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19.03.1999 - 

Gasseé: Schlagt eine Bresche in den Microsoft-Wall

Gasseé: Schlagt eine Bresche in den Microsoft-Wall Be Inc. verschenkt seine Software an PC-Anbieter

MÜNCHEN (gfh) - Der Betriebssystem-Hersteller Be Inc. will seine Software jetzt verschenken. Damit reagiert das Unternehmen auf fehlendes Interesse von PC-Herstellern, das Be-OS auf ihren Rechnern vorzuinstallieren.

Firmengründer Jean-Louis Gasseé glaubt, daß Angst vor Microsoft einer der Hauptgründe für das bisher gezeigte Desinteresse der PC-Hersteller ist. Er weiß, daß er diese These nicht beweisen kann, will aber auf alle Fälle die Hemmschwelle für den Einsatz seines Betriebssystems möglichst niedrig setzen. Daher sollen nun interessierte Anbieter das Be-OS kostenlos erhalten, sofern sie es in einer Weise vorinstallieren, daß die Anwender es beim ersten Start des neugekauften Rechners zu sehen bekommen. Dabei handelt es sich um eine zeitlich befristete Aktion.

Der Vedacht, Microsoft agitiere gegen sein Unternehmen, kam Gasseé, als sein Achtungserfolg auf der Comdex im Spätherbst 1998 trotz einer Reihe von Verhandlungen zu keinen Verträgen mit PC- Herstellern führte. Auf der Messe hatten sich die Anbieter noch begeistert von der Intel-Version 4.0 des Be-OS gezeigt und in Aussicht gestellt, zumindest eine Rechnerreihe damit auszustatten.

Bei der Stange geblieben ist bislang jedoch nur der Hersteller Hitachi, der das Betriebssystem auf einem seiner PCs vorinstallieren wird - allerdings ausschließlich für den japanischen Markt.

Nun erinnert sich Gasseé an Äußerungen des Microsoft-Managers Paul Maritz, der den Wunsch von Be, mit Microsoft zu koexistieren, als Verschleierungstaktik interpretierte, die dazu führen könne, daß Be immer mehr Anwendungen auf seine Seite ziehe. Tatsächlich beharrt Be nach wie vor darauf, Microsoft als Anbieter eines Betriebssystems für die Audio- und Videobranchen nicht ins Gehege kommen zu wollen.

Allerdings gibt sich Gasseé inzwischen kämpferischer. In einer Kolumne auf der Web-Seite von Be fordert er die PC-Hersteller auf, eine Bresche in den Microsoft-Wall zu schlagen und auch andere Betriebssysteme zu installieren. Die bisherige Zurückhaltung erklärt er sich folgendermaßen: Normalerweise, so der Be-Chef, bekommt ein PC-Anbieter in dem Maß Rabatte auf das Betriebssystem, in dem er sich mengenmäßig dafür engagiert. Da Microsoft auf dieser Plattform jedoch bereits Monopolist sei, könne das Unternehmen nur noch versuchen, Partnern Rabatte für das Zugeständnis einzuräumen, andere Betriebssystem-Anbieter gar nicht erst in Erwägung zu ziehen.

Dem Argument, daß derzeit immer mehr PC-Hersteller auf den Linux- Zug aufspringen, hält Gasseé entgegen, daß es dabei immer nur um Server gehe.