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26.10.1979 - 

Kosten für Dienstleistungen schwer zu überwälzen:

Gastgewerbe auf der Suche nach Lösungen

MÜNCHEN (CW) - Die durch EDV erzielte Rentabilitätssteigerung im Hotel- und Gaststättengewerbe ist nach Ansicht von Fachleuten schwer in den Griff zu bekommen. Der Hauptvorteil liegt nach Ansicht von Fred Eggert, stellvertretender Vorsitzender im Hotel- und Gaststättenverein e. V., Frankfurt, und Sprecher der Sektion Hotel, Bad Vilbel, im schnelleren Erkennen von Schwachstellen, wenn die Finanzbuchhaltung über EDV läuft. "Die wirtschaftliche Situation der Branche ist problematisch. Die Aufwendungen für Dienstleistungen stehen in keinem Verhältnis zu den Preisen, die wir verlangen können. So sind wir gezwungen, mit Computern zu arbeiten."

Bei den Großhotels ist der Trend zum Rechner bereits seit einigen Jahren zu

beobachten. Man begann, so Eggert, mit dem Back-Office-Programm, also der Finanzbuchhaltung, der Rechnungsstellung, der Lager- und Lohnbuchhaltung. Ziel war, eine höhere Transparenz der Zahlen zu erlangen. In großen Häusern mache sich eine Rationalisierung im Personal bemerkbar.

Das Front-Office werde jetzt in breiterem Rahmen in Angriff genommen. Für Häuser unter 400 Betten kommt ein rechnergesteuerter Betriebsablauf nach Eggerts Erfahrungen nicht in Frage. Als Pioniere auf dem Gebiet der Hotelcomputer bezeichnete Eggert das Hilton in Las Vegas und, wenn auch durch vier Mißerfolge gezeichnet, das PLM-Rothschild St. Jacques in Paris, wo der Gast über eine Code-Karte den Schlüssel fürs Zimmer bis zur Rechnung erhält. Ein anderer Rechner wickele den gesamten technischen Bereich ab. Auf die Konzentration in der Branche habe der Einzug des Computers keinen Einfluß. Seit langem gelte der Satz: Je größer das Hotel, desto rentabler.

Auch Erhard Bockenheimer, Dokumentar bei der Dehoga in Bonn, sieht den Zeitpunkt für einen von der EDV ausgelösten Verdrängungswettbewerb in der Branche noch nicht für gekommen. Größere Häuser, zum Beispiel alle IHA-Hotels, arbeiteten fast nur mit EDV. Abrechnung und Bonierung erfolgten auch in den rund 150 000 kleineren und mittleren Gast- und Speisebetrieben, die etwa 70 Prozent der Branche ausmachten, mehr und mehr mittels Computer.

1979 werde der Umsatz in der Hotel- und Gaststättenbranche nominal wahrscheinlich um vier bis fünf Prozent steigen, real also wieder stagnieren. Die etwa 200 000 Betriebe in der Bundesrepublik setzen nach Angaben von Bockenheim 1978 mit 42,3 Milliarden Mark rund 4,3 Prozent mehr um als im Vorjahr. Auf den Beherbergungssektor entfielen davon 6,7 (6,5) Milliarden Mark.

Die ungünstige Kostensituation begründete Bockenheim mit der typischen Kostenstruktur. 30 bis 40 Prozent würden für Personal ausgegeben, der hohe Wareneinsatz sowie der große Fixkostenanteil fielen ins Gewicht. Daß sich der Verband selbst mit der Computerisierung einiger Betriebsabläufe befaßt, ist darin zu ersehen, daß für Ende dieses Jahres der zweite Teil einer Schrift über Buchungsmaschinen in Hotel- und Restaurantbetrieben herauskommen soll. Während sich Heft eins mit elektronischen Kassensystemen befaßte, ist der zweite Dehoga-Band dem Einsatz von Computersystemen gewidmet. Hauptproblem der Branche sei weiter die hohe Zahl der offenen Stellen, betonte Bockenheim.