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24.11.2000 - 

Steht das Aus für Amdahl bevor?

Fujitsu wagt sich mit eigenem Unternehmen nach Kalifornien

MÜNCHEN (CW) - Die japanische Fujitsu Ltd. wagt sich mit einer eigenen Gesellschaft mitten in das angestammte Marktgebiet der größten Konkurrenten. Die Fujitsu Technology Solutions soll vom kalifornischen Sunnyvale aus das Geschäft mit Unix- und NT-Servern in den USA betreiben.

Spätestens seit die Amdahl Corp. vor einigen Wochen bekannt gegeben hat, sich aus dem Mainframe-Geschäft zurückziehen zu wollen, vermuten Insider, dass damit das Aus des renommierten Herstellers besiegelt sei. Diese Meinung wird jetzt durch die Ankündigung gestützt, dass die Fujitsu Ltd., 100-prozentige Eigentümerin von Amdahl, in den USA ein eigenes Unternehmen gegründet hat, das Unix- und PC-Server vermarkten soll.

Die neue Company - Fujitsu Technology Solutions (FTS) - hat nicht nur ihre Büroräume im gleichen Haus wie Amdahl. Auch einige Topmanager wechselten vom Mainframe-Anbieter zu FTS: Steve Weller, bislang Vice President von Amdahls Technology Division, soll als Chief Operating Officer die neue Company führen. Carol Stone zeichnet für das Server-Marketing von FTS verantwortlich, die gleiche Position hatte sie zuvor bei Amdahl inne.

Konfliktpotenzial vorgegebenDer ehemalige Großrechnerhersteller hatte im Sommer bereits das Geschäft mit den UTS-Unix-Rechnern an die Parallax Capital Partners LLC verkauft, so dass der Company nur mehr Suns Sparc-Maschinen im Produktportfolio verblieben. Allerdings entwickelt Fujitsu mit den "Primepower"-Servern seit langem eigene Alternativen, die auf Basis der "Hal"-Prozessoren gebaut sind. Hal Computers gehört ebenfalls zum Fujitsu-Konglomerat. Die Primepower-Rechner, die in Deutschland von Fujitsu-Siemens verkauft werden, laufen unter Solaris und sind kompatibel zu den Sparc-Servern von Sun Microsystems.

Wie der englische Branchendienst "Computerwire" vermutet, könnte Amdahl in den USA ermuntert werden, neben den originalen Sun-Maschinen ebenfalls Primepower-Server anzubieten oder sogar Kundenanfragen an die Schwesterfirma weiterzuleiten. Robert Pomeroy, Pressesprecher in der Tokioter Konzernzentrale von Fujitsu, bestätigt, dass in den USA von beiden Firmen Solaris-Rechner angeboten werden sollen, auch wenn man sich gegenseitig Konkurrenz macht. "Wir sehen das aber als starke Bekräftigung der Solaris-Linie als Plattform der Zukunft."

In Deutschland konkurriert Fujitsu über Amdahl und Fujitsu-Siemens ebenfalls im Markt für Solaris-Server. Nach Angaben von Wolfgang Bertol, bei Amdahl in Deutschland verantwortlich für Marketing Communication, ist die Vertriebsstrategie bei seinem Unternehmen aber eindeutig: "Im Bereich der offenen Systeme bieten wir Primepower-Maschinen an, im Projektgeschäft Sun-Server." Amdahl sei Suns bester Vertriebskanal und hat laut Bertol mehr Rechner verkauft als Sun selbst.

Das Geschäft mit Upgrades bestehender Mainframe-Installationen läuft noch bis 2002. Danach sollen Serviceleistungen in diesem Bereich für weitere fünf Jahre Geld in die Kassen spülen. Allerdings kann sich der Amdahl-Manager vorstellen, dass im Bereich Open Systems in Zukunft enger mit Fujitsu-Siemens zusammengearbeitet wird. Die Münchner dürften im Übrigen von der neuen US-Schwester profitieren: Die dort verkauften NT-Server aus der "Primergy"-Linie stammen aus heimischer Fertigung.