Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Zugriff auf 15 Millionen Flugtarife


25.05.1990 - 

Galileo setzt beim Netzwerk-Management auf Netmaster

Beim Reservierungssystem "Galileo", das ab Herbst '90 sämtlichen Reisebüros in Europa angeboten werden soll, entschied sich das DV-Management für einen Take-off mit Netmaster.

Im Bereich der Netzwerk-Architektur schlägt die Gesellschaft für Reisereservierung - vielleicht nolens volens - SNA-Wege ein, wobei sich aber die herkömmliche Stern-Vernetzung als ungeeignet erwies.

Als man sich bei Galileo für den Einsatz von Netmaster entschied, wähnten die Entscheider das Partnerunternehmen Covia im Hintergrund, wo IBMs Netview-Strategie, von Kritikern auch als FUD-Politik (FUD: fear, uncertainty, doubt) bezeichnet, ebenfalls eine Absage erteilt worden war. Den Grund für den Erfolg des jetzt von Systems Center angebotenen Tools sehen die DV-Verantwortlichen von Galileo in erster Linie in der Benutzerfreundlichkeit und der Benutzerfreundlichkeit und leichten Programmierbarkeit, die durch die spezielle 4GL-Sprache NCL (Network Control Language) ermöglicht wird - Punkte, die auch in einer einschlägigen IDC-Studie vom letzten Jahr hervorgehoben wurden.

Voraussetzung dieser differenzierten Eigenschaften ist das absolut sicherere Beherrsche der eigentlichen Aufgabe, nämlich des Netz-Managements. Ein solches System muß gerade in einer so komplexen Umgebun wie Galileo in der Lage sein, auch auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren zu können. Phil Hawker, Manager für das Network Development bei Galileo, verwies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkie einer grafischen Benutzeroberfläche, die es ermöglicht, kritische Situationen, wie zum Beispiel eine Verbindungsunterbrechung zu einer Partner-Airline, rasch zu erkennen und zu beheben.

Eine Installation Ó la Galileo ist nach Meinung von Hawker in zweierlei Hinsicht von Hawker in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich. Zunächst ist es eine Konfiguration der späten 80er Jahre: "Die Anwendungen, auf denen unser Geschäft beruht, sind nur aufgrund der technischen,Entwicklungen der letzten Jahre möglich geworden." Zweitens hat es sehr früh eine Öffnung in Richtung auf den europäischen Markt gegeben: Der Standort Swindon für das Galileo-Rechenzentrum ist Ausdruck dieser modernen Ausrichtung. Swindon ist ein typisches High-Tech-Gebiet, das sehr stark expandiert. Es stehen viele gut ausgebildete Angestellte verschiedener Nationalität zur Verfügung, die bewußt bei Galileo eingestellt wurden, um international operieren zu können.

Diese Offenheit spiegelt sich auch bei der Mannschaft im Rechenzentrum wider, wo ein ständiger Personalaustausch zwischen dem Headquarter und den regionalen Partnern, den verschiedenen nationalen Fluggesellschaften, stattfindet.

Organisation spiegelt Architektur wider

Er erleichtert den Erfahrungsaustausch zwischen der Zentrale und den regionalen Vertretungen. Nur, so erfährt die Zentrale die Wünsche der nächsten Netzwerk-Ebene, die als Bindeglied zu den anwendenden Agenturen fungieren. Andererseits lernen die Mitarbeiter der regionalen Knoten die weltweite Organisation und deren Möglichkeiten - nicht zuletzt die des Netzwerk-Managements - besser kennen.

Wie bei IBM-Installationen üblich, bildet SNA das Backbone und sorgt für den Verkehr mit den National Distribution Systems - kurz NDS (siehe auch Kasten "Hardware"). Die regionalen Verteiler übernehmen die Regie über alle intelligenten Workstations und Terminals vor Ort, die unter PC-DOS mit Window-Technik laufen.

Im Augenblick ist die intelligente Workstation mit dem Host-System über existierende Netzwerke verbunden, wobei ALC, BSC, Uniscope oder andere asynchrone Protokolle zum Einsatz kommen. Das nächste Stadium ist der Übergang zu regionalen Netzwerken, die auf SNA LU 6.2 basieren und durch Netzwerk-Knoten kontrolliert werden. Künftig sollen auch andere Protokolle, wie zum Beispiel X.25, unterstützt werden.

