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09.08.1991 - 

Kleine sterben und Große verlieren Marktanteile

Für die PC-Clone-Anbieter ist die Goldgräberzeit nun vorbei

FRAMINGHAM (CW) - Große PC-Verkäufer werden Marktanteile verlieren, kleinere ganz von der Bildfläche verschwinden: So zumindest sehen Analysten die Zukunft in der PC-Branche. Wer keine komplette Produktpalette vorweisen kann, ist out.

Zum ersten Mal seit 1985 stagnieren die PC-Verkäufe, die Goldgräberzeiten der boomenden Mikrorechnerindustrie scheinen vorbei. Beobachter führen dies auf verschiedene Ursachen zurück: In erster Linie sei die Rezession in den USA, aber auch in überseeischen Absatzmärkten schuld an den Problemen, die PC-Hersteller zu gewärtigen haben.

Die International Data Corp. (IDC) und Dataquest Inc. sagen übereinstimmend einen geringfügigen Rückgang der PC-Verkaufszahlen für 1991 voraus. 1989 und 1990 konnte noch ein Zuwachs von 4,2 beziehungsweise 4,1 Prozent verzeichnet werden.

Die IBM - die an der Börse für ihre Verhältnisse schockierende Zahlen für das zweite Quartal vorlegen mußte - machte für ihre schlechten Geschäftsergebnisse unter anderem die Konjunkturschwäche außerhalb der Vereinigten Staaten verantwortlich. Vor allem Japan ist ein Sorgenkind des Branchenriesen.

Manche Cloner stehen vor dem Aus

Allerdings hat Big Blue vor allem auch mit dem trägen Geschäft in der Sparte Großrechner zu kämpfen. Außerdem sind durch immens hohe Rückstellungen von 2,2 Milliarden Dollar für ihre zukünftigen Pensionäre die Ergebnisse negativ gefärbt.

Neben der allgemein schlechten Wirtschaftslage sollen nach Meinung der Marktauguren vor allem die auf weitere Preisnachlässe spekulierenden Käufer und ein sich verlängernder Zyklus, beim Austausch von Gerätschaften verantwortlich sein für die schleppenden PC-Verkäufe. Auch würden viele Kunden erst einmal abwarten, welches 32-Bit-Betriebssystem sich durchsetzen werde.

Während Marktführer wie Compaq und Big Blue mit einem weniger großen Stück Kuchen vom gesamten Markt rechnen müssen, bedeutet der momentane Trend für manchen Cloner das Aus. "In Zeiten niedrigerer Absatzzahlen versuchen Dritt- und Viertanbieter ihre Gewinnmarge zu minimieren, um überhaupt überleben zu können, bis sie sich selbst die Kehle durchgeschnitten haben", formuliert Michael S. Swavely von Compaq ein eisiges Marktgesetz.

Dataquest-Analyst Robert Charlton stimmt dem zu. Er glaubt allerdings auch, daß auf die großen Unternehmen nun eine Zeit des Umdenkes in Richtung anderer Marktstrategien zukommen wird. Für Unternehmen, die heute nicht über eine komplette Produktlinie verfügen, kommen diese Überlegungen aber zu spät, und das bedeutet das vorzeitige Aus.

Widersprochen wurde diesen Analysen natürlich von seiten der Underdogs: Northgate-Chairman Arthur Lazere verwies darauf, daß man bei der Analyse der PC-Verkaufszahlen und darauf aufbauender Zukunftsprognosen die gänzlich unterschiedlichen Ergebnisse von Unternehmen berücksichtigen sollte, die ihr Geschäft im Direktverkauf - also unter Ausschaltung des Zwischenhandels - tätigen.

Gerade bei kleineren Unternehmen wie Gateway, Northgate Computer Systems, Zeos und der vor allem auch in Deutschland sehr erfolgreichen Dell Computer GmbH würden die Verkaufszahlen boomen.