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07.03.2006

GAD stoppt Verhandlungen mit der Fiducia

Der GAD-Aufsichtsrat hat die Fusionsgespräche zwischen den beiden letzten verbliebenen genossenschaftlichen Rechenzentralen ausgesetzt.

Die bisherigen Gespräche zwischen den genossenschaftlichen Rechenzentralen, die IT-Dienste für die Volks- und Raiffeisenbanken betreiben, waren Anfang Februar ins Stocken geraten. Der Fiducia-Aufsichtsrat hatte die von einem Sondierungsgremium gemeinsam erarbeiteten Rahmenbedingungen in Frage gestellt. Insbesondere der Vorschlag, eine Steuerungsgesellschaft am Standort Frankfurt mit paritätischer Zusammensetzung zu gründen, fand keine Zustimmung.

Offene Fragen zur Steuerung

Nun konterte die GAD: "Der Aufsichtsrat steht nach wie vor hinter den bisherigen Ergebnissen, die auf Vorstandsebene zwischen GAD und Fiducia und auf der Ebene der Aufsichtsratsvorsitzenden beider Häuser verhandelt worden sind und zum jetzigen Zeitpunkt vorliegen", betonte der GAD-Aufsichtsratsvorsitzende Werner Cordes. "Eine Zusammenführung der Unternehmensgruppen halten wir nach wie vor für sinnvoll. Allerdings nur dann, wenn das Konzept in seiner Gesamtheit und mit den bislang vereinbarten Rahmenbedingungen realisiert wird." Der Aufsichtsrat habe daher beschlossen, weitere Gespräche so lange auszusetzen, bis die Fiducia den Vorschlägen der Sondierungsgruppe ebenfalls zugestimmt haben.

Das erarbeitete Konzept sieht eine Zusammenführung der Rechenzentralen unter dem Dach einer gemeinsamen Steuerungsgesellschaft vor. Die beiden Gesellschaften GAD und Fiducia sollen danach mit ihren Kernfunktionen und Standorten erhalten bleiben.

Als Sitz der Steuerungsgesellschaft war wegen seiner zentralen Lage und seiner strategischen Bedeutung als Finanzstandort Frankfurt am Main vorgesehen. Der Start der Steuerungsgesellschaft war ursprünglich für Ende 2006 mit rund 50 bis 70 Stellen geplant, die neben Vorstand und zweiter Führungsebene auch einige operative Funktionen beinhalten sollten. Die Gremien sollten paritätisch besetzt werden, um die Interessen der jeweiligen Bankengruppen in den nächsten Jahren gleichgewichtig zur Geltung kommen zu lassen.

Die Idee, die IT-Verantwortung innerhalb der genossenschaftlichen Finanzdienstleister weiter zu bündeln, ist nicht neu. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der genossenschaftlichen Rechenzentralen (AGR) wurde schon vor rund drei Jahren eine intensive Zusammenarbeit erörtert. Damals hatte die GAD bereits die Gründung einer Holding vorgeschlagen, um stufenweise die Zusammenführung der genossenschaftlichen IT zu realisieren. (jha)