350 Gesellschaften haben bei Galileo unterschrieben

Phil Hawker zufolge handelt es sich beim Galileo-Rechenzentrum in Swindon um die größte nichtöffentliche derartige Einrichtung in Großbritannien und wahrscheinlich auch in Europa. Sie benötigt 15 Megawatt Stromleistung und besitzt eine unabhängige Stomversorgung (USV) gewaltigen Ausmaßes. Den anfragenden Reisevermittlern stehen insgesamt 144 MIPS und 640 Gigabyte Speicher zur Verfügung. Bisher haben 350 Fluggesellschaften bei Galileo unterschrieben und können 350 Fluggesellschaften kann man Auskünfte erhalten. Anders als das bisher bei "Start" in Deutschland üblich war, wird keine Reisegesellschaft bei der Abfrage bevorzugt, das "Neutral Availability Display" stellt die Flüge je nach Abfrage - zum Beispiel nach Reisezeit und kürzester oder preiswertester Verbindung - neutral dar. Nachdem vor kurzem ein Zugang zu den Datenbanken von British Airways ermöglicht wurde, haben auch deutsche Reiseveranstalter Zugriff auf 15 Millionen Flugtarife in der ganzen Welt.

Intelligente Workstations - keine dummen Terminals

Horst Trageiser, Manager für Galileo in Nord- und Mitteleuropa, glaubt, daß auf der letzten Internationalen Tourismusbörse in Berlin viele Interessenten für Galileo unter den hiesigen Reiseunternehmen gewonnen werden konnten. Er sieh neben dem Angebot von 76 Fluggesellschaften, auf die direkt zugegriffen werden kann auch Vorteile in der Konzeption bezüglich Hardware (keine dummen Terminals, sondern intelligente Workstations), Schulung und Preise.

Bis Mitte April waren 105 Reisebüros mit 250 PCs angeschlossen; Ende des Jahres sollen 340 Reisebüros bedient werden. Obwohl die Konkurrenzveranstaltung "Amadeus" in Deutschland Marktführer ist, glaubt man sich strategisch im Vorteil, nicht nur wegen der genannten Pluspunkte, sondern auch wegen der warteten Verspätung bei Einführug von Amadeus. Bekanntlich ist ein Kooperationsabkommen zwischen Amadeus und Sabre im Gespräch, was die Ablösung der Software von System/One und damit eine Verzögerung bei der endgültigen Fertigstellung bedeuten würde.

Von der Reservierung bis zu Rundum-Leistungen

Die Reisenden werden immer anspruchsvoller; sie verlangen nicht nur Flugreservierungen, sondern darüber hinaus zusätzliche Arrangements wie Fähren, Autovermietungen, Hotels, Transfers und andere Dienstleistungen. Im September/Oktober '90 wird die dritte Ausbaustufe den Direktzugriff auf Hoteldaten und Autovermietungen anbieten. Dann schlägt die Stunde der Mehrwertdienste, der Back-Office-Funktionen, die schon heute von verschiedenen Anbietern zur Verfügung stehen. Genannt sei hier nur Stinnes; Interfaces zu kleineren Back-Office-Partnern sind in Vorbereitung. Neben den Anbietern von Zusatzleistungen dieser Art werden auch die Hardware-Lieferanten IBM, Olivetti und Memorex-Telex von der kommenden Galileo-Offensive profitieren. Memorex-Telex spielt dabei in Deutschland eine besondere Rolle: der PC-Mer soll mit Hilfe von "Staging Centres" - für die Prüfung und den Vertrieb der von den Galileo-Vertragshändlern ausgewählten Geräte geradestehen.

Aufgrund des großen Interesses an Galileo hält Pierre Riedle, Marketing Planning Manager von Galileo Centre Europe, die Erreichbarkeit des Break-even schon in zwei bis drei Jahren für realistisch.

Eine typische Konfiguration einer Reservierungsanlage besteht aus mehreren PS/2-Rechnern, die per Token Ring vernetzt sind. Als Server dient ein PS/2-Modell 50 IWS (Intelligent Workstation) mit Kommunikations- und File-Funktionalitäten. Diese IWS agieren somit als dedizierte Galileo-Terminals für eine kleine- Agentur. In größeren Agenturen können PS/2-Modelle auch als Agentur-Management-Systeme konfiguriert werden, die zusätzliche Funktionen ermöglichen.

