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13.06.1997 - 

Sprung über die Umsatzmilliarde steht bevor

Fujitsu ICL bläst zum Angriff im deutschen Notebook-Markt

"Wir befinden uns schon jetzt im Sommerloch", beschrieb Hoffmann vor der Presse die düstere Situation im deutschen PC-Geschäft. Die Lager der Anbieter würden sich zunehmend füllen, was unweigerlich zu Preisnachlässen führen werde: "Der Verbraucher wird sich freuen." Die erhofften Impulse für den PC-Absatz durch die neuen Intel-Prozessoren seien ausgeblieben oder nur von kurzer Dauer gewesen. "Auf den Pentium II hat keiner gewartet, und der MMX hat nur in den ersten drei Monaten die Nachfrage gepuscht", so Hoffmann. Für eine kleine Erfrischung sorge derzeit lediglich der K6 von AMD.

Dennoch stimmt die jüngste Entwicklung des Unternehms den deutschen Fujitsu-ICL-Statthalter optimistisch für die Zukunft. Immerhin konnte in den ersten drei Monaten dieses Jahres der Umsatz gegenüber den vergleichbaren Vorjahresperiode um 50 Prozent auf 210 Millionen Mark und der Absatz um 96 Prozent auf 81075 PCs gesteigert werden. Dies bescherte dem PC-Anbieter Platz vier in Deutschland. Für das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr 1996/97, das aufgrund der Neuorganisation von Fujitsus europäischem Computergeschäft zum 1. Juli 1996 nur neun Monate dauerte, erzielte Fujitsu ICL einen Umsatz von 855 Millionen Mark und einen Gewinn von neun Millionen Mark. In den kommenden Wochen steht Hoffmann zufolge der Sprung über die Umsatzmilliarde an.

Pro Tag 40 neue Computertypen

Als - bezogen auf Deutschland - größten Vorteil betrachtet Hoffmann das eigene Werk in Sömmerda, in dem sowohl professionelle Rechner als auch Consumer-PCs gefertigt werden. "Je näher der Produktionsstandort am Kunden ist, um so besser ist dies für ihn. Durch unsere Fabrik sind wir ungemein flexibel. Im Schnitt generieren wir 40 neue Computertypen pro Tag." Die Lagerhaltung hat er aus Kostengründen auf ein Minimum reduziert. Nur noch wertbeständige Produkte wie Gehäuse, Netzteile, Platinen und Kabel werden auf Vorrat eingekauft, preissensible Teile wie Festplatten und Speicherchips ordert Fujitsu ICL nach aktuellem Bedarf. Künftig soll auch ein Teil der Server, bislang überwiegend in England produziert, in Thüringen vom Band laufen.

Keine lokalen Schrauber in Deutschland

In Angriff nehmen will Fujitsu ICL nun aber auch verstärkt den deutschen Notebook-Markt. Selbigen haben bislang Toshiba, Compaq und IBM fest im Griff. Dennoch rechnet sich Hoffmann gute Chancen aus, da dieses Marktsegment seiner Auffassung nach noch einiges an Potential bereithält - insbesondere in Deutschland, wo sich der Trend zu mehr Mobilität noch nicht so durchgesetzt hat wie in anderen Ländern. Hoffmann wörtlich: "Der deutsche Notebook-Markt ist hochqualifiziert, teuer und vor allem sauber. Es fehlen die das PC-Geschäft in Deutsch- land kaputtmachenden lokalen Schrauber.".

*Beate Kneuse ist freie Fachjournalistin in Stuttgart.