konzernumsatz stieg laut Apple im Berichtszeitraum um zwölf Prozent auf 1,53 Milliarden Dollar; hieran hatte das Geschäft außerhalb der USA einen um zwei Punkte auf 44 Prozent gestiegenen Anteil. Um 35 Prozent wuchs das Geschäft der Apple Computer GmbH, München, teilte Gerhard Jörg, Vorsitzender der Geschäftsleitung, mit. John Sculley, Chairman und CEO des kalifornischen Herstellers, deutete den Quartalsverlust eher positiv.

Er meint, daß die Restrukturierungsmaßnahmen langfristig zu Wettbewerbsvorteilen führen werden.

So habe man die Betriebsausgaben im Verhältnis zum Umsatz deutlich reduziert und den Marktanteil mit der Einführung preisgünstiger Produkte erhöht.

Sculley führte im Zusammenhang mit der neuen Ausrichtung von Apple auch das jüngst mit der IBM Corp. geschlossene Abkommen über eine Zusammenarbeit bei RISC-Plattformen, der vernetzten Konzern-Datenverarbeitung, der Betriebssystem-Entwicklung und bei der Entwicklung objektorientierter Software an.

Auch die Erfolgsgeschichte der texanischen Compaq, seit Jahren schärfster IBM-Konkurrent im Markt Industriestandard-kompatibler PCs für professionelle Anwendungen, enthält jetzt das erste negative Kapitel. Um 81 Prozent auf 20 Millionen Dollar sank der Verdienst der Company aus Dallas, während der Umsatz ebenfalls zurückging, und zwar um 17 Prozent auf 718 Millionen Dollar. Unter dem Gewinneinbruch im zweiten Quartal litt auch das erste Halbjahr: Der Nettoprofit sank gegenüber den ersten sechs Monaten 1990 um 31 Prozent auf 135 Millionen Dollar.

Über die Gründe des Einbruchs herrscht Uneinigkeit. Während Compaq-CEO Eckhard Pfeiffer in einem Interview mit der amerikanischen CW-Schwesterzeitung "Computerworld abstritt, Compaq habe Anteile am Heimmarkt eingebüßt, sehen US-Analysten dies als gegeben an. Tatsache ist, daß acht von zehn der größten Compaq-Vertragshändler in den Vereinigten Staaten sich seit Jahresbeginn zusammengeschlossen und die Vertriebswege sich damit verengt haben.

Trotz der Feststellung Pfeiffers, Compaq sei "gesund" und habe "eine Reihe von notwendigen Schritten unternommen", bereitete Rod Canion, Präsident des Unternehmens, die Analysten auf einen möglichen Nettoverlust im dritten Quartal vor.

Compaq-Preise sind immer noch zu hoch

Wenn die Rezessionstendenz in den USA und in Europa anhalte, die auch wesentlich zur Rückwärtsentwicklung im zweiten Quartal beigetragen habe, dann sei nicht ausgeschlossen, daß Compaq Geld verlieren werde. Äußerungen aus der Analystenszene zu dieser Frage hören sich etwas optimistischer an: Wenn die jüngsten Preisabschläge Wirkung zeigen würden und die Aufregung im Fachhandels-Kanal sich etwas gelegt habe, so Eric Zimits von der texanischen Rauscher Pierse Refsnes Inc., könne Compaq wieder mit einem Umsatzanstieg rechnen. Nach seiner Einschätzung wird es daher keinen Quartalsverlust geben.

Gleichwohl werden auch pessimistische Stimmen von Branchenbeobachtern laut. Joseph McGlone, Präsident der Investmentforschungs-Firma McGlone and Associates, glaubt nicht, daß Compaq das Schlimmste bereits hinter sich hat: "Diese Leute haben die falsche Mentalität", urteilt der Analyst. "Die Gründe für das gute Quartal von AST und das schlechte von Compaq sind die gleichen: Compaq hat im Gegensatz zu AST kein gutes Programm an 486er Rechnern, und die Preise sind immer noch zu hoch." Mit Bruttomargen, die über denen von AST oder Dell (High-end-Konkurrenten von Compaq, Red.) liegen, so McGlone abschließend, sei Compaq den Hochleistungs-Discountern gegenüber nicht mehr wettbewerbsfähig. Andere Analysten wollen nicht ausschließen, daß Compaq Entlassungen vornehmen wird.

Für Erfolgsmeldungen scheinen gegenwärtig nur Newcomer gut zu sein: Die kalifornische Start-up-Company AST Research etwa befindet sich nach wie vor auf dem aufsteigenden Ast: Sowohl das vierte Quartal als auch das Gesamtjahr 1990/91 schlossen mit Rekordergebnissen ab. Nach einer 46-Prozent-Steigerung erreichte der Profit knapp 65 Millionen Dollar im Gesamtjahr; der Umsatz sprang um 29 Prozent auf 689 Millionen Dollar. Das Unternehmen führt seine Erfolge vor allem auf kräftige Absatzsteigerungen seiner 386SX-basierten Notebook-Rechner und der 486er Maschinen zurück.