Die wesentlichen Software-Komponenten sind: TPF 2.3/HPA, MVS/XA und VTAM. Für die Netzwerk-Kommunikation werden LU 6.2 und IBMs Multi Processor Facility verwendet. Entsprechend den erforderlichen Verarbeitungs-Charakteristika werden Anwendungen auf verschiedene Systemumgebungen verteilt. Im Rahmen des neuen Netz-Managements stehen nun mehrere einzelne, auf SNA zugeschnittene Komponenten zur Verfügung:

- Easinet/Mai: Netzzugangskontrolle und Endbenutzeroberfläche,

- Netzwerk-Manager: Steuerung des logischen und pyhsikalischen Netzes,

- Info/Master als integriertes Konfigurations-/Problem- und Change-Management und

- Sys/Master zur Automatisierung des MVS-Systems.

Die meisten Partner von Galileo wollen den gleichen Netzwerk-Manager einsetzen, nur einige werden ihre bisherige Software beibehalten.

Den Unterschied zu gewöhnlichen SNA-Netzwerken beschreibt Phil Hawker so: "Wegen der großen Zahl der Terminals, die in die 'zigtausend geht, haben wir SNA als übliche Lösung eingesetzt, aber wir müssen die Art und Weise, wie SNA heute oft implementiert wird, für uns ablehnen. Eine zentrale Systemarchitektur mit dummen Terminals als Endgeräten kommt wegen der hohen Recoveryzeiten bei einem Zusammenbruch nicht in Frage." So müsse ein minutenschneller Wiederanlauf gewährleistet sein; in einer herkömmlichen SNA-Struktur würde dies mit vier Stunden entschieden zu lange dauern. Hawker: "Wir brauchen beim Ausfall sämtlicher Knoten nur eine halbe Minute bis zur erneuten Bereitschaft."

Jeder Galileo-Netzwerk-Knoten besteht aus zwei Computersystemen, die über sämtliche Kommunikationsfunktionen und dienste verfügen. Diese Systeme teilen sich "IBM 37XX Communication Control Units". Je nach den Anforderungen an die Funktionalität oder Leistung kann die Hardware-Konfiguration eines speziellen Knotens variieren.

Trritt irgendwo im Netz ein Fehler auf, so wird versucht, ihn immer so nah wie möglich an der Quelle zu beheben - das heißt zunächst im lokalen, dann im regionalen und erst, wenn das nicht mehr hilft, im zentralen System. Das Routing geschieht über ein Transaction Processing Facility (TPF)-System das SNA-Sessions konzentriert, Protokolle konvertiert und Bildschirmformate bedient. Über den Kommunikations-Manger wird die Kommunikation zwischen den Anwendungs-Elementen des Systems und dem jeweiligen Teilhaber verwaltet. Es ist auf intelligenten Workstations, den Prozessoren des Zentralsystems, im Netzwerkknoten und im Hostsystem des Teilnehmers vorhanden. Sämtliche Anwendungen verfügen über eine einfache Standard-Schnittstelle für Kommuounikationsdienste und benutzen LU 6.2, MPIF, Token Ring, Net Bios oder SLC-Dienste für physikalische Daten.

Der Datenmanager kontrolliert den Zugriff und die Änderung von Daten in der gesamten Galileo-Umgebung. Alle Anwendungen benutzen eine Standardmenge von Schnittstellen-Verben, um auf Daten zuzugreifen, Anfragen zu lokalisieren, Übertragungen über die Kommunikationsmanager zu organisieren und Daten an die Anwendungen im Standardformat zurückzureichen.

Keine Modifikationen beim Terminaltypwechsel

Traditionnelle TPF-Anwendungen kommunizieren mit Terminals über Nachrichten, die die physikalischen Charakteristika der zu adressierenden Terminals zu berücksichtigen haben. Wird ein neuer Terminal-Typ eingeführt, sind Programmodifikationen erforderlich. Galileo wird dieses Problem umgehen, indem es mit strukturierten Daten arbeitet anstatt mit konventionellen Messages. Benutzt wird dabei ein computerseitiges Nachrichtenformat, das entsprechend der zu transportierenden Informationen strukturiert und von den physischen Charakteristika der Empfängerseite unabhängig ist. Das empfangene Programm verarbeitet die Daten entweder direkt oder konvertiert sie in eine Form, die dem Terminal und Computersystem entspricht.

Um neue Reservierungs-Systeme zu integrieren, bietet Galileo spezielle Übergangspläne an. Sie sorgen dafür, daß die Migration durchgeführt werden kann. Nachdem ein neuer Reiseagent unterschrieben hat, wird ein Implementierungsplan entworfen, der die DÜ-Protokolle spezifiziert, Kommunikationseinrichtungen sowie Software installiert oder auch anpaßt.

