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04.02.2000 - 

Bestellsystem spült täglich zehn Millionen Mark in die Kassen

Fujitsu-Siemens Computers will großes Geld im E-Business machen

MÜNCHEN (jm) - Fujitsu-Siemens Computers (FSC) richtet sein Bestellwesen voll auf das Internet aus. Über die E-Business-Lösung "Order and Request System" (ORS) erwirtschafte man bereits heute einen Tagesumsatz von zehn Millionen Mark, gab das Unternehmen an. Bislang nutzen 2252 Firmen das Online-Bestellsystem.

Drei Viertel hiervon sind Partnerunternehmen von FSC, also Distributoren, Systemintegratoren und Value Added Reseller (VARs). Allerdings nutzen auch Großkunden von FSC wie beispielsweise die Deutsche Telekom, das Bayerische Finanzministerium und SAP die Möglichkeit, ihre Systeme direkt beim Hersteller zu ordern.

Wie Kai Flore, in der FSC-Geschäftsführung für Finanzen und Informationstechnologie zuständig, sagte, werden täglich für sieben Millionen Mark PCs und NT-Server sowie für drei Millionen Mark Unix-Systeme über das OR-System bestellt, in dem FSC 197000 Produkte katalogisiert.

Das europaweit eingesetzte E-Business-Modell wurde im Januar 1999 in Betrieb genommen. Vor einem Jahr setzte FSC mit dem ORS zunächst vier Millionen Mark um. Es basiert auf dem SAP-R/3-Modul "Internet Transaction Server" (ITS). SAP hatte Mitte September 1999 auf dem Anwenderkongress Sapphire in Philadelphia ein "Internet Business Framework" vorgestellt, das als Integrationstechnik auf XML-Basis die Voraussetzung für die Verknüpfung unterschiedlicher Anwendungen via Web schaffen soll.

Die dazu entwickelte Technik beinhaltet auf der Applikationsebene die SAP-Komponente "Business Connector". Sie übersetzt zum Beispiel Remote Function Calls (RFCs), das Format der BAPI-Schnittstellen sowie andere Quellen in XML.

Zweistelligen Millionenbetrag gespart

Das Web-Messaging-Verfahren soll dafür sorgen, dass ein Austausch von Geschäftsinformationen auf semantischer Ebene auch mit Nicht-SAP-Anwendungen möglich wird. Während der ITS also "nur" als Bindeglied zwischen den Anwendungen bei FSC und seinen Kunden und Partnern fungiert, stellt der Business Connector das technologische Fundament dieser E-Business-Kommunikation dar.

Wie Flore ferner sagte, hat FSC seit der Inbetriebnahme des B-to-B-Modells vor einem Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag eingespart, weil durch die elektronische Bestellabwicklung die Vorgänge im Vergleich zum bisherigen manuellen System erheblich beschleunigt und die Fehlerquote deutlich gesenkt werden konnte.

Alle Kunden und Partner von FSC, die die ERP-Software R/3 nutzen und zusätzlich das SAP-Modul ITS beziehungsweise die Business-Connector-Komponente, können über das Internet den gesamten Bestellvorgang vom Order-Eingang bis zur Auslieferung der Gerätschaft kontrollieren. Interessenten, die die SAP-ERP-Software nicht verwenden, können laut Flore trotzdem über das OR-System bei FSC bestellen. Voraussetzung sei lediglich, dass ihre Software dem CXML-Protokoll entspricht.

Die Unterstützung des XML-Standards für FSCs B-to-B-Modell sei ein großer Vorteil etwa gegenüber dem Konkurrenten Dell. Dieser setzt für sein E-Business-Geschäftsmodell die Lösung von Ariba ein, die mit dem XML-Format nicht kompatibel ist.

Flore sagte weiter, zwar sei man mit dem OR-System momentan noch an vorderster Front. Er rechne aber damit, dass beispielsweise Compaq in drei bis vier Monaten mit einem ähnlichen Modell nachziehen werde: "Die haben da einiges gemacht und sind in rund einem Vierteljahr auch so weit wie wir."