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16.11.2001 - 

Management-Buyout

Gauss Consulting kauft sich frei

HAMBURG (CW) - Die Gauss Interprise Consulting AG, der Beratungsarm des gleichnamigen Hamburger Softwareunternehmens, hat sich von der Muttergesellschaft abgenabelt. Rund neun Millionen Euro legen vier Topmanager und Investoren auf den Tisch, um die Geschäfte künftig in Eigenregie zu betreiben.

Mit einem Befreiungsschlag hat sich der Beratungszweig der Gauss Interprise AG von seinen Wurzeln gelöst: Unter der Führung von Jürgen Dreckmann sowie drei seiner Kollegen trennen sich die Consultants über einen Management-Buyout (MBO) von der Muttergesellschaft. Der Kaufpreis beträgt 9,1 Millionen Euro, mit denen die Verbindlichkeiten der Gauss Interprise AG getilgt werden sollen.

Damit, so die am Neuen Markt notierte Firma in einer Stellungnahme, sei die Gruppe nahezu entschuldet. Lediglich eine außerordentliche Hauptversammlung Mitte Dezember muss dem Deal noch zustimmen. Mit der "Konzentration auf das Produktgeschäft" sieht sich Gauss zudem dafür gerüstet, ein weltweiter Anbieter von Enterprise-Content-Management-Systemen zu werden. Die Börse goutierte den Schritt, am Tag der Bekanntgabe stieg der Aktienkurs des Unternehmens um mehr als 100 Prozent auf über einen Euro pro Anteilschein.

Im Rahmen des MBO legt Dreckmann seinen Vorstandsposten bei der ehemaligen Muttergesellschaft nieder und wird CEO des neuen Unternehmens, das sich voraussichtlich ab Anfang 2002 aus markenrechtlichen Gründen Evodion Information Technologies AG nennen wird. Dreckmann zur Seite stehen die MBO-Partner sowie die COOs Frank Hunold, Hamburg, und Christian Koch, der die Münchner Geschäftsstelle des Unternehmens leiten wird. Finanzvorstand wird Christoph Köberle, der in vergleichbarer Position bereits bei Gauss Interprise Consulting tätig war.

Kern der neuen Evodion AG bleiben die Beratung sowie Dienstleistungen im Internet-Umfeld. Daneben soll künftig auch Business- und Marketing-Consulting angeboten werden. Allerdings steht hierfür noch kein genauer Zeitpunkt fest. Im Gegensatz zu einer Übernahme biete der MBO verschiedene Vorteile, so CEO Dreckmann: Die Identität bleibe bestehen, ein Umstrukturierungsprozess sei nicht nötig, und schließlich müsse man sich nicht an eine fremde Firmenkultur anpassen. Allerdings werden durch den MBO nicht alle Brücken in die Vergangenheit abgerissen: Laut Dreckmann bleibt Evodion "Professional Partner" von Gauss Interprise, für die bestehenden Kunden ändere sich nichts. (ajf)