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29.11.1996

Gastkommentar

Nur Netscape kann Microsoft an der völligen Kontrolle der Softwarebranche hindern. Welche Strategie soll es wählen? Manche meinen, auf die Browser komme es nicht an, die entscheidende Auseinandersetzung spiele sich im Server-Markt ab, Netscape leiste also seinen Widerstand auf dem falschen Feld. Das stimmt nicht, Netscape tut gut daran, sich auf das Browser-Geschäft zu konzentrieren. Daß es dort seinen Anteil von 80 Prozent nicht halten können wird, ist keine Katastrophe, kritisch würde es aber bei unter 50 Prozent.

Sollte Microsoft die Benutzer-Schnittstelle zurückerobern, wird Netscape dies im Server-Geschäft zu spüren bekommen. Man erinnere sich: Einst glaubte die Unix-Gemeinde, die Oberfläche ruhig Microsoft überlassen zu können, denn Windows NT werde niemals den Server beherrschen. Das war ein folgenschwerer Irrtum. Außerdem ist Netscape auf dem Server-Sektor nicht so stark, wie man annimmt. Seine Erfolge verschleiern nur die gewaltigen Gewinne von Microsoft. Bei einer "Computerworld"-Umfrage nannten 33 Prozent Netscape als ihren Hauptlieferanten von Web-Server-Software, bereits 28 Prozent bevorzugten Microsoft.

In noch anderer Weise erinnert die Web-Server-Software an die Unix-Geschichte. Netscape, IBM/ Lotus und Novell haben alle ihre eigenen Web-Server, E-Mail-Produkte, Groupware-Lösungen und Verzeichnisstrukturen was fehlt, ist ihre Zusammenarbeit. Das macht Microsofts Komplettangebote attraktiv.

Ehrgeiz ist das größte Risiko von Netscape. Würde das Unternehmen weder Groupware noch Verzeichnisse anbieten, könnte es mit Lotus und Novell zusammenarbeiten, wie bereits mit Oracle. Doch die zu breite Produktpalette hat Bündnisse verhindert, so daß Netscape jetzt Microsoft effektiv allein gegenübersteht.