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17.06.1977 - 

IBM-3278-Announcement:

Für die Konkurrenz ein Kuckuckseit

MÜNCHEN - Die Hersteller 3270-kompatibler Geräte brauchen auch nach der jüngsten IBM-Ankündigung leistungsfähigerer, preiswerterer Bildschirme und Steuereinheiten um ihre Marktpositionen nicht zu fürchten: "IBM hat mit den neuen Modellen 3274, 3276 und 3278 Dinge nachvollzogen, die seit mehr als drei Jahren technologischer Standard sind", behauptet jedenfalls Otto F. Schröter, Leiter des Erzeugnisgebiets Datensammelsysteme der Standard Elektrik Lorenz AG, Stuttgart, und präzisiert: "Etwas wirklich Revolutionierendes sei nicht gekommen."

Überhaupt stellt sich das Bildschirm-Announcement des

Marktführers aus SEL-Sicht für den Kunden als ein Kuckucksei dar: Zwar wären die Preise für den nackten Einzelbildschirm augenfällig ermäßigt worden, dafür habe IBM jedoch bei den für Cluster-Betrieb unbedingt notwendigen Steuereinheiten kräftig hingelangt. In der Tat: Der Grundpreis einer 3270-Steuereinheit lag bisher beim konventionellen Vertrag bei 561 Mark, die 3274 kostet hingegen in der Standardversion stolze 1465 Mark. Insgesamt scheint die Konkurrenz von der Preissenkung allein wenig beeindruckt. Bündig formuliert Karsten Ludwig von Transac-Datensysteme: "Wir sind auf jeden Fall billiger." (Siehe auch Thema der Woche, Seite 5). IBM putzt aber immerhin seine Verträge heraus und bietet nun zum erstenmal für die aufgemotzten Displays und Controller einen lukrativen Zweijahresvertrag. PingeIig zählt der Wettbewerber auf, daß die große IBM ohnehin nur "technischen Standard" nachvollziehe (Schröter, Foto). Unter den Tisch gespielt wird dabei, daß die Sindelfinger vom technischen Konzept her (Mikroprozessor-Technik) jetzt in der Lage sind, "aus dem Stand" weitere Features in bestehende Produkte einzubauen. Schröter klammert sich daran, daß just dieser Punkt in bezug auf die eigene IBM-Kompatibilität lediglich "eine reine Fleißarbeit" sei (siehe dazu auch Interview mit dem SEL-Sprecher auf dieser Seite).

Ungewiß bleibt für den gesamten Wettbewerb, welche Karten IBM tatsächlich aufgedeckt hat. So kann Schröter an der Front zwar mit schnellen Lieferzeiten auftrumpfen, muß aber einräumen: "Eine IBM-Ankündigung war noch nie das, was sie zu sein schien."

Die Lieferzeiten der Tabelle (Seite 1) gelten für den US-Markt und verschieben sich für die Bundesrepublik um durchschnittlich fünf Monate.