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28.11.2003 - 

SCO riskiert mit Linux-Prozessen eigene Existenz

Gartner rät SCO-Usern zum Wechsel

LONDON (IDG) - Nach dem Motto "Viel Feind - viel Ehr" agiert derzeit SCO. Nachdem der Unix-Anbieter bereits IBM verklagt hat, droht er nun Novell mit rechtlichen Schritten im Falle einer Suse-Übernahme. Dabei riskiert SCO viel, denn dem Unternehmen könnte laut Gartner, wenn es vor Gericht verliert, die Pleite bevorstehen.

Auf die Anwaltskanzleien, die SCO im Streit um angebliche Patentverletzungen durch Linux vertreten, kommt viel Arbeit zu. Nachdem das Unternehmen bereits IBM vor den Kadi zerrte, droht SCO-Boss Darl McBride nun auch Novell mit einer Klage, falls die Netzwerker die Nürnberger Suse AG wie geplant übernehmen. Beim Verkauf von "Unix System V" im Jahr 1995 an SCO, so McBride, habe Novell einen "Nichtangriffspakt" mit seinem Unternehmen geschlossen und darin zugesichert, SCO in seinem Kerngeschäft keine Konkurrenz zu machen. Dieser Darstellung widerspricht Novell.

Ein großer Linux-Anwender soll exemplarisch verklagt werden

Darüber hinaus sucht McBride noch nach einem öffentlichkeitswirksamen Prozessgegner unter den Anwendern. Hier schwebt dem SCO-Chef ein Unternehmen mit vielen Linux-Servern vor, das er wegen illegaler Verwendung des Unix-Quellcodes als warnendes Beispiel verklagen will. McBride hofft, damit seiner Forderung nach einer Lizenzgebühr von 700 Dollar pro Linux-Server mehr Nachdruck zu verleihen.

Für die Rechtsstreitigkeiten hat SCO rund neun Millionen Dollar eingeplant. An die Anwaltskanzleien - darunter Boies, Schiller und Flexner, deren Partner David Boies die US-Regierung im Antitrust-Prozess gegen Microsoft vertrat - zahlt SCO eine Million Dollar direkt aus. Den Rest ihres Honrorars erhalten die Juristen in Form von 400000 SCO-Aktien. Dies entspricht einer Unternehmensbeteiligung von zwei bis drei Prozent.

Gartner-Analyst George Weiss bewertet diese Form der Bezahlung kritisch, denn zum einen könnten die Anwälte als künftige SCO-Mitbesitzer womöglich mehr Wert auf weitere Prozesse legen als auf die Weiterentwicklung von Software wie Unixware und Open Server. Zum anderen, so Weiss weiter, bergen die Rechtsstreitigkeiten für SCO ein großes Risiko: Unterliege die Company vor Gericht, drohe ihr unter Umständen der Konkurs. Angesichts dieser unsicheren Zukunft rät Weiss SCO-Unix-Anwendern, vorsorglich Migrationspläne weg von Unixware und Open Server zu erarbeiten. Linux-Nutzern empfiehlt der Gartner-Berater, keine Lizenzzahlungen an SCO zu leisten, bis die Rechtmäßigkeit der Forderungen bewiesen sei. Ferner sollten Unternehmen geplante Linux-Projekte nicht an die große Glocke hängen, um zu vermeiden, dass ihnen Zahlungsaufforderungen von SCO ins Haus flattern. (hi)