Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.


06.09.2005

Ganswindt übernimmt Siemens-Com-Chefsessel

Siemens-Vorstandsmitglied Thomas Ganswindt übernimmt das Ruder in der Kommunikationssparte Siemens Communications.

Das hatte sich Mitte April 2005 noch ganz anders angehört: Seinerzeit präsentierte Com-Chef Lothar Pauly seinen Mitarbeitern in der hauseigenen Mitarbeiterpostille "Siemens Welt" optimistisch, im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs (Ende: 30. September 2005) hätten sechs der acht Com-Geschäftsfelder schwarze Zahlen geschrieben, vier davon bereits ihre Zielmargen erreicht.

Und noch vor acht Wochen sagte Pauly, Siemens werde seine Kommunikationssparte ohne fremde Hilfe in rosigere Zeiten führen. Eine Fusion etwa mit Alcatel oder Nortel sei extrem komplex. Zudem müsse man bei solch einer Aktion sehr viel Geld in die Hand nehmen, um erhoffte Synergien auch tatsächlich wirksam werden zu lassen. Die anstehenden Probleme löse man da doch lieber allein.

Geschasst oder gutes Angebot?

Jetzt gehen die Meinungen auseinander, ob Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld seinen ehemaligen Hoffnungsträger fallen ließ oder ob dieser ein sehr gutes Angebot von der Telekom bekam. Noch vor zwei Wochen hatte Kleinfeld in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" Pauly den Rücken gestärkt. Auf die Frage, ob er, Kleinfeld, volles Vertrauen zu Pauly habe, antwortete der oberste Siemens-Manager, man habe einen Vorstand, der seine Ärmel hochkrempelt. Zudem sei man sich bewusst, dass die Aufgaben sehr schwierig sind.

Pauly leitete seit Oktober 2004 die Siemens Com. Diese war aus der Verschmelzung der Bereiche ICM (=Information and Communications Mobile) und ICN (=Information and Communications Network) hervorgegangen. Sowohl ICM als auch ICN hatten jeder für sich ihre Probleme nicht schultern können. Mit der Zusammenlegung wollte Siemens dem Trend zur Verschmelzung von Sprach- und Datenkommunikation gerecht werden. Zudem sollte das Firmenkundengeschäft durch attraktivere Komplettlösungen gestärkt werden.

Die Com-Bilanz des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2004/05 blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück: Der Umsatz fiel gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von knapp 3,4 auf 3,3 Milliarden Euro. Der Vorjahresgewinn von 209 Millionen Euro verwandelte sich zwischen April und Juni 2005 in einen Verlust von 70 Millionen Euro.

Nicht so trübe

Bei Betrachtung der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres allerdings sieht die Bilanz nicht so trübe aus: Zwar fiel auch hier der Umsatz ganz leicht auf 10,17 Milliarden Euro. Und auch der Gewinn reduzierte sich von 469 auf 431 Millionen Euro. Damit aber führt Siemens Com immer noch die zwölf großen Geschäftsbereiche des Münchner Weltkonzerns in puncto Umsatz an. Beim Gewinn liegt der Pauly-Bereich an fünfter Stelle. Nur die Geschäftssegmente Automation und Antriebstechnik, Energie, Medizintechnik und Siemens VDO schnitten besser ab. Das eigentliche Sorgenkind Kleinfelds ist der IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) mit einem akkumulierten Verlust von 263 Millionen Euro.

Nun geht Pauly zu T-Systems, der Tochter der Deutschen Telekom. Dort übernimmt er die durch den plötzlichen Tod von Konrad Reiss im Frühjahr 2005 vakant gewordene Position des T-Systems-Vorstandschefs. Er zieht zudem in den Telekom-Vorstand ein.

"Unter Führung von Thomas Ganswindt wird das neue Vorstandsteam energisch und konsequent daran arbeiten, dass sich das Geschäft von Communcations zukunftsorientiert weiterentwickelt", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Die IG Metall rechnet damit, dass nach der Bundestagswahl 3000 Stellen bei Com gestrichen werden. (jm)