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22.08.2003 - 

Lizenzeinkünfte von verunsicherten Kunden erwartet

Für SCO lohnt sich der Streit um Linux

MÜNCHEN (CW) - Gut ein Drittel ihres Umsatzes im dritten Fiskalquartal will die SCO Group bereits mit ihrer umstrittenen "SCOsource Licensing Initiative" erzielt haben, in deren Rahmen das Unternehmen Linux-Anwender und -Anbieter zur Kasse bittet. SCO beansprucht das Copyright auf nicht näher spezifizierte Teile des Linux-Codes.

Das Softwarehaus konnte im abgelaufenen Quartal seinen Umsatz von 15,4 Millionen Dollar im Vorjahr auf 20,1 Millionen Dollar steigern. Davon entfielen angeblich 12,8 Millionen auf Einnahmen aus dem Verkauf und Support des Unix-Betriebssystems (minus 16,8 Prozent) sowie 7,3 Millionen Dollar auf die Lizenzinitiative, in deren Rahmen SCO von Linux-Nutzern Gebühren verlangt. Grundlage dieser Zahlungen sind Urheberrechtsansprüche, die SCO für Teile des Linux-Codes geltend macht. Allerdings wurde die Identität der Codepassagen nur zu einem kleinen Teil nachgewiesen. Wer in den vollständigen Code Einsicht nehmen will, muss ein Stillhalteabkommen unterzeichnen. Auch in Zukunft soll der Rubel rollen: SCO rechnet im laufenden vierten Quartal mit Einnahmen von 22 bis 25 Millionen Dollar, von denen 10 bis 12 Millionen aus dem Linux-Lizenzgeschäft stammen sollen.

SCO hatte das neue "Geschäftsmodell" im März 2003 aus der Taufe gehoben, als das Unternehmen eine milliardenschwere Klage gegen IBM anstrengte. Big Blue habe illegal urheberrechtlich geschützten Unix-Code an die Open-Source-Gemeinde abgegeben, lautete der Vorwurf. Wenig später warnte das Unternehmen Hunderte von Großanwendern schriftlich davor, mit dem Einsatz von Linux SCO-eigene Copyrights zu verletzen.

Inzwischen können Anwender bei SCO für rund 700 Dollar das Recht erwerben, Linux auf einem Ein-Prozessor-Server zu nutzen. Angeblich hat nach Microsoft und Sun nun auch ein erstes internationales Anwenderunternehmen Lizenzen erworben. Um wen es sich dabei handelt, gab SCO jedoch nicht bekannt.

Im abgelaufenen Berichtszeitraum erwirtschaftete das lange Zeit defizitäre Unternehmen zum zweiten Mal in Folge wieder einen Nettogewinn. Der Profit betrug 3,1 Millionen Dollar gegenüber einem Verlust von 4,5 Millionen Dollar im Vorjahr. Laut McBride wachsen damit die Reserven, um den Rechtsstreit durchzustehen. (hv)

64-Bit-Unix in Arbeit

SCO arbeitet derzeit an "SCO Unix 9", einer 64-Bit-Version des Unix-Betriebsystems für Intels Itanium-2-Prozessor. Bereits in der Vergangenheit hatte die Softwareschmiede an diversen 64-Bit-Unix-Projekten teilgenommen. Am populärsten war das "Monterey"-Vorhaben, das gemeinsam mit IBM angegangen worden war. SCO Unix 9 soll 2005 erscheinen - Unternehmensangaben zufolge der richtige Zeitpunkt für den nur langsam anlaufenden Itanium-2-Markt. SCO betonte, man werde darauf achten, keine Urheberrechte ehemaliger Entwicklungspartner zu verletzen. Die beiden 32-Bit-Unix-Varianten "Unixware" und "Open Server" sollen bis Ende nächsten Jahres überarbeitet und für den Einsatz neuer Applikationen und Hardware fit gemacht werden.