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04.02.2000 - 

Analysten raten: persönliche Beratung statt Preisschlacht

Für den europäischen Aktienhandel im Web brechen rosige Zeiten an

MÜNCHEN (CW) - Bis zum Jahr 2004 wird sich die Zahl der Kunden von Online-Aktienbrokern verzehnfachen. Bieten die Firmen heute vornehmlich nur Funktionen zum Wertpapierhandel an, werden sie sich künftig durch zusätzliche Dienste wie zum Beispiel individuelle Beratung von ihren Konkurrenten abheben.

Im Vergleich zu den USA ist der Online-Handel mit Aktien in Europa noch recht jung. Allerdings rechnet das Marktforschungsunternehmen Forrester Research Europe aus Amsterdam mit einem enormen Zuwachs an Anlegern, die ihre Geldanlagegeschäfte über das Internet abwickeln. In Europa werden dieses Jahr etwa 1,87 Millionen Surfer die Dienste von Online-Brokern in Anspruch nehmen. Auf Deutschland entfallen dabei 770000, was die Bundesrepublik zum größten Marktsegment macht. Im Jahr 2004 sollen über 14 Millionen Personen ihre Wertpapierportfolios über das Web verwalten, wobei Deutschland mit 3,52 Millionen Anwendern seine Spitzenposition behält. Um sich einen Überblick über den europäischen Online-Handel mit Wertpapieren zu verschaffen, befragte Forrester Research 24 Börsenmakler und 26 Banken in Europa, die entweder ihre Dienste bereits online anbieten oder planen, dies innerhalb der nächsten sechs Monate zu tun.

Noch wenig Beratung

Noch offerieren die meisten in der Forrester-Untersuchung befragten Firmen außer den Transaktionsfunktionen zum Kaufen und Verkaufen von Aktien keine zusätzlichen Dienste. 70 Prozent der Befragten beraten ihre Kunden nicht, und nur 17 Prozent wollen künftig Tipps geben. Diejenigen mit Beratungsangeboten stellen Mechanismen zur Portfolioplanung sowie Tools zur Risikoanalyse zur Verfügung. Zusätzliche Services sind jedoch nach Ansicht von Forrester ein Muss, um sich vom Mitbewerb abzuheben. Heute böten praktisch alle Online-Broker dieselben Funktionen an, und die breite Masse ihrer Kunden werden ihrem Broker nicht die Treue halten, wenn es einen günstigeren gibt, meinen die Analysten. Als Folge davon breche ein Preiskrieg aus, der zu einer Konsolidierung im Markt führen werde. Zudem erwartet Forrester, dass neben den meist risikofreudigen Anlegern künftig mehr und mehr vorsichtige Spekulanten ihre Geschäfte online tätigen werden, die vom Online-Broker die gleiche Beratungsleistung erwarten, die sie von traditionellen Finanzdienstleistern her kennen.

Daher erwarten die Marktforscher, dass einige Anbieter persönliche Beratungsdienstleistungen für ihre Online-Kunden einrichten werden, um sie an sich zu binden. Forrester rät diesen Firmen, sich entsprechende Personalisierungssoftware zuzulegen.

Online-Spekulanten

Frankreich: 2000: 0,23; 2001: 0,33; 2002: 0,54; 2003: 0,95; 2004: 1,56

Deutschland: 2000: 0,77; 2001: 1,12; 2002: 1,67; 2003: 2,51; 2004: 3,52

Großbritannien; 2000: 0,22; 2001: 0,35; 2002: 0,57; 2003: 1,03; 2004: 1,80

Angaben in Millionen; Quelle: Forrester Research