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31.01.2003 - 

Startups arbeiten an drahtlosem Switching

Funknetze einfacher administrieren

SAN JOSE (IDG) - Dem Management von Wireless LANs (WLANs) widmet sich eine Reihe von US-amerikanischen Startups. Die Newcomer wollen mit Wirless-LAN-Switches die Administration der Access Points vereinfachen.

Betrachtet man heutige WLANs, so behaupten zumindest böse Zungen, handele es sich lediglich um eine ungeordnete Ansammlung von Access Points. Von einer strukturierten Infrastruktur kann in den Augen der Kritiker keine Rede sein. Doch Aruba Wireless Networks, ein Startup-Unternehmen, belässt es nicht bei der einfachen Pauschalkritik.

WLAN-Kritikpunkte

Das Unternehmen bemängelt unter anderem, dass sich User in heutigen WLANs individuell an einem Access Point anmelden müssen. Dabei sei noch nicht einmal gewährleistet, dass dies auch der Funkknoten der eigenen Firma ist und nicht womöglich der Hotspot des benachbarten Coffeeshops. Ferner vermisst Aruba-CEO und Mitbegründer Pankaj Manglik die Möglichkeit, den Benutzern mit einfachen Bordmitteln eine dedizierte Bandbreite zuzuweisen, um eine gewisse Dienstegüte (Quality of Services = QoS) zu gewährleisten. Will ein Netzadministrator diese Schwachpunkte beseitigen, ist er laut Manglik auf die Produkte von Drittherstellern angewiesen, da integrierte Management-Tools in den WLANs noch fehlten. Deshalb müsse sich der Systembetreuer einzeln um Software für das Radio-Monitoring, die Paketanalyse und Virtual Private Networks (VPNs) kümmern.

Ein weiterer Punkt auf der Mängelliste des CEO sind die verwendeten Firewall-Lösungen. In der Regel für langsamere Dial-up-Connections konzipiert, seien sie den Bandbreiten im WLAN nicht gewachsen. Schließlich gelte es bereits in den herkömmlichen Funknetzen Netto-Transferraten von 5 bis 7 Mbit/s zu bewältigen - ganz zu schweigen von Durchsatzraten zwischen 15 und 20 Mbit/s, die in neuen WLANs gemäß IEEE-Standard 802.11 a oder b erreicht werden. "Setzt der Administrator dann noch ein VPN ein", so Manglik weiter, "schnürt er die Leistungsfähigkeit des WLAN weiter ein und kann den Usern kaum mehr ausreichend Bandbreite zur Verfügung stellen." Mangliks Killerargument gegen die heute übliche Art der WLAN-Administration ist der Kostenaspekt. Mit Blick auf die TCO sei es untragbar, dass die Netzadministratoren mit den heute erhältlichen Werkzeugen alle Änderungen an den Access Points einzeln ausführen müssten.

Alle diese Probleme wollen die Startups nun mit WLAN-Switches in den Griff bekommen. Allerdings ist die Bezeichnung Switch in diesem Zusammenhang etwas irreführend, denn die Wireless Switches haben wenig mit ihren Ethernet-Pendants gemeinsam.

Die neue Produktgattung erinnert eher an Zeiten, als Ethernet-Hub-Pioniere wie Synoptics das Management der kabelgebundenen LANs vereinfachen wollten: Sie schlossen mehrere Endgeräte an eine zentrale Box an, über die diese dann administriert wurden. Eine Idee, die die WLAN-Switch-Befürworter nun in den Funknetzen umzusetzen versuchen.

Diesem Prinzip folgend, übernimmt etwa der WLAN-Switch von Aruba die Aufgaben einer Firewall, eines Intrusion-Detection-Systems und eines VPN. In Kombination mit Access Points vom gleichen Hersteller sorgt der Switch zudem für eine gleichmäßige Auslastung des Funknetzes. Hierzu misst er ständig die Signalstärke und die Benutzerzahl in einer Funkzelle. Fällt nun ein Zugangspunkt aus oder hat er zu viele Benutzer, ändert der Switch automatisch die Sendeleistung benachbarter Access Points, um die betreffende Funkzelle mitzuversorgen. Im Bedarfsfall überstellt er den Benutzer sogar an einen anderen erreichbaren Access Point.

Vorgänge, die für den Benutzer völlig transparent erfolgen, denn er loggt sich wie bisher lediglich einmal in das Netz ein. Von den geänderten Administrationsroutinen, die im Hintergrund ablaufen, bemerkt er nichts. So authentifiziert sich der User nämlich nicht mehr am Access Point, sondern direkt am Switch. Dieser übernimmt zudem die Verschlüsselung der Daten auf der Funkstrecke und schaltet unter Einbeziehung vordefinierter Zugangsregeln weitere Netzdienste frei.

Betatester, die bereits erste Geräte auf Herz und Nieren prüfen konnten, überzeugte der Ansatz: Sie lobten die Vereinfachung der WLAN-Administration. Allerdings ist der Einstieg in die Welt des Wireless Switching derzeit nicht ganz billig. Je nach Hersteller und Ausführung müssen für ein Gerät mit sechs Ports um die 3000 Dollar in das Budget eingeplant werden. Größere Varianten mit 30 Ports bewegen sich in Preisregionen um die 6000 Dollar. Hinzu kommen dann eventuell noch die Kosten für neue Access Points, denn alle Features der WLAN-Switches lassen sich oft nur mit herstellerspezifischen Zugangsknoten nutzen.

Verschiedene Anbieter

Aruba ist nicht das einzige Unternehmen das auf WLAN-Switching setzt. Mit dem "Axon Switched Wireless LAN System" propagiert Symbol Technologies ein ähnliches Konzept wie Aruba. Entsprechend verfügt der Symbol-Switch über die bereits weiter oben angeführten Funktionen, wobei der Hersteller darüber hi-naus noch Quality of Services sowie Serviceklassen im Funknetz verspricht. Erreichen will man dies, indem man das Wireless Switching sowohl auf Netzebene 2 und 3 als auch auf Layer-4-Ebene praktiziert.

Weitere Startups, die sich dem Thema Wireless Switching widmen, sind Bluesocket, Cranite Systems, Fortress Technologies, Reefedge, Vernier Networks, Airflow Networks, Blackstorm Networks oder Trapeze Networks. (hi)