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01.03.2006

Fujitsu hält auch nach 2010 an Sparc fest

Der zusammen mit Fujitsu-Siemens Computers fünftgrößte Server-Hersteller der Welt setzt für Unix-Maschinen eigenentwickelte Sparc-Prozessoren ein. Das soll sich auch nach 2010 nicht ändern.

1993 übernahm Fujitsu den Newcomer Hal Computer, der Sparc-kompatible Prozessoren entwickelte und dafür auch eine Lizenz von Sun erworben hatte, die mit dem Kauf von Hal auf Fujitsu überging. Die Japaner entwickelten in der Folge unter anderem mit "Sparc 64" eigene Chips, die zusammen mit Solaris die "Primepower"-Server-Familie begründeten. Mittlerweile hat sich Fujitsu im Verbund mit Fujitsu-Siemens zum fünfgrößten Server-Hersteller gemausert. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 60000 Primepower-Maschinen verkauft.

Im Juni 2004 vereinbarten Sun und Fujitsu, eine gemeinsame Sparc-Produktreihe zu entwickeln. Diese als "Advanced Product Line" (APL) bezeichnete Familie soll ab Mitte 2006 zur Verfügung stehen. Damals wurde vereinbart, dass sowohl Sun als auch Fujitsu-Siemens Einstiegs-Server auf Basis von Suns Prozessor "Sparc T1" anbieten werden. Der unter dem Codenamen "Niagara" entwickelte Baustein enthält in einem Gehäuse bis zu acht Sparc-Kerne, die jeweils vier Threads abarbeiten können. Und: Der Chip nimmt nur 70 Watt auf.

Für den mittleren und oberen Leistungsbereich sollen APL-Maschinen auf Basis von Fujitsus "Sparc-64-VI"-Chip (Codename Olympus-C) auf den Markt kommen. Diese CPUs sollen zwei Rechenkerne mit jeweils Multithreading-Funktionalität enthalten und im 90-Nanometer-Prozess gefertigt werden. Die Taktrate dürfte bei 2,4 Gigahertz und die Größe des Level-2-Cache-Speichers bei 6 MB liegen.

Olympus passt in Jupiter

Nach Angaben von Richard McCormack, Senior Vice President of Marketing von Fujitsu-Computer Systems in Nordamerika, wird der Olympus-C-Prozessor in die "Jupiter-Frames" eingebaut werden, die für die Auf- nahme von Dual- und Quad-Core-Chips erweitert wurden. Zudem sollen direkte Verbindungen zwischen Prozessor und Memory sowie I/O-System bestehen. Die Jupiter-Server-Frames können zwischen vier und 64 Prozessoren aufnehmen. Derzeit skalieren die Primepower-Server zwischen zwei und 128 Prozessoren.

McCormick kündigte zudem an, dass die Sparc-64-Architektur über das Jahr 2010 hinaus entwickelt werde. So soll der Herstellungsprozess auf eine Strukturbreite von 45 Nanometern gedrückt werden. Dann könnten Prozessoren mit vier Kernen - "Sparc 64 VII" - eine höhere Taktrate erhalten oder Varianten mit mehr als vier Rechenkernen entwickelt werden. Allerdings hat Fujitsu noch keine Fabrik, die für ein 45-Nanometer-Design ausgelegt ist.

Koexistenz geplant

Ob Fujitsu Server mit Suns zukünftigem Highend-Chip "Rock" bauen will, ist unklar. Laut McCormick "müsse erst mehr Klarheit darüber bestehen, was Rock beeinhalten wird". Hinsichtlich der hauseigenen Sparc-64-Architektur sei die Marschrichtung klar. Das dürfte die Anwender von Primepower-Servern beruhigen. McCormick: "Wir haben derzeit kein kurzfristiges Auslaufen der bestehenden Primepower-Serie ins Auge gefasst. Primepower- und APL-Maschinen werden nebeneinander existieren." (kk)