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22.03.1996 - 

Beispiel Hellmann-Gruppe:

Fuer internationale Speditionen ist EDI die Basis der Logistik

Fuer Transportunternehmen hat sich die Datenkommunikation mittlerweile zu einem unverzichtbaren Instrument der Geschaeftsablaeufe entwickelt. Die IT-Systeme sind nicht nur fuer den Spediteur selbst zu einem wesentlichen Bestandteil seiner Logistik geworden, sie sind besonders wichtig als Teil eines Services, der es Kunden erlaubt Transportbriefe, Abrechnungen und sonstige Formulare elektronisch zu uebermitteln oder den Weg der Waren zu verfolgen. "Fuer grosse Speditionen spielen die Raten der Warentransporte keine Rolle mehr", erklaert Hans Helmkamp, Projekt Manager bei Hellmann, die Wichtigkeit der Installation, "entscheidend sind haeufig die Value Added Services und der Informationstransport."

<H4>Hellnet ist die Basis der globalen Kommunikation</H4>

Da die unterstuetzende Informationstechnologie allerdings im gleichen Masse, wie die Anforderungen an sie stiegen, auch immer umfangreicher und komplexer wurde, lagerte die Spedition Hellmann schon 1984 diesen Bereich des Geschaeftes in ein Tochterunternehmen aus. Die Personal Computer Organisation (PCO) ist mittlerweile zu einem Systemhaus gewachsen, das weiterhin Loesungen fuer den logistischen Bereich der Muttergesellschaft entwickelt. Darueber hinaus uebernimmt die ausgelagerte IT-Abteilung Archivierungsarbeiten, veranstaltet Schulungen und stellt die Kommunikation zwischen den mehr als 5000 weltweit verteilten Mitarbeitern via LAN und WAN sicher.

Basis aller die Spedition betreffende Kommunikation ist das Informationssystem "Hellogic". Das Verfahren fuer den elektronischen Datenaustausch steht der Hellmann Group of Partners, einem Verbund aus Kunden, Geschaeftspartnern und Niederlassungen der Spedition, fuer den Informationstransfer in rund 140 Laendern zur Verfuegung. "Der Nachrichtenaustausch auf Basis des EDI-Standards nimmt zu", beschreibt Helmkamp, "grosse Kunden wollen nur noch papierlos uebertragen." Das System arbeitet in Novell-, IBM-3090- und AS/400-Umgebungen und bietet Connectivity vom Kunden bis zum Export-, Import- und Luftfrachtservice des Osnabruecker Transport-Dienstleisters.

Neben verschiedenen Modulen fuer Luft- und Seefrachtabfertigung, einem Clearingsystem fuer EDI-Nachrichten, einer Mail-Plattform und Loesungen fuer die Warenverfolgung basiert Hellogic im wesentlichen auf dem globalen Telekommunikationsnetz "Hellnet". Als Uebertragungswege verwendet die PCO sowohl asynchrone Telefon- als auch digitale Datenleitungen mit den Diensten X.25, ISDN und Frame Relay.

Lange Zeit wurde die Infrastruktur internationaler und nationaler Carrier verwendet, mittlerweile engagierte Hellmann jedoch den Service Provider Infonet Network Services Deutschland GmbH, Frankfurt am Main. Das Unternehmen unterhaelt sowohl globale Frame- Relay- wie auch X.25-Netze und soll die Anbindung externer Partner an Hellnet herstellen. Im Zuge dieser Geschaeftsbeziehung will der Spediteur die weltweite Vernetzung einheitlich auf Frame Relay umstellen. "X.25 ist zu teuer, ausserdem sind Frame-Relay- Festverbindungen schneller und sicherer als Waehlverbindungen", war laut Helmkamp der Grund fuer die Entscheidung.

Auf diese Infrastruktur aufsetzend, nutzt die Hellmann-Gruppe Mehrwertdienste wie Mailbox-Systeme, Voice over Data und Multimedia Services der Netzwerkbetreiber. Die Infrastruktur wurde bereits so dimensioniert, dass auch Videokonferenzen durchgefuehrt werden koennen. Derzeit wird diese Form der Kommunikation jedoch noch nicht genutzt.

Fuer die Anbindung der Hellmann Group of Partners sorgt die Mailbox "Infonet Notice". Das System uebernimmt die Konvertierung von Nachrichten zwischen den proprietaeren logistischen Programmen des Spediteurs und den Nachrichten-Standards SMTP, X.400 sowie den Applikationen MHS von Novell, cc:Mail von Lotus und Microsofts MS Mail.

Auch die Distribution einer Nachricht an verschiedene Partner ist in Infonet Notice implementiert, wobei die Form der gesendeten Nachricht unabhaengig vom Empfangssystem ist. So kann ein Mitarbeiter des Spediteurs aus dem hauseigenen MHS-E-Mail-System eine Nachricht gleichzeitig an Kunden mit einem X.400- und MS- Mail-Installationen oder mit einem Faxgeraet verschicken. "Fuer die elektronische Nachrichten-Uebermittlung kann ich das Internet nicht empfehlen", warnt Helmkamp. Weil das Netz der Netze keine Lese- Requests sendet, koenne ein Internet-basiertes Mail-System zu Akzeptanzproblemen bei den Anwendern fuehren. "Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter E-Mail und nicht das Fax benutzen", erklaert der Manager.

Obwohl die Hellmann-Gruppe beim internationalen Datenaustausch auf schnelle digitale Transferverfahren zurueckgreift, kommen im Nahbereich teilweise auch asynchrone Kommunikationsverfahren fuer den Informationsaustausch zum Einsatz. Via Message Handling System und Modem haben Kunden Zugriff auf logistische Programme der Helmanngruppe. Der lokale Abfertigungsspediteur kann asynchron empfangene Nachrichten schliesslich wieder ins weltweite Netz des niedersaech- sischen Transportunternehmens einspeisen.

Wichtig fuer alle Dienste ist die globale Verfuegbarkeit. Fuer die gesicherte Kommunikation mit allen weltweiten Niederlassungen und Kunden ist es erfor- derlich, in einer heterogenen Netzumgebung den Informa- tionsfluss zwischen Empfaenger und Sender zu koordinieren und realisieren.