Verfügbarkeit als wesentlicher Faktor

Als Migrationshilfen bieten sich verschiedene Protokolle an, so zum Beispiel ALC oder Uniscope. Ziel ist der Erhalt existierender Funktionalität und deren Erhöhung, je nach den Restriktionen, die ein spezieller Terminaltyp auferlegt. Wegen der hohen Änderungsrate bei Reservierungsinstallationen ist eine Netzwerkfunktion wesentlich: die Isolierung der zentralen Anwendung von den spezifischen Charakteristika des jeweilgen Terminaltyps. Das geschieht durch die Konvertierung der Nachrichten in allgemeine technische Standards, was einen Zugriff sämtlicher Terminaltypen auf die Funktionen im Galileo-Central-System gewährleistet.

Für Hawker ist die Verfügbarkeit abhängig von einem interaktiven Netzwerk-Management: "Der wesentliche. Geschäftsfaktor ist die Verfügbarkeit, und Verfügbarkeit ist absolut abhängig von, einem intakten Netzwerk. Wir sind in der Lage, das praktisch zu demonstrieren."

Galileo und IBM arbeiten weiter zusammen

Hardwareseitig wird die Verfügbarkeit durch eine Duplizierung oder gar Verdreifachung der wichtigen Komponenten unterstützt. Bei Galileo entschied man sich nach einem Auswahl- und Entscheidungsprozeß, der nicht öffentlich gemacht wird, für Netmaster. Das hindert nun Galileo und IBM aber nicht daran, auch weiterhin eng zusammenzuarbeiten. Das Management der Installation geschieht mit der IBM als Partner und mit 50 Mitarbeitern dieses Unternehmens. Es war auch ein IBM-Team, das Hillmead als Niederlassung für Galileo gefunden hat. Die Übersiedlung von Amsterdam wurde in nur 52 Tagen erfolgreich durchgeführt. Nach den jetzigen Planungen soll die endgültige Installation aus zwölf IBM 3090 bestehen, hinzu kommen weitere neun IBM 4381 sowie 13 Kommunikations-Controller 3745, 167 Platten-Boxen (3680er mit Über 600 Gigabyte Plattenspeicher).

Inzwischen hat man schon so viel Erfahrung mit Netmaster gesammelt, daß Phil Hawker behauptet, bei Galileo einige Netmaster-Anwendungen eleganter realisieren zu können als sie bisher der Hersteller selbst standardmäßig anbietet. Es gilt allerdings zu berücksichtigen, daß man keine Anwendung finden wird, die sich 1:1 übernehmen läßt. Der Umgang mit einer so großen Recheninstallation rechtfertigt die Bezeichnung von Galileo als einem Computer-Unternehmen - zumindest in einigen wichtigen Aspekten.

Wesentliches Charakteristikum eines CRS ist der ständige Wechsel in Art und Umfang der Installation. Neue Airlines werden angeschlossen, Reisebüros und Reiseagenturen erweitern ihr Netzwerk, Software wird ergänzt, neue Dienstleister bieten bieten neue Leistungen an. All das erfordert eine dynamische Integration - ohne daß die Möglichkeit bestünde, das System vorübergehend abzuschalten. Dazu Keith Thomas, Technical Leader Network Development aus dem Bereich Problem Managment: "Problem Management ist unser tägliches Geschäft. Wir sind darauf angewiesen, Probleme schnell zu identifizieren, zu bewerten und zu lösen." So haben wir PM definiert. Unsere Arbeit ist eine zentrale Aufgabe von Galileo. "PM diene dazu, jedwede Beeinträchtigung beim Service oder Kunden zu unterbinden - und das auf einem akzeptablen Niveau und zu vertretbaren Kosten. Es käme darauf an, Störungen des Transaktionssystems zu vermeiden und eine hohe Verfügbarkeit sowie Effizienz sicherzustellen.

Ein Ziel des Problem Management besteht in der elektronischen Assistenz und bei der Verwaltung der auftretenden Probleme. Das Mittel dazu ist der Info/Master, der die Dienste eines Repository zur Verfügung stellt.

