Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Gates-Company soll Erweiterungen geheimhalten Vorwuerfe gegen Microsoft: MAPI ist nicht vollstaendig offengelegt

09.06.1995

FRAMINGHAM (CW) - Microsoft kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach den Monopolvorwuerfen, dem abgesagten Intuit-Deal und der Forderung der Konkurrenten, Microsoft Network von Windows 95 zu entkoppeln, erheben nun Lotus und Novell neue Klagen: Die Gates-Company halte Erweiterungen der Messaging-Schnittstelle MAPI 1.0 unter Verschluss, um so den Vorsprung vor dem Mitbewerb halten zu koennen.

Lotus und Novell werfen Microsoft vor, nicht alle Spezifikationen fuer MAPI 1.0, die zusammen mit Windows 95 auf den Markt kommen, zu veroeffentlichen. Bei den Messaging Application Programming Interfaces

(MAPI) handelt es sich um Funktionen fuer Entwickler, mit denen sie um Windows-Anwendungen schreiben koennen, die von den Uebertragungsstandards unabhaengig sind. Microsoft bestreitet den Regelverstoss.

Werde diese Angelegenheit nicht geregelt, dann "gehen Novell, Lotus und Microsoft ihre eigenen Wege", meint hingegen Stewart Nelson, kommissarischer General Manager der Groupware-Division von Novell. Sein Unternehmen wirft Microsoft vor, die Spezifikationen und Regeln fuer "shared folders" nicht offengelegt zu haben. Lotus schlaegt in die gleiche Kerbe und fuegt hinzu, dass auch das Application Programming Interface (API) fuer "Calendering" und "Scheduling" noch nicht der interessierten Oeffentlichkeit zugaenglich sei. Larry Jones, Group Product Manager von Lotus, erklaert die Folgen dieser Geheimniskraemerei: "Wenn wir davon ausgehen muessen, dass sie diese Dinge nicht veroeffentlichen, dann werden wir unsere eigenen Erweiterungen definieren muessen. Das schraenkt die Wahlfreiheit der Anwender beim gemischten Einsatz von Client- und Server-Applikationen ein."

Lotus und Novell bringt die Sache besonders in Harnisch, weil sie die Weiterentwicklung ihrer eigenen MAPI-Alternative Vendor Independent Messaging (VIM) aufgegeben und sich aufgrund der grossen installierten Windows-Basis entschlossen haben, MAPI zu unterstuetzen.

Greg Lobdell, Group Manager bei Microsoft und zustaendig fuer das Marketing der Business Systems Division weist die Vorwuerfe zurueck: "Ueber jedes noch so kleine Stueck Kommunikationssoftware zwischen Exchange-Client und -Server gibt es dokumentierte APIs. Es existieren keine undokumentierten Schnittstellen."

Die beanstandeten Erweiterungen ermoeglichten es Anbietern von Produkten wie Microsoft Exchange oder Lotus Notes lediglich, Funktionen wie Shared folders hinzuzufuegen, die von den Clients benutzt werden koennten. Der Manager betonte, dass diese Dinge zu den spezifischen Funktionen eines Produkts gehoerten und nicht unbedingt in die API-Spezifikationen einfliessen muessten.

Die Mitbewerber lassen dieses Argument jedoch nicht gelten. Solange Microsoft unabhaengigen Entwicklern nicht darlege, wie Client-Applikationen diese Eigenheiten nutzen koennen, seien sie proprietaer und wuerden Microsoft einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, entruestet sich Eugene Lee von Banyan Systems Inc.

Fuer Lobdell stellt das kein Problem dar. Alle anderen Firmen koennten einen ebensolchen Vorteil erringen, wenn sie ihre eigenen Funktionen zu den Messaging-Schnittstellen hinzufuegen wuerden. "Wir bewegen uns nicht in einem Markt fuer Allerweltsprodukte, die niemand voneinander unterscheiden kann."