Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

20.09.2005

Gates verspricht Entwicklern gute Geschäfte

20.09.2005
Windows Vista und Office 12 dominierten Microsofts Professional Developers Conference.

Wenn Microsoft in der zweiten Hälfte kommenden Jahres die mit Spannung erwarteten Produkte "Office 12" und "Windows Vista" ausliefert, wird das "eine große Welle an Softwareverkäufen auslösen". Das versprach Bill Gates den Windows-Applikationsentwicklern auf der Professional Developers Conference (PDC), die vergangene Woche in Los Angeles stattfand. Viele Softwarehäuser hätten bereits zugesagt, neue Applikationen für das Betriebssystem bereitzustellen. Um möglichst früh Anreize für Vista-Entwicklungen zu schaffen, hat Microsoft ein mit 100 Millionen Dollar ausgestattetes Partner-Marketing-Programm aufgelegt, "die größte Marketing-Aktivität, die wir je hatten", verkündete Gates. Damit auch kleinere Softwarehäuser nicht zu kurz kommen, will Microsoft einen als "Digital Locker" bezeichneten Online-Marktplatz aufbauen, auf dem sich Hersteller mit Nischenprodukten präsentieren können.

Mehr Testversionen geplant

Auch in der technischen Zusammenarbeit mit Windows-Entwicklern will Microsoft mehr Engagement zeigen. Im Rahmen des auf der PDC vorgestellten Community Technology Preview-Program (CTP) soll es für Vista deutlich mehr Testversionen geben, als es die Betaphasen bislang vorsahen. "Für Entwickler ist eine Zeit des Umbruchs gekommen", erklärte Gates. Mit .NET und Web-Services sei die Grundlage geschaffen worden, auf der man nun mit Office 12 und Windows Vista aufbauen könne. Software werde damit auf ein Niveau gehoben, das Anwendern ein völlig neues Arbeitserlebnis vermittle.

Die erste Version von Windows Vista CTP wurde den Teilnehmern der PDC zur Verfügung gestellt. Entwickler können mit diesem Release das neue, auf .NET beruhende Programmiermodell WinFX einsetzen, das als wesentliche Baussteine das Grafiksystem Avalon und die auf Web-Services beruhende Kommunikationsschicht Indigo enthält.

Oberfläche komplett erneuert

Eine Betaversion von Office 12, so der vorläufige Arbeitstitel des neuen Büropakets, soll es in diesem Herbst geben. Eine erste öffentliche Demo-Version sollte den PDC-Besuchern einen Eindruck von der vollständig neu gestalteten Benutzeroberfläche geben. Das zusammen mit Kunden erarbeitete Design ersetzt die traditionellen Menüs und Werkzeugleisten durch eine Auswahl an grafischen Befehlssymbolen, die den aktuellen Aufgaben entsprechen. Die Menüs sind dynamisch gestaltet: Das System kann sie ein- und ausblenden, je nachdem in welchem Kontext der Anwendung gerade gearbeitet wird. "Seit Office 95 ist dies die bedeutendste Neuerung", sagte Gates.

Neben der neuen Organisation und Präsentation von Office-Funktionen soll die Oberfläche auch dazu beitragen, Dokumente schneller professionell zu gestalten. Anstatt nur ein Element eines Dokuments zu editieren und zu formatieren, vereinfachen die neuen grafischen Galerien von Office 12 diesen Vorgang, indem sie eine Auswahl potenzieller Layout-Ergebnisse darstellen. Eine Vorschau zeigt, wie jede mögliche Auswahl das Dokument verändern wird. Sie wird allein dadurch aktiviert, dass der Mauszeiger auf der entsprechenden Funktion liegt.

Vereinfachte Dateizugriffe

Mit der Entwicklung von Windows Vista und Office 12 hat Microsoft eine Reihe neuer Technologien geschaffen. So profitieren Entwickler von dem "Language Integrated Query Project" (Linq). Es umfasst eine Reihe von Erweiterungen für die Sprachen C# und Visual Basic sowie ein einheitliches Programmiermodell. Dieses erweitert das .NET-Framework um die Integration von Abfragen für Objekte, Datenbanken und XML-Inhalte. Linq ermöglicht Entwicklern, Anfragen für den Dateizugriff nativ in C# oder Visual Basic zu schreiben, ohne auf andere Sprachen wie SQL oder XQuery zurückzugreifen.

Schließlich bietet die Windows Presentation Foundation "Everywhere" neue Visualisierungs- und Darstellungsmechanismen unabhängig vom Formfaktor, so dass grafisch und inhaltlich anspruchsvolle Applikationen auf jedem Gerätetyp möglich werden, so Microsoft.

Um das Thema Business Process Management im hauseigenen Produktportfolio besser abbilden zu können, hat Microsoft eine neue Workflow-Engine angekündigt. Das mit "Windows Workflow Foundation" (WWF) bezeichnete Tool soll Teil des .NET-Frameworks sein, das mit Windows Vista ausgeliefert wird. Über das WinFX-API können Entwickler damit eine Steuerung etwa von Office-12- oder Sharepoint-Portal-Funktionen vornehmen, wie sie für bestimmte Aktivitäten benötigt werden. Die Engine ist nicht als Stand-alone-Produkt geplant, dennoch sollen Drittanbieter die Technik nutzen können, um Vista-Applikationen in einen Workflow einzubinden.

WWF wird laut Microsoft nicht nur den systemseitigen Workflow (Maschine-zu-Maschine-Kommunikation) unterstützen, sondern auch die Vorgangsbearbeitung im Büro, so zum Beispiel die Freigabe von Dokumenten, bevor diese den weiteren Workflow durchlaufen. Bis sich die Engine für alle in Frage kommenden Microsoft-Produkte einsetzen lässt, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. So wird das für die erste Jahreshälfte 2006 vorgesehene Upgrade von Biztalk Server noch nicht von der neuen Technik profitieren, obwohl dessen aktuelle Workflow-Engine ebenso wie die mit Vista geplante WWF von demselben Microsoft-Team entwickelt werden.

Bezüglich des für 2007 geplanten Server-Betriebssystems "Longhorn" betonte Microsoft auf der PDC die Themen Sicherheit und Verfügbarkeit. Geplant sei unter anderem ein automatischer Patch-Check sowie ein sich selbst sicherndes Dateisystem. Unter der Bezeichnung "Secure at Install" soll es zum Beispiel ein Feature geben, das die Neu- installation des Betriebssystems mit seiner jeweiligen Rolle, ob als Terminal- oder File-Server, absichert. Im folgenden Betrieb soll das OS dann automatisch Security-Updates für diese spezielle Rolle erhalten. In Sachen Verfügbarkeit will man Longhorn-Server so auslegen, dass Microsofts Defragmentierungs- und Checkdisk-Tools permanent im Hintergrund mitlaufen und das System bei auftretenden Problemen im laufenden Betrieb reparieren. (ue)