Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.12.1998 - 

Für GUI-Entwicklung aber wenig gefragt

Gartner: Java vorerst noch im Intranet favorisiert

MÜNCHEN (CW) - Die Entwicklung von Java zur universell einsetzbaren Programmiersprache schreitet voran. Unklar ist jedoch, in welchem Maße das "abgespeckte C++" die Anwendungsentwicklung künftig dominieren wird. Die Gartner Group hat in die Kristallkugel geschaut.

Zu den wichtigsten Trends der nächsten Zeit zählt für Daryl Plummer, Vice-President und Research Director bei Gartner, daß Java neue Möglichkeiten bietet, wie Anwendungen entwickelt und im Unternehmensnetz verteilt werden können. Java-Applets werden dabei laut Plummer zunächst vor allem im Intra- oder Extranet genutzt werden, und nicht so sehr, wie in der ersten Euphorie erwartet, im Internet.

Für die Entwicklung von Unternehmensapplikationen wird Java als Plattform aber immer besser gerüstet sein, denn Tool-Hersteller konzentrieren sich zunehmend auf den Server-seitigen Einsatz der Sprache. Gefördert wird dieser Trend laut Gartner durch die absehbare Standardisierung von "Enterprise Javabeans" (EJB) sowie dadurch, daß bisherige Java-Entwicklungsumgebungen zu kompletten Applikations-Servern heranwachsen und sich als Anwendungsplattformen im Intranet etablieren (siehe Kasten "Entwicklung mit Java").

Zugleich bleibt abzuwarten, ob die Einheitlichkeit der von Sun gehüteten Java-Spezifikationen auf Dauer erhalten werden kann. Insbesondere durch Initiativen von Microsoft, das versucht, Java zu verwässern, als auch durch Sun Microsystems eigener störrischen Haltung, Java einer unternehmensneutralen Standardisierung zu unterziehen, wird die Weiterentwicklung rund um die Programmiersprache gehemmt. Analyst Plummer warnt Sun deshalb davor, sich zu sehr auf die Einhaltung des Labels "100% Pure Java" zu versteifen. Eine pragmatische Lösung könnte zum Beispiel so aussehen, daß Java für den Einsatz auf verschiedenen Plattformen zusätzlich einen Zugriff auf den nativen Code erhält. Sun scheint dies langsam zu begreifen und hat vor kurzem beispielsweise Zugeständnisse bei der Definition der Anwendungs-Schnittstellen (APIs) gemacht, die künftig von der gesamten Java-Gemeinde vorangetrieben werden kann und nicht mehr nur von den Lizenznehmern.

Als weiteren Meilenstein für die allgemeine Etablierung von Java erwartet Plummer, daß sich im kommenden Jahr der Support für die EJB weiter verbessert und sie schon im Jahr 2000 allgemein verfügbar sein werden. Allerdings werden EJB lediglich 15 Prozent aller Java-Anwendungen abdecken. In der Zeit danach, so die Prognose weiter, bilden EJB schließlich einen allgemein akzeptierten Teil der Java-Plattform. Das Hauptaugenmerk der Kunden werde aber vor allem bei Architekturen wie der "Java Intelligent Network Infrastructure" (Jini) liegen. Letztere ist eine Java-Technik, mit deren Hilfe Anwender ohne Treiber oder andere zusätzliche Software fremde Netze und Geräte nutzen können.

Zahlreiche Java-basierte Geräte und Netzanwendungen werden darüber hinaus im kommenden Jahr dafür sorgen, daß die Technik zum Alltag möglichst vieler Anwender wird. Damit wird laut Gartner zugleich eine weitere Runde im Kampf mit Windows CE bei Embedded-Systemen eingeleitet. Erst kürzlich mußte Sun eine Attacke der Realtime Java Working Group parieren, zu der Hewlett-Packard und Microsoft gehören. Diese Gruppe will die Standardisierung von Java für Embedded-Systeme auch ohne den offiziellen Hüter der Sprache vorantreiben. Sun reagierte darauf mit der Auslieferung der vollständigen Version 1.0 der "Embedded-Java-Spezifikation" an seine Lizenznehmer und kündigte eigene Echtzeit-Erweiterungen für die Programmierplattform an.

Trotz wachsender Verbreitung von Java im Unternehmensnetz wird die Programmiersprache in den kommenden Jahren nicht alle Konkurrenz in den Schatten stellen. Analyst Plummer erwartet vielmehr, daß Java bis zum Jahr 2002 nur bei der Entwicklung von Logik mit 60 Prozent gegenüber etwa C++ und Visual Basic die Nase vorn haben wird (siehe Grafik "Java und die Alternativen"). Bei der Programmierung von Benutzer-Schnittstellen soll der Anteil lediglich 20 Prozent betragen und Alternativen wie XML oder DHTML weiterhin hoch in der Gunst der Benutzer stehen. Bei der Entwicklung von Netzarchitekturen soll im Jahr 2002 bei 40 Prozent aller Techniken Java beteiligt sein, Datentypen und -zugriffsmethoden werden dann zu 50 Prozent mit der Sun-Sprache realisiert.

Entwicklung mit Java

Entwicklungsumgebungen:Sun: "Java Developement Kit" (JDK), Microsoft: "Visual J++", Symantec: "Visual Café", IBM: "Visual Age for Java" sowie Sybase: "Power J".

Applikations-Server:Silverstream, Oracles "J Developer", Netdynamics, "Apptivity" von Progess Software, Bea mit "Weblogic", "Bolero" von der Software AG, IBMs "Websphere", "Haht Site" von Haht Software, Bluestones "Sapphire/Web", "Gemstone/f" sowie "Jbuilder" von Inprise.