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06.06.1997

Gast-Kommentar

Bis heute hat sich in der IT-Branche hartnäckig die Meinung gehalten, daß ohne Tools nichts geht. Tools gelten als Allheilmittel und Vielzweckwaffe in der ingenieurmäßigen Konzeption und Entwicklung von Software. Sie sollen menschliche Fehler bei der Projektsteuerung wettmachen und die Kommunikation um ein Vielfaches erhöhen. Mitarbeiter und technische Ressourcen sollen dadurch an mehreren Vorhaben gleichzeitig arbeiten können (Multiprojektplanung), wobei die Tätigkeit der Programmierer sich auf die Minute genau registrieren und bewerten läßt. Hundert und mehr Entwicklungs-Tools, die ein besseres Kompilieren, Generieren und Testen ermöglichen sollen, bilden heute die isolierten Einzelbausteine vieler Entwicklungsumgebungen. Und wöchentlich kommen ein bis zwei hinzu.

Dachte denn niemand daran, daß all diese vielen, gleichzeitig eingesetzten Werkzeuge und Hilfsmittel nur nutzen, wenn sie von den Entwicklern auch einigermaßen beherrscht werden? Hätte man nicht vorher wissen können, daß die Entwickler im Gebrauch der immer neuen Arbeitsmittel teuer und zeitaufwendig geschult werden müssen? Vielleicht wurde auch übersehen, daß Tools zwar die Programmierung und Wartung eines Systems unterstützen, aber nichts darüber aussagen, ob dieses so überhaupt gebraucht wird. Nicht allein Standards und Werkzeuge sorgen für Qualität, sondern auch zwischenmenschliche, soziale Aspekte.

Die alte Regel "Weniger ist mehr" verspricht hier Abhilfe. Es gilt nicht mehr, die Tools richtig anzuwenden, sondern die richtigen anzuwenden. Die Rückbesinnung auf menschliche Stärken - Erfahrung statt Mechanisierung und Vertrauen statt Kontrolle - bietet uns die Chance, zu einfachen Lösungen zurückzufinden. Die Konzentration auf wenige gute Tools scheint da ein probates Mittel.