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12.12.2006

Für Fujitsu ist TDS erst der Anfang

Die Japaner blasen mit der TDS-Übernahme zur Aufholjagd im deutschen Servicemarkt.

Von CW-Redakteurin Sabine Prehl

Fujitsu Services beteiligt sich mit 73,8 Prozent an der Neckarsulmer TDS Informationstechnologie AG. Der bisherige Hauptaktionär, der Finanzinvestor General Atlantic Partners (GAP), wird seine Mehrheit an TDS für 2,80 Euro pro Anteilschein veräußern. 5,3 Prozent der TDS-Anteile kommen von weiteren Aktionären.

"TDS ist stark im Mittelstand, und das ist extrem wichtig in Deutschland", freut sich Andrew MacNaughton, Chef von Fujitsu Services in Europa. Winfried Holz, Geschäftsführer der deutschen Dependance, erwartet Synergien: "Fujitsu Services setzt den Fokus auf das Desktop-Managment. TDS konzentriert sich dagegen auf IT-Outsourcing und -Beratung sowie auf Business Process Outsourcing im Personalbereich."

Die Investoren von GAP halten seit 2003 die Mehrheit an dem IT-Dienstleister und hatten Ende Juni dieses Jahres angekündigt, sich von TDS trennen zu wollen. Fortsetzung auf Seite 4

Wie aus Branchenkreisen verlautet, waren neben Fujitsu auch IBM, Hewlett-Packard (HP) und T-Systems an TDS interessiert, stiegen aber im Laufe der Verhandlungen aus.

Weltweit dagegen spielt Fujitsu in der ersten Liga. Im Geschäft mit IT-Diensten setzt der Anbieter mehr als 14 Milliarden Dollar pro Jahr um und liegt damit auf Platz drei der weltweit größten IT-Serviceanbieter - hinter IBM und HP. Auch Fujitsu Services, der europäische IT-Dienstleister im Fujitsu-Konzern, ist mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro und einem Wachstum von 16 Prozent gut im Rennen.

Allerdings konzentriert sich das Europa-Geschäft bislang hauptsächlich auf Großbritannien, Finnland und Spanien. In Deutschland zählt Fujitsu Services bislang nur 300 Mitarbeiter. Doch das soll sich ändern: "Der nach Großbritannien zweitgrößte Markt in Europa ist für uns ein Schlüsselmarkt", sagt Mac- Naughton mit Blick auf Deutschland. "Organisches Wachstum allein genügt allerdings nicht." MacNaughton und Deutschland-Chef Holz betonen unisono, dass die TDS-Übernahme erst der Anfang sei: "Damit schaffen wir die Basis für nachhaltiges Wachstum", so Holz.

Auf Augenhöhe mit den Großen

Auch für TDS ist die Übernahme sinnvoll, meint Sascha Pfeiffer, Mitglied der Geschäftsführung bei der Investment-Bank Close Brothers, die Fujitsu bei der Übernahme berät: "Bei attraktiven Aufträgen mit langer Laufzeit haben große IT-Dienstleister wie IBM oder T-Systems oft die besseren Chancen. Dadurch konnte TDS in letzter Zeit nicht mehr weiterwachsen." Doch diese Probleme gehören nun der Vergangenheit an.

Ähnlich formuliert es Michael Eberhardt, Vorstandsvorsitzender der TDS AG: "Mit einem weltweit tätigen Partner an der Seite können wir unser Dienstleistungsspektrum künftig auch großen und international tätigen Kunden anbieten." Zudem eröffne Fujitsu Service dem übernommenen IT-Dienstleister Zugang zu neuen Branchen und globalen Lieferkapazitäten, um große deutsche Kunden nach internationalen Standards bedienen zu können. "Wir werden die Integration mitgestalten", kündigte der TDS-Chef an. "In Deutschland sind wir ja größer als Fujitsu Services."

Die TDS AG erzielte im vergangenen Geschäftsjahr mit rund 700 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 93 Millionen Euro, 83 Millionen Euro davon in Deutschland. "Unser Umsatzziel sind 500 Millionen bis 600 Millionen Euro", kündigte Europa-Chef MacNaughton an. Damit wolle man zur Nummer fünf im deutschen IT-Servicemarkt aufsteigen.