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15.05.2006

Für welche Branchen RFID funktioniert

Lars Hielscher 
Es gibt zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für die Radio Frequency Identification - in jeder Branche andere.

Mit den Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist das Thema RFID populär geworden. Auf den begehrten Eintrittskarten ist die Identifizierungsnummer des Käufers in einem Funkchip abgelegt, beim Betreten des Stadions werden die gespeicherten Daten von einem Sensor ausgelesen. Durch Abgleich mit der Käuferdatenbank lässt sich - in Verbindung mit einer Ausweiskontrolle - feststellen, ob der Besitzer der Karte mit dem eingetragenen Käufer identisch ist. Zudem werden die Daten im Hintergrund mit einer "Hooligan-Datei" abgeglichen, um namentlich bekannte Randalierer am Betreten des Stadions zu hindern.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

575127: Pilotprojekte: RFID schlägt Barcode;

555080: Philips liefert RFID-Etiketten für 3,2 Millionen WM-Karten;

540522: RFID-Chip meldet: "Wartung ausgeführt";

554237: RFID - Hoffnung der Branche.

Der Prozess

Der RFID-Tag wird über die Antenne erfasst.

Die Daten werden in der Middleware verarbeitet. Sie kann Filterregeln anwenden, steuert die Antennenanlage im Nutzungsbereich, erledigt die einfache (Vor-)Verarbeitung der Daten und leitet sie an die Anwendungen oder das Data Warehouse weiter.

Gegebenenfalls werden die Daten über eine EAI-Plattform an das Backend-System weitergeleitet.

Im Backend-System werden die Daten schließlich verarbeitet.

Die Nutzenpotenziale der Radio Frequency Identification (RFID) nach Branchen

Finanz- und Versicherungswesen HHHH Industrie HHHHH Logistik-/Transport-/Verkehrswesen HHHHH Komunen/öffentliche Einrichtungen HHHH

Dokumenten-Management HHHHH Produktionslogistik HHHHH Asset-Management HHHHH Dokumenten-Management HHHHH Für archivierungspflichtige Dokumente wie Für das Behälter-Management in der Produktion Für Anlagen mit Wartungsverträgen und Für archivierungspflichtige Dokumente wie Policen Policen und Urkunden sehr gut geeignet, für sehr gut geeignet, für die Verfolgung einer Sicherheitsrelevanz sehr gut geeignet, für und Urkunden sehr gut geeignet, für Dokumente Dokumente des täglichen Bedarfs nicht. Vielzahl von Produktionsgütern weniger. sonstige Immobilien geringer Nutzen. des täglichen Bedarfs nicht.

Asset-Management HHHHH Gefahrgutlogistik HHHH Verbrauchsbezogene Abrechnung HHH Bibliotheken HHHH Für Anlagen mit Wartungsverträgen und Sehr gut geeignet, um Transportmitteln weitere Problematik der Speicherung von Kann den Barcode ersetzen, da Zusatzinformationen Sicherheitsrelevanz sehr geeignet, für Daten mitzugeben, die sich aus "sicherer" Verbrauchsdaten auf dem Tag. auf dem Tag hinterlegbar sind und falsch abge sonstige Immobilien geringer Nutzen. Distanz auslesen lassen. legte Bücher einfacher gefunden werden.

IT-Asset-Management HHHHH Qualitätssicherung (QS) HHHH Ticketing HHH Asset-Management HHHHH Für Server mit Wartungsverträgen und Ermöglicht die Datenhaltung zu QS-Themen Geeignet für Monats-Tickets, aufgrund der Für Anlagen mit Wartungsverträgen und Sicher- hinterlegtem Lifecycle-Management viel (Temperatur, Druck, Zeugnisse etc.) am Gut Kosten weniger geeignet für Einzel-Tickets; heitsrelevanz sehr gut geeignet, für sonstige Nutzen, für reine Desktop-Verwaltung wenig. selbst, wobei auch Historien ablegbar sind. Kombination verschiedener Tickets möglich. Immobilien geringer Nutzen.

Zutritts- und Zeitkontrollen HHHHH Asset-Management HHHHH Qualitätssicherung HHHH Ticketing HHH Für flexible Zutrittskontrollen, Zutrittsstrate- Für Anlagen mit Wartungsverträgen und Sicher- Ermöglicht die Datenhaltung zu QS-Themen Geeignet für Monats-Tickets, mögliche Kombina- gien und Zeitkontrollen sehr gut geeignet. heitsrelevanz sehr geeignet, für sonstige (Temperatur, Druck, Zeugnisse) am Gut selbst. tion beispielsweise von Bibliotheksausweis, Immobilien geringer Nutzen. Historien können mit abgelegt werden. Bus- und Bahnticket etc.

Verbrauchsbezogene Abrechnung HH Tracking und Tracing HHH Zutritts- und Zeitkontrollen HHHHH Problematisch wegen der Speicherung von Vorteile nur bei geringen Geschwindigkeiten Für flexible Zutrittskontrollen, Zutrittsstrategien Verbrauchsdaten auf dem Tag. wie bei der Paketversendung. und Zeitkontrollen sehr gut geeignet.

Zutritts- und Zeitkontrollen HHHHH Verbrauchsbezogene Abrechnung HHH Für flexible Zutrittskontrollen, -strategien und Im Bereich Entsorgung auf jeden Fall sehr gut Zeitkontrollen sehr gut geeignet. einsetzbar.

