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04.04.2003 - 

Die Hälfte aller Projekte könnte 2003 scheitern

Gartner warnt vor Outsourcing-Fehlern

MÜNCHEN (CW) - Laut Gartner stehen über 50 Prozent aller Outsourcing-Projekte vor dem Scheitern. Als Hauptursache sehen die Marktforscher mangelhafte Ergebnisse. Viele Dienstleister könnten nicht wie versprochen Kosten senken und die Effizienz steigern.

Ungenügende Planung sowie die meist lückenhafte Kommunikation zwischen den Outsourcing-Partnern bilden oftmals den Keim des Scheiterns, erläutert Linda Cohen, Managing Vice President bei Gartner. Ihrer Erfahrung nach hätten weniger als 30 Prozent der Outsourcing-Kunden einen langfristigen Plan, wie die Beziehung zum Dienstleister über die Jahre hinweg aussehen soll.

Am Beginn jedes Outsourcing-Projekts sollten möglichst exakte Überlegungen stehen, welche Art von Beziehung man zum Outsourcing-Partner aufbauen und welchen Nutzen das Unternehmen mit dem Projekt erzielen möchte. Erst auf dieser Basis ließen sich alle folgenden Entscheidungen sinnvoll treffen.

Im weiteren Projektverlauf seien regelmäßige Konsultationen notwendig, um die Fortschritte zu überprüfen. Geschehe dies nicht, könnten möglicherweise notwendige Korrekturen nicht rechtzeitig eingeleitet werden und damit das gesamte Projekt entgleisen, warnt Cohen. Gerade Veränderungen des Geschäfts sowie der Prozesse und Innovationen im technischen Bereich erforderten eine ständige Kontrolle. "Langfristige Verträge müssen auf Veränderungen ausgelegt sein", fordert die Gartner-Managerin. "Flexibilität ist der Schlüssel für den Erfolg von Outsourcing-Projekten."

Insider unterstützen laut einem Bericht des britischen Nachrichtendienstes "Computerwire" die Gartner-Einschätzung. So sei zu befürchten, dass die Rate der fehlgeschlagenen Projekte deutlich über 50 Prozent betragen könne, prognostiziert Robert Morgan, Chef des britischen Beratungsunternehmens Morgan Chambers. Rund 80 Prozent der in einem Vertrag festgeschriebenen Outsourcing-Inhalte sähen nach zwei Jahren völlig anders aus. In diesem Zusammenhang müsse auch vor so genannten Golfplatzverträgen gewarnt werden, so John Hetherington, Berater bei Compass. Viele der Mega-Deals, die dem Kunden eine pauschale Kostenreduzierung von 20 Prozent versprechen, würden auf dem Grün ausgehandelt. Im Nachhinein werde der Großteil dieser Vereinbarungen gekündigt oder auf ein wesentlich kleineres Maß zurechtgestutzt.

Gartner zufolge werden die meisten Unternehmen, die Outsourcing planen, in Zukunft eher mit mehreren Dienstleistern zusammenarbeiten, als sich einem einzigen Partner anzuvertrauen. Allerdings würden 40 Prozent der Großfirmen eine Art Generalunternehmer in Sachen Outsourcing beauftragen, um damit die Kommunikationsfäden bei einem einzelnen Ansprechpartner zu bündeln und sich nicht selbst mit der Organisation der verschiedenen Partner zu belasten - nach dem Motto: Outsourcing des Outsourcing. (ba)