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19.10.1979 - 

Fremd-Chips erschüttern das Image nicht:

Für IBM-Kunden bleibt Service die Hauptsache

MÜNCHEN (CW) - Als Reaktion auf Kundenanfragen, die sich über die langen Lieferzeiten des neuen Systems 4341 beschwert hatten, wird die IBM bei diesem Prozessor die Chips für den Hauptspeicher von anderen Halbleiter-Herstellern beziehen. Die genaue Anzahl der Fremdhersteller wollte man in Stuttgart nicht nennen, da die Verhandlungen mit einigen potentiellen Lieferanten noch nicht abgeschlossen seien. "Wo IBM die Produkte hernimmt, ist uns egal", kommentiert Salvatore La Rocca, EDV-Leiter bei Robert Loesch KG (Dreieich), die neue Einkaufspolitik des Marktführers. Für den Benutzer einer 3/12 stellt die Kooperation auf dem Markt ein durchaus übliches Verfahren dar.

Trotz der Information, IBM könnte in ihrem neuen 4341-Prozessor 16 K-Bit-Chips anderer Hersteller verwenden, würde sich Dieter Willmann für diese IBM-Anlage entscheiden. Der EDV-Leiter der Gottlieb GmbH und Co in Freiburg, Benutzer einer 370/138 und zwölf Jahre IBM-erfahren, baut auf die Systemverantwortlichkeit aus einer Hand: "Da IBM für die Wartung geradestehen muß und Ärger mit ihren Kunden vermeiden will, achtet das Unternehmen schon auf die Qualität der eingebauten Fremdprodukte", begründete er seine Einstellung.

Nach Ansicht von Reinhard Eglseder, EDV-Leiter der Deutschen Wrigley GmbH (München) und mit einer 3-15D ausgerüstet, fertigen fast alle Hersteller die gleichen Chips. Ihn interessiert nicht, wo die Einzelteile innerhalb der Anlage herkommen. Seine Kaufentscheidung beeinflussen nur die Qualität der Wartung und der Preis. Diese beiden Kriterien glaubt er bei IBM am besten erfüllt

Herbert Spitzer, EDV-Gruppenleiter bei Travenol International, wünscht sich nur, daß die Anlagen des Markt- und Preisführers über die Kooperation billiger werden. Doch diesen Wunsch erfüllt IBM nicht. Nach einer Mitteilung des Unternehmens in White Plains bleiben Preis und Leistung der 4341 unverändert, ob der Hauptspeicher nun aus 64 K-Bit-Chips von IBM oder aus 16 K-Bit-Chips der Zulieferanten besteht. Außerdem teilte die IBM Deutschland GmbH mit, daß die Maschinen nur nach den USA und Kanada verkauft würden. Dem Image schade das Subcontracting nicht. Verkürzte Lieferzeiten für das Modell 4341 wögen einen möglichen Makel wieder auf. Die Kunden hätten eher positiv auf die Nachricht reagiert: Am ersten Tag nach Bekanntgabe des Vorhabens gingen mehr Aufträge ein als erwartet.