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09.01.2004 - 

Blick in die Glaskugel/Leichter Anstieg der weltweiten IT-Ausgaben

Gartner gibt Tipps für das Jahr 2004

IT-Manager stehen im nächsten Jahr vor der Aufgabe, die Kosten zu senken und dennoch wichtige Innovationen auf den Weg zu bringen. Hier einige Vorschläge für diesen schwierigen Drahtseilakt.Von John Mahoney und Mark Raskino*

IT-Manager und Chief Information Officers standen in den letzten Jahren unter enormem Druck, Kosten zu reduzieren. Es gibt jedoch Anzeichen, dass sich diese Situation etwas verändern wird. Umfragen von Gartner unter CIOs und anderen IT-Entscheidern zeigen, dass die Zuversicht wächst und nächstes Jahr wieder mit einem leichten Anstieg der IT-Ausgaben zu rechnen ist.

Während des Abschwungs gelang es den CIOs, ihre IT-Services aufrechtzuerhalten und zugleich Kosten zu senken, indem Upgrades verschoben und Projekte abgesagt wurden, die keine Kernfunktionalität betrafen. 2004 wird es nun eine der dringendsten Aufgaben sein, Schwachstellen auszumerzen, die durch diese Maßnahmen entstanden sind.

Viele CIOs haben im Zuge der Kostenkontrolle die Laufzeit der Server, PCs und anderer Ausrüstung verlängert. Einige von ihnen werden deshalb die anlässlich der Bedrohung durch die Datumsumstellung zum Jahr 2000 gekaufte Hardware noch nicht ersetzt haben. Ein guter Teil dieser Anlagen ist heute vier Jahre alt. Man kann zwar davon ausgehen, dass PCs auch fünf Jahre statt drei Jahre im Einsatz bleiben können. Jedoch lassen sich solche Sparbemühungen nicht endlos fortschreiben. IT-Verantwortliche sollten ernsthaft erwägen, Server und PCs, die 1999 und davor erworben wurden, auszuwechseln. Gleichzeitig sollte wieder ein regelmäßiger Austauschplan in Kraft treten.

Schafft ein Unternehmen zeitgemäße Hardware an, muss es jedoch darauf achten, die erreichte Konsolidierung und Rationalisierung beizubehalten. Die Manager haben hart gearbeitet, um neue Regeln, Verfahren und Kontrollmechanismen einzuführen, die für eine funktionierende IT sorgen. Zugleich haben sie die Kosten beschränkt und neue Projektrisiken gemanagt. Doch die neu geschaffene Effizienz geht ohne Kontrolle wieder verloren. Weitere Konsolidierung der IT-Struktur spart operative Kosten und entlastet das Budget.

Empfohlene Aktionen für 2004:

- Überlegen Sie ernsthaft, Hardware, die vor 2000 installiert wurde, zu ersetzen.

- Identifizieren Sie Möglichkeiten, wie Sie IT einsetzen können, um die Effizienz im Unternehmen zu steigern.

- Entwickeln Sie Maßstäbe und Pläne für Upgrade-Programme von PC-Hard- und -Software.

Mit der Entwicklung Schritt halten

Angesichts der schwierigen Bedingungen in den letzten Jahren hat man neue Technologien gerne ignoriert. So haben sich viele IT-Entscheider den Besuch von Messen und Ausstellungen gespart. Die Besucherzahlen der CeBIT sanken 2002 um 18 und 2003 nochmals um 20 Prozent. Dieser Isolationismus birgt das Risiko peinlichen Unwissens, wenn IT-Mitarbeiter und/oder das Management die Meinung ihrer CIOs über neueste Techniktrends einholen wollen.

Viele Hersteller haben ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung auf hohem Niveau beibehalten und ihre Technologien auch während der Rezession substanziell fortgeschrieben. Deshalb sollte man sich mit einigen der neuen Technologien vertraut machen. Berichte zu lesen reicht in diesem Fall allerdings nicht aus. Es ist wichtig, sich aus erster Hand über die Neuheiten zu informieren, um die Stärken und Schwächen der Entwicklungen auch im Hinblick darauf einschätzen zu können, welche Chancen oder Gefahren sie für das eigene Unternehmen mit sich bringen. Der Enthusiasmus der Anbieter sollte aber mit unabhängigen Stimmen abgewogen werden.

In einigen Fällen werden CIOs feststellen, dass eine neue Technologie noch nicht relevant für das eigene Unternehmen ist. Zum Beispiel sind Tablet PCs erst für bestimmte begrenzte Anforderungen geeignet. Die neuerdings vermarktete dritte Generation der Mobiltelefone (G3) wird 2004 noch nicht relevant sein - die erforderlichen Dienste sind dort, wo sie gebraucht würden, bisher nicht verfügbar, und die Akkus der Geräte müssen bislang viel zu häufig aufgeladen werden. Eine bessere Möglichkeit, die mobile Zukunft zu erkunden, bieten die GPRS-Dienste (General Packet Radio Services). Die Welt des mobilen Handels kann man so jetzt schon erleben.

