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19.02.2007

Gartner: Deutsche CIOs müssen weiter sparen

Während IT-Leiter weltweit mit drei Prozent mehr Budget rechnen, schnallen viele deutsche IT-Chefs den Gürtel enger.

Laut der jüngsten CIO-Umfrage von Gartner rechnen die IT-Chefs hierzulande für 2007 durchschnittlich mit einem Rückgang ihrer Budgets um 1,1 Prozent. Diese Entwicklung ist nach Einschätzung von Gartner-Analyst Martin Plessow in erster Linie darauf zurückzuführen, dass etwa jede dritte IT-Abteilung zum Teil signifikante Kürzungen hinnehmen muss. Die beiden weite- ren Drittel gehen von stagnierenden Budgets beziehungsweise Erhöhungen bis zu drei Prozent aus.

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Unternehmens- und CIO-Prioritäten 2007

Kurzfristige Erwartungen der Geschäftsleitung an die IT

• Optimierung der Geschäftsprozesse.

• Kontrolle der Kostenstruktur des Unternehmens.

• Aufbau, Erhalt und Ausbau von Kundenbeziehungen.

• Verbesserung der Mitarbeiter-Effizienz.

• Umsatzsteigernde Maßnahmen.

Kurzfristige IT-Strategien der CIOs

• Qualität der IT-Dienstleistungen verbessern.

• IT-Governance optimieren.

• Verbindung zwischen Business und IT verbessern.

• Den geschäftlichen Nutzen der IT demonstrieren.

• Geschäftliches Know-how in der IT aufbauen.

Quelle: Gartner EXP

Die IT muss mehr tun

Gartner hat im Rahmen des CIO Survey weltweit die Antworten von mehr als 1400 IT-Managern ausgewertet. Das durchschnittliche Budget der Befragten beträgt den Analysten zufolge etwa 90 Millionen Dollar. Damit verfügen die Teilnehmer an der Umfrage insgesamt über mehr als 100 Milliarden Dollar, die sie für IT ausgeben können.

Die Antworten machen deutlich, dass die Erwartungen der Unternehmensleiter an die IT nicht unbedingt mit den Zielen der CIOs übereinstimmen. "Es wird erwartet, dass die IT mehr tut als bisher", erläutert Plessow. Um die Jahrtausendwende hätten die IT-Abteilungen einen Großteil ihrer Glaubwürdigkeit verspielt. In den Jahren bis 2005 war dann das große Thema, Kosten einzusparen und effizienter zu wirtschaften. Dies sei Plessow zufolge in weiten Teilen gelungen. Außerdem hätten die CIOs damit auch Vertrauen zurückgewonnen. "Doch das reicht nicht aus", mahnt der Analyst. Es genüge nicht, einen effizienten IT-Shop zu betreiben. Rund zwei Drittel aller Unternehmen wollen 2007 schneller wachsen als der Markt. Dazu soll die IT einen signifikanten Beitrag leisten.

Doch nach wie vor gibt es eine Diskrepanz zwischen den Ansprüchen aus den Vorstandetagen und dem, wie die IT-Mannschaften ihre Zeit verbringen, stellt Plessow fest. Viele CIOs seien immer noch hauptsächlich auf der operativen Schiene unterwegs und vernachlässigten die Business-Seite. Sie konzentrierten sich zu sehr auf den Serviceaspekt und dächten an die Steigerung der Effizienz.

Dabei wissen die IT-Verantwortlichen schon seit Jahren, dass sie sich in die Unternehmensprozesse einmischen und das Wachstum beschleunigen sollen. "Getan haben sie jedoch nichts." In den zurückliegenden Jahren seien viele IT-Leiter hauptsächlich damit beschäftigt gewesen, die Kosten in den Griff zu bekommen. "Da blieb nicht viel Raum und Geld, sich mit innovativen Ideen zu beschäftigen." Das Management habe diese Haltung geduldet. Angesichts von Budgetkürzungen habe man nicht erwarten können, dass die IT besonders kreativ und innovativ arbeitet. Das wird sich Plessow zufolge jedoch ändern.

"Die CIOs können nicht länger auf bewährte Maßnahmen setzen wie die Verbesserung betrieblicher Abläufe, die Senkung der IT-Kosten und Automation, um die Erwartungen der Unternehmen zu erfüllen", meint auch Mark McDonald, Group Vice President von Gartner. "Um im Jahr 2007 erfolgreich zu sein, ist es erforderlich, dass sich das Unternehmen von anderen abhebt, um Kunden zu gewinnen und zu halten." Dazu müssten sich die IT-Abteilungen neu aufstellen und die eigenen Mitarbeiter mit den dafür notwendigen Fähigkeiten ausstatten.

IT-Projekte für mehr Wachstum

Künftige IT-Projekte fördern laut Gartner das Wachstum der Unternehmen. Es gelte, neue Umsatzströme, Märkte und Kunden zu erschließen. Dieser Trend sei allerdings global wesentlich ausgeprägter als in Deutschland. Zwar habe sich im vergangenen Jahr auch hierzulande die Konjunktur verbessert. Es dauere jedoch eine Weile, bis sich dies auch auf der IT-Seite bemerkbar mache.

An dem Trend, dass die IT ihren Beitrag zum Geschäft leisten muss, würden aber auch die deutschen CIOs nicht vorbeikommen, meint Plessow. Vielleicht verlaufe die hiesige Entwicklung ein wenig langsamer und konservativer. Eine Alternative dazu gebe es jedoch nicht.

Nachfrage nach neuer Technik

Plessow geht davon aus, dass sich der anhaltende Aufschwung über kurz oder lang auch in den IT-Budgets niederschlagen wird. Ob es im Jahr 2008 ein, zwei oder drei Prozent sein werden, hänge jedoch auch von der allgemeinen ökonomischen Situation und der Konjunkturentwicklung ab. Der Trend sei bereits spürbar: Gartner habe im vergangenen halben Jahr auch in Deutschland eine verstärkte Nachfrage nach neuen Technikthemen wie beispielsweise SOA registriert. Er rechne deshalb damit, dass an dieser Stelle künftig merklich mehr investiert werden wird. (ba)