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27.09.1996

Gastkommentar

Die Jahreszahl 2000 - einst Synonym für Zukunftskonzepte - hat ihre Magie verloren: Vor allem die DV-Industrie läßt dabei Federn. Ihre kurzsichtige Programmentwicklung, die sich unzureichende sechsstellige Datumsfelder erlaubte, wird ihr heute als Schildbürgerstreich der modernen Informationsgesellschaft angekreidet. Ob 1900 oder 2000, für die DV ist alles nur Null-Null.

Es wird der Anschein erweckt, als erwache die Szene jetzt aus ihrem Dornröschenschlaf. Doch Softwarehäuser sind keine Dornröschenschlösser. Sie haben keineswegs das nahende Ende des 20. Jahrhunderts verpennt, sondern gehandelt. Problematisch sind allerdings Anwendungen jener Anbieter, die längst vom Markt verschwunden sind, und aufwendig entstandene Individuallösungen, die sich kaum noch warten lassen.

Da hat es den Anschein, als würden Weltuntergangsszenarien vor allem von jenen entwickelt, die damit ihren Standardpaketen einen Ablösemarkt sichern wollen. Doch die mehr als 100000 Kaufentscheidungen, die in Europa für neue Anwendungslösungen anstehen, sollten eine ganz andere Datumsgrenze ins Kalkül ziehen. Es ist nämlich fraglich, ob heutige Lösungen offen sind für Veränderungen der nächsten Jahrzehnte. Wer heute Software installiert, sollte sichergehen, daß sie auch künf-tige Geschäftsprozesse und neuste Technologien (Internet, Call Center, Data Warehouse etc.) berücksichtigen.

Es ist fraglich, ob die heutigen Anwendungen in der Lage sind, diese Fülle an Neufunktionen zu meistern. Der Aufwand zu ihrer Realisierung ist mit den herkömmlichen prozeduralen Entwicklungsmethoden nicht mehr wirtschaftlich.

Der Weg ins nächste Jahrtausend hat eine ganz andere existentielle Qualität als "nur ein paar" Datumsfelder. Der Lärm um die Doppelnull wird sich legen. Die Grundsatzdiskussion um das Doppel-O, die Objektorientierung, bleibt.