Technologien, die Sie sich 2004 ansehen und erproben sollten:

- Linux-Desktops mit Open-Source-Anwendungen

- neue Mobilgeräte, die Telefon, Kamera und PDA verbinden

- Blade-Server

- RFID-Technik

- Telefongeräte, die sich mit einem Wireless LAN verbinden und Stimme im Internet übertragen (Voice over IP).

- neue Elektronikprodukte für den Endverbraucher wie Apples iPod und iTunes, die E-Commerce und Micropayments in Aktion zeigen

- neu entstehende Anwendungen für Web-Services basierend auf .NET oder Java

Während die IT-Manager dabei sind, versäumte Entwicklungen nachzuholen, müssen sie damit rechnen, dass lange verschobene Projekte zu neuem Leben erweckt werden. Auch Entwickler werden neue Technologien und Methoden vorschlagen, die in den letzten beiden Jahren gereift sind. Es wird also erforderlich sein, Richtlinien aufzustellen und Regeln zu formulieren, die dem Rechnung tragen. Während des Abschwungs war es durchaus angebracht, einige technologische Fragen offen zu lassen. Jetzt ist es aber an der Zeit, für bestimmte Bereiche klare Grundsätze aufzustellen. Sonst besteht die Gefahr, dass im ersten Durcheinander lokaler Projekte Präzedenzfälle entstehen, die später bereut werden.

Die folgenden Themen sollten Sie nicht zu lange ungeklärt lassen:

J2EE oder .NET: Entscheiden Sie, ob entweder einer dieser Ansätze oder die Integration von beiden für die Entwicklung und den Zugriff auf Anwendungen verfolgt werden soll.

Linux und Open-Source-Software: Entscheiden Sie, inwieweit und auf welche Weise Ihr Unternehmen Linux einführen soll. Entscheiden Sie auch, ob Sie Open-Source-Software in anderen Bereichen erlauben.

Drahtlose Anwendungen: Nachdem viele Geräte schon mit drahtlosen Technologien geliefert werden, sollten Sie über Grundsätze und Strategien für deren Einsatz entscheiden. Wichtig hierbei: die Kostenfrage, insbesondere TCO, sowie die Sicherheit.

Outsourcing: Erarbeiten Sie eine grundsätzliche Position im Hinblick auf ein globales Outsourcing. Oder erstellen Sie zumindest einen Plan, in dem die Gründe für und gegen das Outsourcing sowie das Wie und Wo von Aufträgen an externe Service-Provider festgehalten sind.

"Legacy"-Anwendungen: Entscheiden Sie, wie Sie aus älteren Anwendungen, die gut laufen und/oder unersetzbar sind, dauerhaft mehr Leistung extrahieren können. Überlegen Sie, ob Sie wichtige Prozessroutinen herauslösen und umschreiben können, damit sie sich als Komponenten in eine serviceorientierte Architektur eingliedern lassen.

Qualifikationen überprüfen

Was Anwendungen wert sind, die für eine serviceorientierte Architektur geschaffen wurden, wird sich in dem Moment zeigen, in dem Unternehmen beginnen, ihre Prozesse neu auszurichten. Allerdings stehen heute in nur weniger als der Hälfte aller großen und mittleren Unternehmen jene Spezialisten zur Verfügung, die in der Lage wären, Betriebsprozesse aufzuzeigen, zu modellieren und zu verändern. Externe Dienstleister haben zwar diese Qualifikationen, können sie jedoch nicht so gut wie interne Mitarbeiter einsetzen, die über das Wissen und die Erfahrung verfügen, wie das eigene Unternehmen und Mitbewerber der Branche tatsächlich funktionieren. Die internen Mitarbeiter müssen sich also die Qualifikationen aneignen, um an den Prozessen arbeiten zu können.

Der Mangel an Qualifikation zeigt sich typischerweise in Perioden des Wachstums, und 2004 wird das nicht anders sein. Die qualifizierten Mitarbeiter werden nach einer Phase stagnierender Gehälter vermutlich unruhig werden. Gleichzeitig sind neue Qualifikationsprofile notwendig. Abgesehen von der Prozessqualifikation brauchen die IT-Abteilungen künftig Mitarbeiter, die erfahren im Risiko- und Sicherheitsmanagement sind und die etwas von Unternehmensarchitekturen, Anwendungsintegration und mobilen Technologien verstehen.

Empfohlene Aktionen für 2004:

- Investieren Sie in den Aufbau von Qualifikationen, die Prozessanalyse und -entwicklung beinhalten.

- Beginnen Sie damit, auch die anderen erforderlichen neuen Qualifikationen zu entwickeln oder einzukaufen.

- Richten Sie Gruppen mit Prozessqualifikation ein, die Unternehmensabteilungen zur Seite stehen, die ihre Prozesse verändern möchten.