Keith Thomas erläutert: "Info/Master liefert die Aufzeichnung von Problemen, Berichte darüber und die Möglichkeit, diese automatisch über direkte Verbindungen der Problem- und Change-Management-Systeme untereinander weiterzureichen. Gerade das schätzen viele Partner-Flugge-, sellschaften. Wir haben nämlich noch keine direkte Kontrolle über die Datenvermittlung, das machen wir über die Benutzung der Netzwerke der Partner." Die National Distribution Companies (NDC) spielen somit eine wesentliche Rolle; nur sie haben direkten Zugriff auf die angeschlossenen Reservierungs-End-systeme. Ein solches NDC ist zum Beispiel Galileo UK oder die Galileo Deutschland GmbH. Eine weitere wichtige Gruppe ist die der Leistungsanbieter; Hotelketten, Automvermietungen etc. Auch sie müssen in das Problem Management mit einbezogen werden. Als man sich vor 18 Monaten mit Hilfe eines IBM-Teams Gedanken über das geeignete Problem-Management machte, fiel die Wahl auf Netmaster's Infomaster System, weil es diese dreistufige Architektur-Galileo-Zentrale, NDC-Agenturen am flexibelsten unterstützt.

Große Flexibilität ist deshalb so wesentlich, weil die beteiligten Airlines eine ganz verschiedene Geschichte hinter sich haben. Es gibt sehr alte und sehr junge Gesellschaften. Einige haben schon über Jahre eigene Geschäftsabläufe auch hinsichtlich Problem- und Change-Management definiert. Man kann es sich nicht leisten, all diesen Organisationen die eigene Art und Weise des System-/Netzwerk-/Problem-/Change- oder Konfigurationsmanagements aufzuoktroyieren - und man will es auch nicht ja, man ist sogar stolz, daß man darauf verzichten kann und sieht darin den ,großen Wettbewerbsvorteil für Galileo. "Einige angeschlossene Dienstleister wollen sogar überhaupt kein Problem-Management, so daß wir Third-Party-Organisationen um Hilfe bemühen."

Ebenso wichtig wie das Problem-Management ist das Change-Management (CM), weil eine Anderung bei einem Partner den Vermittlungsprozeß der Dienstleistungen beeinträchtigen kann. Um dies in den Griff zu bekommen, sind Help Desks eingerichtet, die als Brennpunkte für Problem- und Change-Management fungieren. Jede Änderung, jedes Problem wird von Help Desk zu Help Desk weitergereicht. Im Service Centre existieren drei Bereiche: Operation Support Desk, Customer Support Desk und System & Network Communications Centre.

Das Operations Support Desk steht in unmittelbaren Kontakt zu denen der NDC-Partner, sie sorgen für die Kommunikationsverbindungen und die Kommunikationseinrichtungen, die Teil des Verteilungsnetzes sind. Diese Desks haben eine Hotline untereinander, weil Leitungen kritische Serviceelemente sind.

Der Customer Support Desk steht zu den NDC-Help Desks in Verbindung, damit er von diesen erfährt, was beim Benutzer passiert. Das geht per Telefon oder per Netmaster- unter Umständen unterstützt von Telefax. Der Customer Support Desk besteht aus einer Reihe von Terminals, die jeweils eine Reihe von Terminals bei bestimmten Agenturen in einem bestimmten Land repräsentieren. Von einem solchen Terminal aus können Buchungen vorgenommen werden, als stünde es direkt in dem entsprechenden Land.

Auf der Datenseite existiert zur Analyse ein Problem-Ticket. Das ist ein Record, indem das Problem nach, verschiedenen "Gesichtspunkten aufgeschlüsselt wiedergegeben wird: Priorität des Problems? Wer war der Anrufer? Wo sitzt dieser? etc.

Single Image statt eines Konglomerats von Tools

Einige Partner haben ihr eigenes Problem- und Change-Management System. Galileo muß in -der Lage seine eine dynamische Verbindung zu diesen anderen Systemen aufzubauen, zu diesen anderen Systemen aufzubauen. Man ist gerade dabei, diese Verbindungen zu implementieren. Der große Vorteil solcher Connectivity Art der Fortpflanzung und Bearbeitung der Probleme Konfigurierungen und Änderungen.

Wenn ein Problem, eine Konfigurierung oder Änderung auf einer Ebene Auswirkungen aufeiner Ebene Auswirkungen auf eine darüberliegende hat, wird diese automatisch mit einbezogen - die Anforderung wird sozusagen "eskaliert" bis zu der Stelle, wo sie letztendlich befriedigt werden kann.

Die umfassende Implementierung dieses Automatisierungsprozesses ist ein langwieriger Prozeß. "Wenn wir in der Lage sind, aus all den Partner-Datenbanken die entsprechenden Daten automatisch herauszuziehen und damit automatisch Berichte zu generieren, dann entsteht eine exzellente Management-Lösung. Mit einer solchen Gesamtheit an Daten läßt sich eine Vielzahl von geschäftsrelevanten Auswertungen erzeugen - zum Beispiel Trendanaylsen, Statistiken über Problemfälle etc.

