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13.11.1992 - 

Auch Japans Elektronikgiganten leiden unter der Rezession

Fujitsu muß erstmals seit der Gründung rote Zahlen schreiben

TOKIO/MÜNCHEN (CW) - Die finanzielle Talfahrt der japanischen Elektronikkonzerne hielt auch im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres an. Vor allem Computerkrösus Fujitsu traf es hart: Erstmals in der Geschichte des Unternehmens fiel ein Nettoverlust an.

"Seit dem Platzen der ,japanischen Blase' hat Japan seine Macht weitgehend verloren. Japanische Unternehmen kämpfen ums Überleben", erklärte Akio Miyabayshi, Präsident der Minolta Europa GmbH, Ahrensburg, auf dem Symposium "Wirtschaftsmacht Japan--Ohnmacht Europas?" unlängst in München. Auch wenn diese Darstellung Miyabayshis eher übertrieben scheint, ist doch offensichtlich, daß sich Nippons Wirtschaft in einer Flaute befindet und sich die erfolgsverwöhnten japanischen Unternehmen aller Branchen vorerst mit geringeren Einnahmen und Erträgen begnügen müssen.

Dies gilt nicht zuletzt für die vier Tokioter Halbleiter- und Computergrößen NEC, Hitachi, Toshiba und Fujitsu. Schon im vergangenen Geschäftsjahr hatten sie mit zum Teil kräftigen Gewinneinbrüchen zu kämpfen - in den ersten sechs Monaten des neuen Fiskaljahres setzte sich dieser Trend fort. Computerkrösus Fujitsu rutschte gar zum ersten Mal in der Firmengeschichte in die Verlustzone. So wies das Unternehmen zur Halbzeit 1992/93 einen Verlust nach Steuern von 19,2 Milliarden Yen (umgerechnet etwa 230,4 Millionen Mark) aus, nachdem man im vergleichbaren Vorjahreszeitraum noch einen Nettoprofit von 10,3 Milliarden Yen hatte erwirtschaften können. Der Umsatz stieg um 6,7 Prozent von knapp 1,6 auf rund 1,7 Billionen Yen.

Auch NEC, Toshiba und Hitachi ließen Federn

Einen drastischen Gewinneinbruch mußte im ersten Halbjahr 1992/93 auch NEC hinnehmen. Um rund 72 Prozent gingen die Nettoerträge zurück. Nach 36,1 Milliarden Yen zur Vorjahreshalbzeit erwirtschaftete der Elektronikriese nun nur noch 10,1 Milliarden Yen. Der Umsatz sank ebenfalls, gab das Unternehmen bekannt. Den eingenommenen 1,5 Billionen Yen der ersten sechs Monate des Vorjahres stehen jetzt 1,4 Billionen Yen gegenüber. Dies bedeutet einen Rückgang von 6,6 Prozent.

Ebenfalls mit sinkenden Erträgen sahen sich Toshiba und Hitachi zur Halbzeit des laufenden Geschäftsjahres konfrontiert. Bei Toshiba rutschte der Nettoprofit um 39,6 Prozent von 24,5 auf 14,8 Milliarden Yen bei nahezu stagnierendem Umsatz von rund 1,5 Billionen Yen.

Hitachis Reingewinn ging um knapp 46,5 Prozent von 46,7 auf rund 25 Milliarden Yen zurück. Auch beim Umsatz mußte der Elektronikkonzern Federn lassen. Die Einnahmen verringerten sich um fünf Prozent von zwei auf 1,9 Billionen Yen.

Obwohl die Rezession im Inland wie auch das verzögerte Nachfrageverhalten im Ausland nach Ansicht der vier Elektronikunternehmen in den kommenden Monaten anhalten wird, rechnet das Quartett damit, das laufende Geschäftsjahr mit Gewinn abzuschließen - wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau als im Vorjahr. Selbst Fujitsu hofft, den Halbjahresverlust ausgleichen und zum Geschäftsjahresende am 31. März 1993 einen Profit von fünf Milliarden Yen ausweisen zu können.