Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

11.03.1994

Gang zur Boerse fruehestens 1996 moeglich Postreform II soll Kapital in die Kassen der Telekom bringen

BONN (CW) - Das Ueberleben der Telekom haengt von der Postreform II ab. Sowohl Telekom-Vorstand Helmut Ricke als auch Bundespostminister Wolfgang Boetsch zeichneten anlaesslich einer Tagung des Wissenschaftlichen Instituts fuer Kommunikationsdienste ein duesteres Bild von der Finanzlage des Carriers. Nur die rasche Umwandlung in eine Aktiengesellschaft (AG) koenne Gelder in die Kassen der Telekom bringen.

Ginge es nach dem Willen Rickes, wuerde die Ueberfuehrung der Telekom in ein privatrechtliches Unternehmen lieber heute als morgen erfolgen. Aus Sicht der Telekom koenne dieser Schritt schon zum 1. September 1994 vollzogen werden. Voraussetzung: Das Gesetzgebungsverfahren fuer die zweite Stufe der Postreform muss bis zum Juli abgeschlossen sein.

Die Postreform I hat nach Ansicht von Minister Boetsch den Unternehmen der Deutschen Bundespost nicht den Freiraum gebracht, der im Wettbewerb mit internationalen Konkurrenten erforderlich ist. Die Telekom erhalte nur in der Rechtsform einer AG die Chancengleichheit mit privatrechtlich organisierten Wettbewerbern in anderen Laendern, betonte Boetsch die Notwendigkeit der Postreform II.

Kritisch sehen Boetsch und Ricke das Absinken der Eigenkapitalquote auf gegenwaertig 22 Prozent durch das Investitionsprogramm von 60 Milliarden Mark in den neuen Bundeslaendern. Das Postverfassungsgesetz schreibt 33 Prozent vor, vergleichbare Konkurrenten weisen eine Quote von 40 Prozent und mehr auf. Durch die Umwandlung in eine AG, so Boetsch, sei das Finanzierungsproblem am besten und fuer die Telekom am wirtschaftlichsten zu loesen.

Fuer die Telekom hat die Eigenkapitalfrage laut Ricke absolute Prioritaet. Es sei unverzichtbar, die Boersenerloese zumindest der ersten Tranchen dem Unternehmen zuzufuehren, sagte der Telekom-Chef in Bonn. Der Gang an die Boerse wird nach Ansicht von Experten fruehestens 1996 moeglich sein.