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31.01.2003 - 

Linux-Fieber: Auch die Japaner zeigen sich infiziert

Fujitsu öffnet Intel das Tor zum Server-Highend

MÜNCHEN (CW) - Mit Fujitsu ist einer der letzten Intel-Abstinenzler unter den großen Playern im Highend-Server-Markt schwach geworden: Bislang vorwiegend der Sparc-Risc-Architektur von Sun und dessen Betriebssystem Solaris verpflichtet, wollen die in Europa mit Siemens verbündeten Japaner Intel-gestützte Linux-Systeme der Mainframe-Klasse entwickeln.

Erste Früchte der aktuellen Server-Allianz sollen Ende 2004 Marktreife erlangen. Den zunächst mit Intels 32-Bit-Xeon-Prozessoren ausgestatteten Modellen sollen ein Jahr darauf Multiprozessor-Maschinen auf Basis künftiger "Itanium"-CPUs folgen. Branchenkenner vermuten, dass es sich dabei um die Dual-Core-Variante von Intels 64-Bit-Boliden (derzeitiger Codename: "Montecito") handeln wird.

Mammut-Server mit bis zu 128 Itanium-CPUs

Die Enterprise-Rechner in spe sollen auf den aktuellen, Intel-basierenden "Primergy"-Server-Angeboten von Fujitsu und Fujitsu-Siemens Computers (FSC) aufbauen und mit bis zu 128 Prozessoren "in den Bereich anspruchsvollster Systeme der Mainframe-Klasse vorstoßen". In Japan wird Fujitsu die im Rahmen des Highend-Deals kreierten Systeme verkaufen, in Europa beziehungsweise Nordamerika werden sich FSC und Fujitsu Technology Solutions dieser Aufgabe annehmen.

Nach Ansicht von Branchenexperten birgt der aktuelle Pakt beachtliches Potenzial sowohl für Fujitsu als auch für Intel: Der Halbleiterhersteller verschafft sich auf diese Weise den lang ersehnten Zutritt zur bislang Risc-dominierten Highend-Server-Arena und dürfte sich nach Ansicht von Gartner-Analyst Andrew Butler mit der Positionierung des Itanium als Highend-Plattform künftig leichter tun. Allerdings, so schränkt der Marktexperte ein, nicht vor Ablauf der nächsten drei Jahre.

Unix-Engagement im Highend-Bereich

Fujitsu wiederum erhält mit Hilfe der Intel-Hardware die Möglichkeit, sein derzeitiges Highend-Server-Geschäft mit den Unix-basierenden "Primepower"-Systemen und den "BS2000"-Mainframes um ein drittes Standbein zu ergänzen und auf den schnell wachsenden Linux-Bereich auszudehnen.

Nach Angaben von Fujitsu America werden die Enterprise-Server made by Intel und Fujitsu zunächst unter Linux laufen. Entsprechende Windows-basierende Varianten sieht das frisch gebackene Duo ebenfalls vor, allerdings scheint der aktuelle Fokus auf der Entwicklung von Highend-Hardware für das Open-Source-OS zu liegen. So hat der japanische Konzern innerhalb seiner Enterprise Systems Group eine eigene Organisationseinheit für Linux-Systeme eingerichtet, in der 300 Experten Hardwareplattformen und Basissoftware entwickeln sollen. Erklärtes Ziel sei es, "die Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit Linux-basierender Enterprise-Systeme zu erhöhen". Hier will Fujitsu sein Fachwissen im Bereich geschäftskritischer Systeme einbringen. Darüber hinaus haben die Partner angekündigt, sowohl untereinander als auch mit der Linux-Community zu kooperieren, um Funktionalität und Leistung des quelloffenen Unix-Derivats - nicht zuletzt hinsichtlich der für große Server erforderlichen Anpassungen des Betriebssystems - zu verbessern.

Sun Microsystems, bislang Fujitsus One-and-only-Partner im Reich der Highend-Server, gibt sich vom "Seitensprung" des japanischen Konzerns unbeeindruckt. Als kostspieligste Katastrophe in der Geschichte der Hochleistungstechnik sei der Itanium ein großes Risiko für ein Unternehmen wie Fujitsu, so Shahin Khan, Chief Competitive Officer bei Sun, gegenüber der amerikanischen Presse. (kf)