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13.01.1984 - 

Softwareabkommen öffnet Japanern Tür zur IBM-Welt:

Fujitsu vor kräftigem Gewinnzuwachs

NEW YORK (hr) - Die Aussichten des führenden japanischen Computerherstellers Fujitsu Ltd. werden vom amerikanischen Brokerhaus Prudential-Bache äußerst positiv beurteilt. Die Gewinnspannen dürften sich sowohl mittel- als auch langfristig insbesondere aufgrund der kräftigen Nachfrage nach Rechnern und Halbleiterkomponenten des Unternehmens weiterhin verbessern.

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (es endet zum 31. März 1984) lagen die Bestellungen im Unternehmensbereich elektronische Geräte/Halbleiter um 59 Prozent über dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraumes. Darin dürfte sich unter anderem auch die derzeitige allgemeine Knappheit beim Angebot von Halbleiter-Chips, besonders von 64 KBit dynamischen RAMs, widerspiegeln. Im Bereich Datenverarbeitung sind die Aufträge mit einem Plus von 18 Prozent ebenfalls deutlich gestiegen. Lieferungen im Rahmen von OEM-Verträgen, und zwar in erster Linie an Amdahl und Fujitsu America, hatten einen Anteil von 40 Prozent an den gesamten Exporten des Unternehmens.

Insgesamt wurde in den beiden genannten Unternehmenszweigen von April bis September 1983 ein Umsatzwachstum von 42,4 beziehungsweise von 20,5 Prozent erzielt. Diese Ergebnisse deuten auf eine günstige Umsatz- und Gewinnentwicklung im gesamten Geschäftsjahr 1983 hin. Prudential-Bache empfiehlt daher diesen Titel sowohl unter kurz- als auch unter langfristigen Gesichtspunkten zum Kauf.

Sowohl in Japan als auch in den anderen Industrieländern halt der Trend hin zu einer verstärkten Büroautomation an. Damit dürfte der Absatz an Großrechnern, Textautomaten, Personal Computern und Plattenlaufwerken von Fujitsu auch weiterhin zunehmen. Die Geschäftsleitung hat bereits den Bau einer neuen Produktionsstätte im Werk Numazu angekündigt, mit dem im Januar begonnen werden soll.

Am Markt für integrierte Schaltkreise für industrielle Zwecke wird die Angebotsknappheit voraussichtlich noch bis zum Sommer 1984 anhalten. Daraus dürften sich ebenfalls positive Rückwirkungen auf die Geschäftsentwicklung ergeben.

Außerdem befinden sich alle Tochtergesellschaften des Konzerns "in den schwarzen Zahlen", wobei insbesondere Fanuc, der führende Roboterhersteller Japans, Rekordgewinne erzielen und damit zu einem deutlich höheren Konzernergebnis beitragen dürfte. Der Absatz an Kommunikationseinrichtungen wird dagegen im laufenden Geschäftsjahr wahrscheinlich kaum steigen, da ein großer Teil der Lieferungen an NTT geht. Nach einer Schätzung von Prudential-Bache dürfte der Gesamtgewinn des Unternehmens in den Jahren 1982 bis 1986 jeweils um 28,7 Prozent zunehmen. In der Zeit von 1978 bis 1983 wurde eine jährliche Gewinnwachstumsrate von 22,7 Prozent registriert.

Ein Teil der Unsicherheit, die in der Vergangenheit die Entwicklung von Fujitsu belastet hat, wurde durch das jüngst mit IBM geschlossene Software-Abkommen beseitigt. Im Rahmen dieses Vertrages wurde dem Unternehmen das Vertriebsrecht für ausgewählte Betriebssysteme und Anwender-Software eingeräumt, die auf IBM-kompatiblen Großrechnern, die von Fujitsu produziert werden, eingesetzt werden sollen. Damit wurde die drohende Gefahr eines möglichen Gerichtsverfahrens wegen unzulässiger Benutzung von IBM-Produkten aus der Welt geschafft.

Fujitsu kann nun seine Strategie der vollen IBM-Kompatibilität gezielt weiterverfolgen. Zweifel am Erfolg dieser Geschäftspolitik konnten zuvor angesichts der weitgehenden juristischen Beschränkungen beim Einsatz von IBM-Betriebssystemen nie vollständig ausgeräumt werden. Die Zahlung von Lizenzgebühren dürfte zudem nach Ansicht von Prudential-Bache die Gewinnspannen des Unternehmensbereiches Datenverarbeitung nicht wesentlich beeinflussen.

Einen negativen Einfluß auf die Geschäftsentwicklung könnte eine erst kürzlich eingereichte Klage von Patlex Corp. gegen Fujitsu America wegen Verletzung eines Patentrechts haben. Der Ausgang des Verfahrens ist bis jetzt noch ungewiß. Darüber hinaus könnte eine vollständige Veröffentlichung der Bedingungen des Abkommens mit IBM zu einem Kursrückgang führen, nachdem der Markt das Abkommen bis zu einem gewissen Grad der Bewertung der Aktie bereits berücksichtigt hat. Da Fujitsu aber unter den japanischen Computerherstellern eine führende Position bei der Entwicklung von Software für Großrechner einnimmt, dürfte der Bewegungsspielraum nach unten begrenzt sein, meint der Broker in seiner Unternehmensanalyse. Außerdem werde der Vertrag mit IBM für die Geschäftsleitung einen Anreiz bieten, die Anstrengungen bei der Entwicklung eigener Software zu verstärken.