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Nach dem Deal zwischen Britisch Telecom und McDonnell-Douglas:

Fur Tymnet-Kunden ändert sich noch nichts

15.09.1989

SAN JOSE/FRANKFURT (IDG/ CW) - McDonnell-Douglas Deutschland ist nicht glücklich über die frühzeitige Ankündigung der Konzernmutter, die Abteilung Network Systems und damit das Tymnet-X.25-Netz für 355 Millionen US-Dollar an British Telecom (BT) zu verkaufen. Spekulationen über die Zukunft von Tymnet, wie sie in den USA umgehen, möchte man in Frankfurt verhindern.

Es könne noch einige Zeit dauern, bis der Deal unter das organisatorische und kartellrechtliche Dach gebracht sei, aber in der jüngsten Vergangenheit habe man ja bereits unerwartete Beschleunigungen von Firmenzusammenschlüssen erlebt, sagte Dieter Kahl, Geschäftsführer Deutschland und Area Vice President für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei McDonnell-Douglas (MDD) in Frankfurt. Kahl hätte sich eine weniger offensive Informationspolitik der amerikanischen Mutter gewünscht, um Irritationen und falschen Erwartungen bei den Kunden keinen Vorschub zu leisten. US-Analysten unterstützen solche Befürchtungen: Nach ihrer Ansicht könnten Konkurrenten die Verunsicherung von Tymnet-Usern ausnützen und in den Revieren von MDD wildern. "Wenn die Leute Angst haben, werden sie den Teufel heiraten, nur um sicher zu wissen, was geschehen wird", stellt ein Beobachter fest.

McDonnell-Douglas als Anbieter von Datenvermittlungsdiensten habe überlegt, auf welcher Schiene der Einstieg in die Mehrwertdienste am günstigsten realisiert werden könne, wozu auf dem amerikanischen Markt auch die Sprachübermittlung zählt. Ein Verkauf der Netze sei anfangs gar nicht zwingend erschienen, so Kahl, sondern auch ein Joint-venture habe im Bereich des Möglichen gelegen.

British Telecom als künftiger Hausherr bietet zwar weltweit umfangreiche Voicedienste, hat aber kaum Bedeutung im Datenvermittlungsmarkt. Hier ist die MDD-Abteilung Tymnet zusammen mit Telenet Inc. weltweit führend. "Wir haben bei der Datenvermittlung die Vorhand", stellt Dieter Kahl fest; er erwartet, daß sich aus beiden Diensten ein erfolgreiches Mehrwert-Angebot schneidern lassen wird, wozu natürlich Harmonisierungen der jeweiligen Standards

von BT und MDD erforderlich sein würden. Nach amerikanischen Umfragen sind viele Tymnet-User dort optimistisch, was den Deal angeht: "Tymnet bietet guten Service, könnte aber Hilfe gebrauchen bei der Harmonisierung seiner X.25-Version mit denen anderer Carrier und beim Anschluß an neuere Techniken", stellt Bud Hüber, verantwortlich für Netzstandards bei Hughes Aircraft Co. in Long Beach, fest. Wie andere User auch, erhofft sich Hüber Vorteile von dem technisch und finanziell verbreiterten Rückgrat der künftigen British-Telecom-MDD-Angebote.

Jedenfalls müssen Tymnet-Kunden nach Einschätzung von US-Analysten eine gewisse Reaktionsträgheit bei Großunternehmen wie British Telecom in ihre Zukunftsplanungen einbeziehen: Peter Sevcik, Präsident der Sevcik Consulting Group aus Massachusetts, glaubt nicht, daß der Konzern vor Ablauf von zwei oder drei Jahren nennenswerte Entwicklungsressourcen in Tymnet investieren wird. Vor diesem Hintergrund reagiert die Deutsche Bundespost gelassen auf die Fusionsankündigung: Natürlich werde eine mächtige Konstellation entstehen, aber man stelle sich gelassen dem Wettbewerb, lautet es aus Bonn.