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23.01.1998 - 

Kein Support für Anwender des konkurrierenden Verzeichnisdienstes

Gates schirmt NT-Markt vor Novells NDS ab

NT-Anwender, die fremdgehen wollen, sollten aufpassen - in den USA droht Microsoft mit drastischem Liebesentzug. Die Gates-Company will nämlich für Anwender, die die "Novell Directory Services (NDS) for NT" einsetzen, künftig keinen Support mehr leisten. NDS for NT bietet Anwendern einen Verzeichnisdienst, der im Enterprise Network die Beschränkungen des überholten Domain-Konzepts umgeht.

Microsofts Drohung war bei Redaktionsschluß auf den Web-Seiten des Softwareriesen http://www.microsoft.com/ntserver/ comparisons/ndsfornt2.asp zu lesen. Den drastischen Schritt begründet das Gates-Imperium damit, daß "die NDS for NT kritische, für die Sicherheit und Authentisierung verantwortliche NT-DLLs ersetze" (DLL = Dynamic Link Libraries). Ferner laufe ein so geändertes NT nicht mehr so stabil und sicher.

Eine Argumentation, die Michael Naunheim, Senior-Produkt-Manager bei Novell Deutschland, nicht nachvollziehen kann: "Wir verändern lediglich eine DLL, nämlich die Samsrv.dll" (siehe Grafik auf Seite 2). Ebenso widerspricht Naunheim der MS-Darstellung, daß Anwender durch den Einsatz der NDS for NT die Kriterien für die C2-Zertifizierung nicht mehr erfüllen, "da NT schon das Zertifikat verliert, wenn der Benutzer eine Netzkarte einbaut".

Darüber hinaus ist dem Manager zufolge die Behauptung falsch, NT sei im Zusammenspiel mit NDS nicht mehr kompatibel zur Originalversion. Novell habe sowohl Upgrades auf erste Betas von NT 5.0 als auch problemlos die Service Packs für NT einspielen können.

Auf den drohenden Supportentzug angesprochen, dementiert Microsoft Deutschland die harte Gangart der amerikanischen Mutter. "Natürlich unterstützen wir NT-User, die die NDS for NT nutzen, weiterhin", besänftigt Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner. "Bei Problemen mit dem Accounting und der User-Verwaltung können wir jedoch nicht weiterhelfen", schränkt der Microsoft-Mitarbeiter das Support-Versprechen ein, "da uns hier das Know-how fehlt, weil Novell sehr tiefgreifende Änderungen vornimmt."

Know-how, das die Gates-Company durchaus haben könnte. Laut Novell-Manager Naunheim haben die Netzwerker nämlich Microsoft angeboten, alle erforderlichen Informationen zur Verfügung zu stellen und Mitarbeiter des Rivalen entsprechend zu schulen. Allerdings habe Microsoft das Angebot zum NDS-Training ausgeschlagen. Wie es bei Novell weiter heißt, könnten sich Anwender bei Problemen mit NT und den NDS an den Novell-Support wenden.

Auf diesen dürften auch NT-Benutzer angewiesen sein, die einen Supportvertrag mit Digital haben. Nach Auskunft der deutschen Zentrale unterstützt das Unternehmen zwar Benutzer der NDS for NT im Rahmen des üblichen NT-Service, könne aber wie bei allen Schwierigkeiten mit Third-Party-Applikationen keine darüber hinausgehende Hilfe anbieten.

Analysten und Anwender vermuten hinter dem angedrohten Supportentzug weniger technische als vielmehr strategische Gründe, da schließlich fast jeder Hersteller DLLs ändere. Sie glauben, daß Microsoft Angst habe, die NT-Benutzer könnten heute zu den Novell Directory Services wechseln, statt bis Ende des Jahres auf die lange angekündigten Ac- tive Directories von Microsoft zu warten.