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13.01.1978 - 

Dem Kisuaheli der EDV-Profis hilflos ausgeliefert:

Für den Neuling eindeutige Computerklassen schaffen

Selbst EDV-Fachleute geraten ins Schleudern, wenn sie die Leistungsgrenzen und Merkmale zwischen MDT-Computern, Bürocomputern, Minicomputern und Mikrocomputern abstecken sollen. Noch weniger Durchblick kann sich hier der EDV-Neuling verschaffen.

Im folgenden wird versucht, das Namens-Tohuwabohu etwas zu ordnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Funktionalität und weniger die Technizität (des Prozessors oder des Lebendspeichers).

Wenn man die Verkaufszahlen von Verbänden und Interessenvereinigungen sowie amtliche Statistiken liest, findet man häufig das mikroprozessorgesteuerte Datenerfassungsgerät für 10 000 Mark Kaufpreis mit demselben "Zähler" bedacht wie den Zehn-Millionen Kaufpreis-Computer-Jumbo. Auch in der Diebold-Statistik werden in einer Gruppe (Minicomputer) "Krafteier" und "Kästen, aus denen sich mit viel Aufwand eventuell einmal ein echter Computer entwickeln läßt", zusammengefaßt.

Das muß nicht sein, denn es gibt sehr eindeutige Unterscheidungs-Kriterien:

- Bildschirm mit 24 Zeilen Ó 80 Zeichen pro Zeile (1920 Zeichen); (nicht "Gucklöcher" von 8x32)

- Magnetplatten-Kapazität von etwa 10 Mio. Bytes (nicht Floppy allein);

- Mit Einschränkung der Preis für diese Standardkonfiguration:

- Zentralrechner 64 KB

- Magnetplatten (mit oder ohne Floppy/Diskette) 10 MB

- 1 bis 2 Bildschirme (24x80)

- 1 Matrix-Drucker 120 bis 300 Zeichen pro Sekunde.

Abhängig von der "Potenz" und Bedienungsfreundlichkeit der System-Software kostet ein Computer in dieser Konfiguration 90 000 bis 115 000 Mark.

Es ist zu fordern, daß die Magnetkonten-Karten-Anlagen zusammen mit den nicht viel billigeren - auch elektronisch rechnenden - Fakturier-, Buchungs- und Datenerfassungs-Maschinen in Statistiken völlig getrennt ausgewiesen werden So ist allein der deutsche Markt der - hier einmal so bezeichneten - "BP-Computer" (Bildschirm/Platte) für jeden Computer-Hersteller und -Händler von aufrüttelnder Bedeutung (122 000 mittelständische Unternehmen, 20 000 Distributed-Processing-Computer).

Der Sättigungsgrad liegt per 1. 1. 1978 etwa bei 6,3 Prozent. Das sind rund 9000 derartige Bildschirm-/ Magnetplatte-Computer. Die Wachstumsrate dieses Marktsegments beträgt derzeit knapp 40 Prozent.

Umfragen haben deutlich gezeigt, welche EDV-Leistung mittelständische sowie die EDV dezentralisierende Unternehmen fordern. Nur-Floppy-Anlagen oder "Sehschlitz"-Maschinen, die auch in der System-Software "dünner" sind als die meisten "BP-Computer", reichen in der Speicherkapazität und im Bedienungs-Komfort (für EDV-Laien!) grundsätzlich nicht aus.

Marktuntersuchungen haben ferner ergeben, daß nur sehr wenige BP-Computer in bezug auf Betriebssysteme und Dienstprogramme die notwendige Marktakzeptanz finden. Man merkt, daß die von EDV-Profis für EDV-Profis entwickelte System-Software aus der großen EDV heruntergezogen wurde. Und so entscheidet sich gerade das mittelständische Unternehmen lieber gegen den Einsatz eines eigenen Computers, als daß es einen EDV-Profi (für Programmierung oder gar Computerbedienung) einstellt.

Dr. Klaus Börning, IDS Forschungs-Institut, 3353 Bad Gandersheim/Harz.