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24.11.2000 - 

Touchpad als Auftakt für Connected Home-Ära

Gateway und AOL enthüllen Internet-Appliance

MÜNCHEN (CW) - Gateway und AOL haben den Schleier über ihrem bereits im Frühjahr angekündigten Web-Device gelüftet. Das speziell für den einfachen Zugriff auf Web-Content sowie Empfang und Versand von E-Mails konzipierte Internet-Zugangsgerät ist mit einem Touchscreen, einer Benutzeroberfläche von AOL sowie dem Transmeta-Chip "Crusoe" ausgestattet.

Nun konnten es Gateway und AOL wohl selbst nicht mehr erwarten: Anstatt das gemeinschaftlich entwickelte Internet-Appliance wie geplant auf der Comdex in Las Vegas aus der Taufe zu heben, gaben die beiden strategischen Partner bereits am Freitag vergangener Woche den Startschuss für ihr "Connected Touch Pad". Ab dem 15. Dezember soll das Webpad in den virtuellen US-Regalen des Direktanbieters liegen und zum Preis von knapp 600 Dollar zu haben sein. Nach Angaben von Mike Maloney, Vice President für Gateways Consumer Business in Europa, wird der Internet-Cruiser in der ersten Jahreshälfte 2001 auf den europäischen Markt kommen. In welchem Land das Internet-Zugangsgerät sein Debüt auf dem alten Kontinent geben wird, steht noch nicht fest.

Anders als PCs sind Internet-Appliances auf die Basisfunktionen Netzzugang, E-Mail und das schnelle Laden von Web-Inhalten reduziert. Das neue Web-Device von Gateway verfügt über einen Zehn-Zoll-Touchscreen, wird mit der speziell auf das Internet-Appliance zugeschnittenen Software "Instant AOL" ausgeliefert und läuft unter Mobile Linux. Durch die Berührung entsprechender Icons lassen sich E-Mails abrufen, über die kabellose Tastatur kann der Anwender seine Befehle eingeben. Voraussetzung für die Nutzung des Geräts ist der Abschluss eines einjährigen Vertrags mit dem Internet-Service-Provider AOL. Das bedeutet für den Anwender eine monatliche Zugangsgebühr von 22 Dollar.

Nicht ganz unschuldig an der relativ späten Freigabe des bereits im Frühjahr angekündigten Gemeinschaftsprodukts von Gateway und AOL mag das Herzstück des neuen Touchpads gewesen sein: Wie angekündigt ist das Gerät mit einem Cruose-Prozessor von Transmeta ausgestattet. US-Presseberichten zufolge war die erste, eigens für den Einsatz in Multimedia-intensiven Webpads konzipierte Chipvariante des kalifornischen Halbleiterherstellers aufgrund ihres übermäßigen Cache-Hungers erst vor wenigen Wochen in Verruf geraten und sollte durch einen genügsameren Nachfolger ersetzt werden.

Gateway und AOL sind nicht die einzigen, die angesichts des anhaltenden Internet-Hypes im Engagement für niedrigpreisige Web-Appliances neue Perspektiven wittern. Einigen Vorsprung hat hier das Duo Compaq und Microsoft, das bereits seit August dieses Jahres mit dem ersten so genannten MSN-Companion "Ipaq Home Internet Appliance" auf dem US-Markt präsent ist. Auch PC-Hersteller Emachines hat vor einigen Wochen einen MSN-Companion ins Rennen geschickt.

Die Marktforscher zeigen sich jedoch bisher skeptisch. Ihrer Meinung nach verwässern die ständig sinkenden Preise im Produktsegment Consumer-PCs die Argumente für ein ausschließlich auf den Internet-Zugang ausgelegtes 600-Dollar-Gerät. Nach Ansicht von Gartner-Analyst Kevin Knox beispielsweise sähe es anders aus, wenn die Web-Devices tatsächlich deutlich billiger und etwa für 200 bis 300 Dollar zu haben wären.

Gateway kündigt das Connected Touch Pad als Auftakt einer ganzen Reihe von Produkten für den Hausgebrauch an - unter anderem auch des zeitgleich präsentierten "Connected Music (MP3) Player" -, die sich entsprechend dem Motto "Connected Home" zu einem Netzwerk verbinden lassen sollen - ein Konzept, das der Direktanbieter über seine mehr als 300 Country-Stores in den USA vermarkten will. Wie der neue Touch Pad sollen auch kommende Geräte mit dem Broadcom-Chipsatz "Home Phoneline Networking Alliance (Home PNA) 2.0" ausgestattet sein, mit deren Hilfe PCs und andere Devices über eine Telefonleitung Daten mit einer Übertragungsrate von bis zu 11 Mbit/s austauschen können. Um die Voraussetzung für das neue Heimnetzwerk zu gewährleisten, hat der PC-Anbieter auch einer Reihe seiner "Performance"- und "Select"-Rechner den entsprechenden Chipsatz spendiert.

Bei der ersten "Connected"-Produktgeneration baut Gateway auf die Broadcom-Technologie Home PNA. Laut Maloney ist die Realisierung eines Netzwerks über die heimische Telefonleitung derzeit am preisgünstigsten. Denkbar sei jedoch eine künftige Migration auf Bluetooth.