Alle müssen ihr OK geben

Es ist klar, daß nach der technischen Bewältigung noch eine lange Zeit vergeht, bis man die wesentlichen Möglichkeiten verwirklicht haben wird. Wie das Problem-Management arbeitet auch das Change-Management mit denselben Info/Master-Daten. Obwohl das Change-Management noch nicht automatisiert ist, werden schon heute Prozeduren erzeugt, die das Change-Management anleiten und später automatisieren den. Heute müssen noch von der Änderunge Betroffenen informiert werden. Erst der letzte sein OK gegeben hat, wird die Änderung durchgeführt.

In der letzten Zeit war der größten Probleme unkontrollierte Änderungen bei den angeschlossenen Partnern, bei denen erst allmählich durch Diskussionen ein Problembewußtsein über die Auswirkungen solcher unkontrollierten Änderungen entsteht. Andererseits führt nicht jede solche Änderung gleich zu Katastrophen in der Zentrale. Die Drei-Stufen-Architektur hat den Vorteil der größeren Isolation der verschiedenen Netzteile und -ebenen gegenüber traditionellen SNA-Netzwerken. Wenn ein NDC einen neuen Agenten hinzugewinnt, sind Definitionen in de Netzwerk erforderlich, was aber niemals zu einer Unterbrechung des Core-Systems führen wird. Das wäre bei einem SNA-Netzwerk anders, wo es nur End-zu-End-Sessions gibt. Neue Agenturen lassen sich somit problemloser integrieren. Zukünftige Erweiterungen wie die Einbeziehung von Expertensystemen beziehungsweise neuronale Netzwerktechniken sind für Phil Hawker bis jetzt nur Schlagworte - er hat mit den vorhandenen Möglichkeit noch genügend Spielraum Neuerungen und Verbesserugen. Doch wenn Galileo einmal genauso lebendig wie sei Kunden werden so]I, wird es d nicht auch durch ein lebendiges (neuronales?) Netz widerspiegeln müssen? Auf die Antwort darf man gespannt sein.

*Gerd Rimek ist Fachredakteur bei Ferck Public-Relations GmbH, Frankfurt

Meilensteine der Entwicklung

Juli 1987: Galileo wurde auf der Grundlage einer Studie der Association of European Airlines gegründet. (Gründer: Aer Lingus, Alitalia, Austrian Airlines, British Airways, KLM, Olympic, Sabena, Swissair, TAP und Covia United Airlines)

April 1988: Galileo zieht in sein neues Hauptquartier in Sindon, GB, wo neben der Hauptverwaltung auch das Rechenzentrum installiert wird.

Mai 1989: Galileo's neues Rechenzentrum beginnt planmäßig mit der Installation der Computerausrüstung.

September 1989: Das Rechenzentrum wird von Dr. Umberto Nordio, Vorsitzender des Aufsichtsrates bei; Galileo, eröffnet.

November 1989: Galileo startet Beta-Tests mit irischen Reiseagenturen für das Galileo Release 1-Produkt (neutrale Flugverfügbarkeit)

Frühjahr 1990: 2. Produkt (Release 2). Internationales Tarifberechnungs-System inklusive Integration nordamerikanischer Preise.

September 1990: Das zentrale System wird installiert sein.

Bis heute haben zirka 350 Fluggesellschaften das Galileo Airline Participation Agreement unterzeichnet.

Ausstattung des Central Systems

Hardwarebasis

Rechenleistung: 144 MIPS Speicher: 640 CB

12 mal IBM 3090 Model 280E konfiguriert als Mehrfachprozessoren-Cluster unter TPF 2.3/HPO (Transaction Processing Facility High Performance Option)

9 mal IBM, 4281, 13 mal 3745 Kommunikations-Controller, 167 Plattenlaufwerke

Kommunikation

Die Rechner sind via Communications Manager-Software und Channel-Hardware verbunden. 1500 -Nachrichten pro Sekunde können verarbeitet werden.

Ein oder mehrere MVS-Systeme für Transaktionsverarbeitung für geringe Raten von Nachrichtenübermittlungen. Geplant ist der Einsatz von Integrated Data Management System (IDMS) mit einer Reihe relationaler Datenbanken.

Unterbringung

Auf 32 000 Quadratmeuntern sind untergebracht: Computer-Einrichtungen, Energie-Gebäude, Treibstoff-Lager, Parkplätze.