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17.09.2004 - 

Kolumne

"Für Ellison eine Frage der Ehre"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Wenn Larry Ellison kann, wird er sich Peoplesoft einverleiben. Nach mehr als einem Jahr Übernahmekampf, der längst noch nicht gewonnen ist, stellt sich die Frage nach dem Sinn vielleicht gar nicht mehr. Obwohl es gute Gründe dafür und dagegen gibt, geht es dem Oracle-Chef wohl in erster Linie darum, zu gewinnen.

Für eine Übernahme spricht, dass Oracles eigenes Applikationsgeschäft immer noch auf zu schwachen Füßen steht. Zumindest außerhalb des angelsächsischen Raums setzen zu wenige Unternehmen die E-Business-Suite des Unternehmens ein. Trotz aller Anstrengungen lässt zudem das Wachstum in diesem Geschäftsbereich zu wünschen übrig. Oracle hat seine Stärken nach wie vor im Datenbankgeschäft, den damit verbundenen Tools, Middleware und Services. Wider Erwarten - der Datenbankmark gilt als reif und nicht gerade wachstumsträchtig - punktete Oracle in den letzten Quartalen gerade in diesem Marktsegment.

Doch langfristig reicht das nicht. Deshalb will Ellison die Wertschöpfungskette erweitern. Mit dem ERP-Geschäft von Peoplesoft ließe sich ein Turm-Dame-Spiel aufziehen. Von der Datenbank zur E-Business-Suite und wieder zurück. Je nachdem, was ein Kunde zuerst installiert. Ebenfalls für den Kauf spricht der in der Branche herrschende Konsolidierungsdruck. Der Trend zu immer weniger, aber dafür immer mächtigeren Playern lässt Peoplesoft selbst zusammen mit dem vor gut einem Jahr übernommenen Softwarehaus J.D. Edwards als zu klein erscheinen.

Allerdings gibt es auch gute Argumente gegen eine Übernahme. Der erbittert geführte Abwehrkampf von Peoplesoft wäre hier an erster Stelle zu nennen. Inzwischen dürften sich selbst die den Fusionsabsichten anfangs eher neutral gegenüberstehen Peoplesoft-Manager als Oracle-Antipoden definieren. Das hätte bei einer tatsächlich stattfindenden Verschmelzung der beiden Unternehmen enorme kulturelle Verwerfungen zur Folge, die wahrscheinlich nur durch den Austausch des gesamten Peoplesoft-Managements überbrückt werden könnten. Mit den bekannt negativen Konsequenzen für Partner und Kunden. Beispiele dafür, wie verheerend sich eine feindliche Übernahme auf die Strategiefindung und letztlich auf Umsatz und Gewinn auswirkt, gibt es genug.

Aber wenn das Berufungsgericht zum gleichen Schluss kommt wie der Richter in San Francisco und grünes Licht für die Übernahme gibt, wäre Ellison nicht Ellison, wenn er die Finger von Peoplesoft ließe - selbst um den Preis eines höheren Angebots an die Peoplesoft-Aktionäre nicht.