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10.07.1992 - 

Mangel an Entwicklungs-Tools und Fachpersonal

Für viele Anwender wird die Dezentralisierung lukrativ

SAN JOSE (IDG) - Die Vorreiter auf dem Gebiet des Downsizing und der Einführung offener verteilter Systeme kämpfen noch gegen Kinderkrankheiten: Es fehlt an geeigneten Entwicklungs-Tools und hochkarätigem Fachpersonal. Trotzdem, so zeigte eine internationale Konferenz im kalifornischen San Jose, sind sieh die Unternehmen darin einig, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

Den Planungs- und Implementierungsprozeß in den Griff zu bekommen ist nicht das einzige Problem, das die Anwender lösen müssen. Auch die Reorganisation der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit, die eine ganz neue Qualität bekommen muß, stellt sich für viele Unternehmen als schwierig dar. Hinzu kommen das Fehlen von Entwicklungs-Tools sowie die mangelhaften Programmierkenntnisse der Mitarbeiter, die zu m großen Teil auf eine zentrale DV eingeschworen sind.

Dennoch stimmten die mehr als 100 Teilnehmer der Xhibition '92 darin überein, daß Argumente wie Herstellerunabhängigkeit, ein verbessertes unternehmensweites Informationssystem oder geringere Hardwarekosten die Nachteile bei weitem aufwiegen. Ausufernde Budgets waren zum Beispiel für die BP-Forschungsstation Anchorage in Alaska der Grund, durchgehend ein Client-Server-Konzept zu installieren.

Verarbeitungskosten um 55 Prozent reduziert

Als Ersatz für die vorhandenen neun DEC-VAX-Rechner hatte British Petrol für 1,5 Millionen Dollar Unix-Workstations eingekauft, mit denen auch der vorhandene Cray-Superrechner zur Hälfte entlastet werden soll Der Ölkonzern erwartet eine jährliche Einsparung der Verarbeitungskosten von rund 2,5 Millionen Dollar, das entspricht einer Reduzierung um 55 Prozent.

Mit der alten Cobol- und Mainframe-orientierten Entwicklermannschaft konnten die Briten dieses Entwicklungsprojekt nicht in die Tat umsetzen. Nur noch zu zehn Prozent gleicht deshalb die heutige Entwickler-Crew dem Team, das vor drei Jahren für die Software-Entwicklung verantwortlich war. Weil die entsprechende Expertise im eigenen Hause nicht vorhanden war, läßt das Unternehmen einen Großteil der Anwendungsentwicklung von externen Partnern erledigen.

Michael Kettleson, IT-Consultant bei BP, war sich auf der Konferenz denn auch mit anderen Technologieplanern darin einig, daß es sinnvoll sei, serienmäßig gefertigte Tools und Anwendungen zu kaufen, anstatt diese selbst zu entwickeln. Weil nicht genug branchenspezifische Produkte vorhanden waren, hat BP gemeinsam mit an deren Ölkonzernen, darunter Texaco, Chevron und Statoil, sowie mit den beteiligten Computerherstellern beschlossen, die vorhandenen Anwendungsprogrammier-Schnittstellen (API) und Datenmodelle publik zu machen. Auf diese Weise können Softwarehäuser die benötigten Branchenprogramme leicht und bedarfsgerecht fertigstellen.

Eine solche Unterstützung seitens unabhängiger Softwarehäuser ist für die meisten Unternehmen, die von einer zentralisierten in eine verteilte DV-Umgebung wechseln, von größter Bedeutung. "Ich weiß nicht, wie die Unternehmen auf den hohen Trainingsbedarf reagieren wollen", fragt sich etwa Richard Lessard, Senior Vice-President bei Citicorp, Tampa, Florida.

Eine wesentliche Herausforderung bei Downsizing-Projekten bestehe heute darin, zu entscheiden, welche der Mitarbeiter den neuen Anforderungen gewachsen seien.