- Identifizieren Sie leistungsfähige Mitarbeiter mit Schlüsselqualifikationen oder der Fähigkeit, sich diese anzueignen, und bieten Sie ihnen finanzielle Anreize.

Blick über die Grenzen der Abteilungen

Mit der Prozessqualifikation fällt es den IT-Abteilungen leichter, ihre Dienste anderen Abteilungen im Unternehmen anzubieten. Doch CIOs sollten den Blick auch über die Grenzen der Abteilungen und des eigenen Unternehmens hinaus richten. Unternehmensstrategien beziehen heute zunehmend auch externe Partner ein. Viele dieser Strategien werden die enge Einbindung der IT-Abteilung erfordern. Als Beispiele für solche Strategien sind Fusionen und Aufkäufe zu nennen - die in allen Bereichen weitergehen werden -, aber auch Partnerschaften, um elektronische Marktplätze ins Leben zu rufen.

Die Wirtschaftswelt wird komplexer. Sie wird globaler, und Unternehmen unterliegen engeren Vorgaben für ihre Leistung und das Marktverhalten. Sie bauen öfter auf Zulieferer und werden virtueller. Und wenn die Kostenschraube nicht weiter zu drehen ist, versuchen viele, wichtige Betriebsvorgänge zu beschleunigen und die gewonnene Schnelligkeit als Waffe auf heiß umkämpften Märkten einzusetzen.

Um diesen immer schneller wechselnden Zyklen gerecht zu werden, müssen CIOs beginnen, IT-Infrastrukturen zu planen, die den Anwendungen in Echtzeit zur Verfügung stehen. Die Hersteller werden zwar noch ein Jahrzehnt brauchen, um ihren Traum vom selbstheilenden, stufenlos skalierbaren Utility Computing zu realisieren. Doch sie sind auf dem Weg dorthin. Und was das Infrastruktur-Management betrifft, sind bereits tatsächliche Fortschritte zu verzeichnen.

Empfohlene Aktionen für 2004:

- Evaluieren Sie die Fortschritte auf dem Weg zur Echtzeit-Infrastruktur und achten Sie auf die wahrscheinliche Zeitperspektive.

- Sorgen Sie für eine System-Migration weg von den Legacy-Plattformen, damit Sie den Trend zur Server-Virtualisierung nutzen können.

Komplexität antizipieren

Die Konvergenz der Entwicklungslinien in Wirtschaft, Unternehmen und Technologie wird die betrieblichen Prozesse noch komplexer machen und zu abrupten Veränderungen und Brüchen führen. CIOs müssen die Faktoren identifizieren, analysieren und antizipieren, die ihr Unternehmen beeinflussen und die Komplexität erhöhen. Sie sollten in den Bereichen IT-Governance, Architektur und Service-Management die entsprechenden Antworten parat haben.

Der Wandel wird die IT-Abläufe weiterhin beeinflussen. CIOs sollten ihre Planungen für das kommende Jahr überprüfen und mit den hier gegebenen Empfehlungen vergleichen. Wenn Abweichungen bestehen, sollten gute Gründe dafür vorliegen. Diese Empfehlungen sollen helfen, auch im nächsten Jahr das übergeordnete Ziel zu erreichen - nämlich ein stabiles Management der täglichen Anforderungen mit Investitionen in die Zukunft zu verbinden. CIOs werden die Kosten im Griff behalten und gleichzeitig ihre IT erneuern müssen. Das wird nicht leicht. Aber es lohnt sich. (cwi)

*John Mahoney ist Managing Vice President und Mark Raskino Research Director bei Gartner.

Zehn Maßnahmen für 2004

- Überlegen Sie ernsthaft, Hardware, die vor 2000 installiert wurde, zu ersetzen

- Identifizieren Sie Möglichkeiten, wie Sie IT einsetzen können, um die Effizienz im Unternehmen zu steigern

- Entwickeln Sie Maßstäbe und Pläne für Upgrade-Programme von PC-Hard- und Software

- Setzen Sie sich persönlich mit neuen Technologien auseinander

- Stellen Sie Richtlinien auf, wann und wie neue Technologien genutzt werden sollen

- Investieren Sie in den Aufbau von Qualifikationen, die Prozessanalyse und -entwicklung beinhalten.

- Richten Sie Gruppen mit Prozessqualifikation ein, die Unternehmensabteilungen zur Seite stehen, die ihre Prozesse verändern möchten.

- Identifizieren Sie leistungsfähige Mitarbeiter mit Schlüsselqualifikationen oder der Fähigkeit, sich diese anzueignen, und bieten Sie ihnen finanzielle Anreize.

- Evaluieren Sie die Fortschritte auf dem Weg zu einer Echtzeit-Infrastruktur, und achten Sie auf die wahrscheinliche Zeitperspektive.

- Sorgen Sie für eine Systemmigration weg von den Legacy-Plattformen, damit Sie den Trend zur Server-Virtualisierung nützen können.