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Zur Verbesserung der Wartung von Flugtriebwerken:


16.05.1986 - 

GE entwickelt Expertensystem für US-Air-Force

SCHENECTADY (pi) - An einem Diagnoseprogramm, das zu Kosteneinsparungen bei der Wartung und Instandsetzung militärischer Flug Triebwerke führen soll, arbeiten derzeit Wissenschaftler der General Electric Company (GE) in den Vereinigten Staaten. Das im Rahmen eines Dreijahresvertrages mit 800 000 Dollar von der Luftwaffe geförderte Projekt dient der Entwicklung eines Prototypen-Expertensystems.

Das Software-Entwicklungsprojekt gehört zu einem Programm zur Verbesserung der planmäßigen Wartung der GE-Triebwerke TF-34 des Erdkampfflugzeuges A 10 der 917. taktischen Jägerstaffel der Luftwaffenreserve im Fliegerhorst Barksdale Louisiana. Von diesem Programm erwartet die US-Air-Force eine Reduzierung der Wartungskosten sowie der Ausfallzeiten.

Neben General Electric haben auch andere Unternehmen bereits Expertensysteme zur Störungssuche auf verschiedenen Gebieten entwickelt. Dabei erscheinen auf dem Bildschirm Fragen, deren Beantwortung aufgrund des im System abgespeicherten Know-hows die Eingrenzung und Bestimmung einer Vielzahl von Problemen ermöglicht.

Als besonders vorteilhaft hat sich diese Technologie nach Angaben von General Electric bei der Anwendung auf komplexe Systeme erwiesen, für die zugleich häufig ein Mangel an hochqualifiziertem Personal herrscht. Gerade diese Bedingungen treffen auf Wartungswerkstätten für militärische Strahltriebwerke zu.

Da es praktisch unmöglich ist, den Zustand der in einem Strahltriebwerk eingebauten Teile und Komponenten zu überwachen, sind die Techniker der Air-Force angewiesen, bestimmte kritische Teile in festgelegten Abständen auszuwechseln.

Obwohl diese Maßnahmen aus Sicherheitsgründen durchaus berechtigt sind, bringen sie den Nachteil mit sich, daß noch einwandfreie Teile zusammen mit bereits defekten ausgebaut und ersetzt werden. Das Air-Force-Projekt für den Fliegerhorst Barksdale ist ein Versuch, diese starre Vorgehensweise zu ändern: künftig sollen Teile nur bei Bedarf ausgebaut und erneuert werden.

Fehlerhafte Sensordaten werden ausgesondert

Ingenieure der Aircraft Engine Business Group haben bereits ein Programm mit der Bezeichnung "Turbine Engine Module Performance Estimation Routine" (Temper) zur Nachbearbeitung der Daten entwickelt. Damit können von den eingebauten Sensoren gelieferte, bisweilen fehlerhafte Einzelwerte ausgesondert und die gültigen Daten auf der Basis statistischer Modelle zur Bewertung des momentanen Triebwerkzustandes herangezogen werden. Die Software für das neue Expertensystem ergänzt diese Informationen mit qualitativen Daten wie Berichten von Piloten oder laufenden Wartungsaufzeichnungen.

Die Software für das Triebwerk-Expertensystem soll auf einem Personalcomputer implementiert werden. Damit wird es voraussichtlich nicht nur möglich sein, den Zustand von Triebwerkkomponenten zu bestimmen und Fehler zu lokalisieren, sondern auch auf einem Video-Bildschirm geeignete Instandsetzungs- und Wartungsanweisungen darzustellen.

Dieses Computerprogramm ist eine gemeinsame Entwicklung von Mitarbeitern des Forschungs- und Entwicklungszentrums und der Aircraft Engine Business Group von General Electric. Die Erprobung soll Mitte 1987 beginnen.