Tracking und Tracing von Beständen HHH Hohe Geschwindigkeiten von Förderbändern und Transporteinheiten führen zu hohen Fehlerquoten.

Authentifizierung von technischen und sicher- heitsrelevanten Geräten/Dokumenten HHHHH Sehr gut geeignet, um sicherheitsrelevate und hochpreisige Ersatzteile zu authentifizieren.

Nutzen: Hgering bis gar nicht; HHniedrig; HHHmittel; HHHHhoch; HHHHHsehr hoch.

Diese Anwendung zeigt bereits die Hauptvorteile der RFID-Technik auf: Der Transponder oder Tag kann umfassende Informationen enthalten, die sich bei Bedarf sogar verändern lassen. Zudem werden die Daten ohne Berührungskontakt ausgelesen.

Das einfachste RFID-Element ist der Ein-Bit-Transponder, der im Handel schon seit vielen Jahren eingesetzt wird. Er enthält nur zwei Informationszustände: "1" bedeutet "Kunde hat bezahlt", und "0" heißt "nicht bezahlt". Je nachdem, welchen Zustand der Chip anzeigt, kann der Kunde mit der gekennzeichneten Ware den Laden ungehindert verlassen, oder aber er löst einen Alarm aus. Der Wechsel von "0" auf "1" erfolgt an der Kasse.

Derzeit vor allem im Handel

Die Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technik werden derzeit vor allem im Bereich Handel und Logistik ausgetestet. Vorteile entstehen immer dann, wenn die mit entsprechenden Tags versehenen Artikel bewegt werden. Im Wareneingang lassen sich die angelieferten Produkte schneller identifizieren und in ein angeschlossenes Warenwirtschaftssystem eintragen. Ware, die das Lager in Richtung Laden verlässt, wird automatisch umgebucht. An der Kasse erfasst ein Scanner sämtliche Produkte im Einkaufswagen auf einen Schlag, so dass umgehend der Zahlbetrag angezeigt wird. Die Ware in den Regalen lässt sich beispielsweise mit einem portablen Gerät schnell und einfach inventarisieren oder nach einem Verfallsdatum durchsuchen. So funktioniert das Ganze zumindest unter Laborbedingungen.

Ein großer Nachteil ist momentan noch der finanzielle Aufwand für einen RFID-Tag, der etwa 30 Cent pro Stück beträgt. Hinzu kommt ein technisches Problem: Je nach genutzter Frequenz wirken Metalle und Flüssigkeiten behindernd und stören den Scan-Vorgang. Dennoch sind die Beteiligten zuversichtlich, dass sich die RFID-Technik im Bereich Warenwirtschaft, Lager und Logistik durchsetzen wird.

Untermauert wird diese Zuversicht durch eine Analyse von Gartner, nach der die Ausgaben für Hard- und Software im Bereich RFID im vergangenen Jahr bei rund 500 Millionen Dollar lagen, was eine Steigerung um 39 Prozent gegenüber 2004 bedeutet. Für 2006 sollen die RFID-Umsätze auf 750 Millionen Dollar anwachsen und 2010 die Hürde von drei Milliarden Dollar überspringen.

Um diese hohe Steigerungsrate zu erreichen, sind innovative Anwendungen nötig. So ist die RFID-Technik auch auf das Asset-Management anwendbar: Ohne Türen oder Schränke zu öffnen, lassen sich die Standorte von Druckern, Bildschirmen oder PCs im Vorbeigehen ermitteln. Server-Racks offenbaren die Informationen über ihren gesamten Lebenszyklus direkt vor Ort, darunter die Daten zu Wartungs- und Serviceverträgen und vorhandener Software.

Ein Anwendungsbeispiel aus dem Bereich Sicherheit ist das des Frankfurter Flughafens, wo Brandschutzklappen in etwa 420 Gebäuden regelmäßig kontrolliert und gewartet werden müssen. Hier sind sämtliche Arbeitsschritte und Arbeitsnachweisblätter an jedem Einsatzpunkt in einem RFID-Chip abgelegt.

Ein Tag für jedes Dokument

Ein wichtiges Einsatzgebiet für die RFID-Technik könnte das Dokumenten-Management bei Behörden, Banken und Versicherungen sein. Alle wichtigen Dokumente bekommen einen RFID-Tag, der an bestimmten Punkten, zum Beispiel an Türen, Treppenaufgängen oder Gebäudeübergängen, gescannt wird. So lässt sich problemlos feststellen, in welchem Gebäude, auf welcher Etage und in welchem Büro sich ein gesuchtes Dokument befindet.

Andere Ideen entstammen der Pharmaindustrie, der es hautpsächlich darum geht, die Fälschung von Medikamenten zu verhindern. Dieses Thema spielt auch beim neuen Reisepass eine Rolle. Hier halten die auf einem RFID-Tag gespeicherten biometrische Daten die Identität des Inhabers fest.

Einige ungelöste Probleme

Aufgrund dieser Möglichkeiten wird die RFID-Technik ihren Weg machen. Allerdings bleiben bislang noch einige Probleme ungelöst. So gilt es, auf der Applikationsseite die entsprechenden Schnittstellen und Prozesse zu etablieren. Denn die Anwendungen und Middleware-Komponenten von Microsoft, Sun, Oracle oder SAP müssen die eingelesenen Informationen auch weiterverarbeiten können. Zudem sollten sich die Unter- nehmen fragen, was mit den vielen anfallenden Daten geschehen soll und wie die vorhandenen Data-Warehouse-Systeme ihre künftigen Aufgaben damit erfüllen. (qua)