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08.11.1996 - 

Zweite Reorganisation innerhalb eines Jahres

Gates baut Microsoft für das Internet-Geschäft um

Für die beiden neuen Geschäftszweige wurden die Zuständigkeiten innerhalb von Microsofts Topmanagement neu definiert. Group Vice-President Paul Maritz soll den gesamten Softwarebereich betreuen, während der im selben Rang stehende Pete Higgins für neue Medien verantwortlich zeichnet. Zuvor war Senior Vice-President Patty Stonesifer für diesen - allerdings weniger umfangreich definierten - Geschäftsbereich verantwortlich. Sie scheidet zum Jahresende aus dem Unternehmen aus, um eine eigene Management-Beratungsgesellschaft zu gründen.

Für Maritz hat sich das Aufgabenspektrum erweitert. Er verantwortet jetzt nicht mehr nur den Betriebssystem-Sektor, sondern auch die "Desktop Applications Division", die nun in der neuen "Platforms and Applications Group" aufgeht. Dort wurden bisher primär die Office-Produkte betreut. Neuerdings ist die Applikationsmannschaft auch für das Web-Authoring- und Management-Tool "Frontpage" zuständig, das durch die Übernahme des US-Softwarehauses Vermeer in Microsoft-Besitz kam und nun Teil des Office-Pakets werden soll.

Eine Fokussierung findet auch im Bereich neuer Medien statt. In der "Interactive Media Group", die jetzt von Higgins geleitet wird, hängt Microsoft das gesamte Online-Business auf.

Dazu gehört neben dem Online-Dienst Microsoft Network (MSN) auch der Internet- so- wie Kabel-TV-Nachrichtendienst MSNBC - ein Joint-venture mit dem amerikanischen Sender NBC. Multimedia-Spiele, CD-ROM-Titel für den Consumer-Markt, Softwareprodukte für das Abwickeln von Finanztransaktionen ("Money", "Investor") und verschiedene Endgeräte ("Sidewinder", "Gamepad", "Intellimouse") sind hier ebenfalls zu finden.

Nicht nur die Microsoft-Urgesteine Maritz und Higgins erhielten neue Aufgaben. Als größter Aufsteiger gilt Nathan Myhrvold, ein 37jähriger promovierter Mathematiker, der als Technologieguru enger Mitarbeiter von Gates ist und die meisten Internet-Entwicklungen zu verantworten hat. Als Group Vice-President zeichnete Myhrvold bisher gemeinsam mit Higgins für die "Applications and Content Group" verantwortlich. Nun erhob Gates ihn in den Rang eines Chief Technology Officer. Diese Position, auf der er den gesamten Forschungs- und Entwicklungsetat von mehr als zwei Milliarden Dollar jährlich zu verwalten hat, wurde eigens für ihn geschaffen. Myhrvold, Higgins und Maritz sind allesamt Mitglieder des "Office of the President" und berichten direkt an Gates.

Was bezweckt der Softwaregigant mit dieser Reorganisation? Eigenen Angaben zufolge will Gates dem rasanten Einzug von Internet- und Intranet-Techniken in Unternehmen wie im Consumer-Markt mit entsprechenden Produkten Rechnung tragen. Es gehe darum, Synergien im eigenen Produktspektrum herzustellen, verstärkt Inhalte anzubieten und der Vision eines PCs näherzukommen, "der sehen, hören, lernen und denken kann". Analysten vermuten, daß es Gates gerade mit der Ernennung von Myhrvold zum Cheftechnologen darum geht, das Internet nicht nur zum Thema bestimmter Abteilungen zu machen, sondern den WWW-Virus auf das gesamte Unternehmen zu übertragen.