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Japans Nummer 1 überflügelt IBM Japan im Umsatz:

Fujitsu steigt in den deutschen PC-Markt ein

22.04.1983

MÜNCHEN (cmd) - Nippons größter heimischer Computerhersteller, die Fujitsu Ltd. in Tokio, hat erstmals die japanische Big-Blue-Tochter im DV-Umsatz überrundet. Damit ist man nun nach Angaben von Klaus Brand, dem Sales and Marketing Manager Europe der Fujitsu Mikroelektronik, Frankfurt, jetzt sowohl von der Zahl der installierten Systeme her als auch nach deren Wert Die Nummer eins in Japan.

Mit genauen Angaben über das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr 1982/83 will der Konzern allerdings erst im Sommer aufwarten. Schon das vergangene Geschäftsjahr charakterisierten jedoch die Japaner als "außergewöhnlich erfolgreich". Beim Umsatz habe man um 15 Prozent auf mehr als acht Milliarden Mark zulegen können, der Reingewinn sei sogar um 18 Prozent auf etwa 322 Millionen Mark gestiegen. Wichtigstes Standbein in der Produktpalette von Fujitsu ist der Großrechnerbereich, der mehr als 60 Prozent des Umsatzes ausmacht. Dies habe auch dazu geführt, daß der Konzern in der Rangliste der DV-Hersteller weltweit Platz fünf einnehme.

Die Bereiche Nachrichtentechnik sowie Halbleiter und elektronische Bauteile steuerten 1981/82 rund 19 beziehungsweise knapp 14,5 Prozent zum Umsatz bei; der Rest entfiel auf die Roboterproduktion, wo Fujitsu wie im Mainframe-Sektor nach eigener Einschätzung heimischer Marktführer ist.

Darüber hinaus sind die Japaner neuerdings auch im Personal-Computer-Geschäft aktiv; 1981 stellte das Unternehmen seinen ersten Mikro vor, im vergangenen Jahr wurde die Produktpalette um weitere Modelle ergänzt. Die deutsche Tochter Fujitsu Mikroelektronik, 1980 gegründet, soll jetzt nach den Worten ihres Präsidenten Yoshinori Hashizume das Geschäft in der Bundesrepublik mit den beiden Modellen Mikro 7 und Mikro 16s auf- und ausbauen.

Dabei sehen sich die Japaner allerdings vor dem Problem, daß sie bisher vorwiegend als OEM-Lieferant, etwa im Großrechnerbereich für Siemens, ICL und Burroughs, aufgetreten und bem breiten Publikum weitgehend unbekannt geblieben sind. Fur den Mikrocomputermarkt als "typischem Konsumentenmarkt bleibt da - so Sales-Manager Brand - viel nachzuholen". Obwohl man in den nächsten drei Jahren auf diesem Sektor mit einem Vernichtungswettbewerb rechne, den nur zwischen sechs und zwanzig Hersteller überleben könnten, sehe man angesichts der eigenen Erfahrung bei Mainframern und im Telekommunikationsgeschäft "keine schlechten Chancen" für Fujitsu.

Von dem Einstiegsmodell Mikro 7 - ein 8-Bit-Rechner - produziert das Unternehmen zur Zeit in Japan bereits 200 000 Stück pro Jahr. In der Bundesrepublik wird der Endverkaufspreis für diesen Personal Computer bei rund 1500 Mark liegen. Der Mikro 16s, ein Rechner mit Multiuser-Möglichkeiten, soll das erste System auf dem deutschen Markt sein, daß "für weniger als 10 000 Mark" angeboten wird. Zur Münchner Systems im Herbst wollen die Japaner auch einen Bildschirmtext- sowie einen Teletex-Anschluß für beide Modelle präsentieren.

Die Markteinführungsphase dürfte nach den Schätzungen von Fujitsu-Manager Brand etwa ein halbes Jahr dauern. Der Vertrieb der Rechner soll nur über den Fachhandel laufen, an eine "Metro-Lösung" denke der Konzern nicht. Bis Mai will man bereits fünfzehn Händler gewonnen haben, deren Kreis - so die Planung - innerhalb eines Jahres auf etwa 100 ausgedehnt wird. Mit den ersten Auslieferungen an die Kunden rechnen die Japaner ab Oktober dieses Jahres.

Mit den beiden PCs beabsichtigt Fujitsu, in den nächsten zwei Jahren in Frankreich, Großbritannien und der Bundesrepublik 50 Millionen Mark umzusetzen. Auf dem deutschen Markt strebt man einen Anteil von fünf Prozent an. Um dieses Ziel zu erreichen, müßte das Unternehmen - so Brand - zum fünftgrößten Lieferanten aufrücken.