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Insolvent gegangene GS Datentechnik von RS ITL übernommen

Gebraucht-Distributor gerettet

13.11.2007
Gute Nachrichten für die Fachhandelspartner von GS Datentechnik: Als neuer Geschäftsbereich des Dienstleisters RS ITL firmiert der Gebraucht-IT-Distributor weiter.

Von Alexander Roth

Die schlechte Nachricht kam Anfang September 2007 mit dem Bekanntwerden der Insolvenz des Unternehmens GS Datentechnik, die gute folgte am 7. November: Der Garchinger IT-Dienstleister RS ITL gab an diesem Tag bekannt, per Asset-Deal den kompletten Bestand des Remarketing-Spezialisten übernommen zu haben.

Das Ganze war mehr als eine Rettungsaktion: Das Garchinger Unternehmen, das bislang als Geschäftspartner für die komplette Abwicklung der Logistik- und sonstigen Dienstleistungen des Gebraucht-IT-Distributors verantwortlich war, will künftig selbst als eigenständiger IT-Remarketier unter dem Namen "GSD" auftreten.

"Dass uns das Gericht die Möglichkeit gab, die insolvent gegangene Firma GS Datentechnik komplett, also inklusive des Lagerbestands, der Kunden- und Lieferantenkontakte, der Mitarbeiter sowie der Rechte an der Marke GSD, in RS ITL einzugliedern, ist ein echter Glückfall für uns", so Geschäftsführer Ralf Schweizer gegenüber ChannelPartner.

So soll sich für die Kunden und Lieferanten außer der neuen Firmierung nichts ändern: Alle Logistik- und Serviceleistungen und der Standort von GS Datentechnik in München werden demnach bestehen bleiben.

Inwieweit diese Meldung für Ruhe unter dem Dach der ehemaligen GS Datentechnik sorgt, ist noch unklar. Das Unternehmen zählte nach eigenen Angaben gut 6.000 IT-Händler zu seinem Kundenstamm. Wie dabei auch wirklich Geschäft betrieben wurde, zeigt die Zahl von mehr als einer halben Million ausgelieferten ITK-Gebrauchtsystemen im Jahr 2006. In den vergangenen Jahren hatte der "Gebraucht-Distributor", der sein Fachhandelsnetz überwiegend mit Produkten von HP, FSC, IBM, Toshiba, Dell, Sun oder auch Cisco beliefert, immer wieder von rasantem Wachstum berichtet. Um diesem standhalten zu können, zog die Firma im Sommer vergange-nen Jahres schließlich in ein riesiges Logistikzentrum mit einer Lagerfläche von 15.000 Quadratmetern um. Wie jetzt jedoch im Rahmen des Insolvenzantrages bekannt wurde, trugen unter anderem die hohen Mietkosten dieses Zentrums Schuld an der Insolvenz des Unternehmens.

Ralf Schweizer, Geschäftsführer von RS ITL, hat allen Grund zu lachen: GS Datentechnik ist gerettet.
Ralf Schweizer, Geschäftsführer von RS ITL, hat allen Grund zu lachen: GS Datentechnik ist gerettet.

Schweizer betont, dass sich diese Frage nun geklärt habe: Es sei ihm gelungen, diesen Kostenfaktor durch Abstoßung großer Teile des Lagers zu verringern. Zudem sei die Insolvenz von GS Datentechnik hauptsächlich auf das Wegfallen eines wichtigen Lieferanten zurückzuführen. "Das Unternehmen war auf einen solchen Vorfall nicht eingestellt. Wir versuchen nun daraus zu lernen und uns künftig auf der Lieferantenseite breiter aufzustellen", verspricht Schweizer. Wie er betont, habe er dafür bereits einige "viel versprechende Gespräche" geführt. "Jetzt spricht alles dafür, dass RS ITL wieder die alte Erfolgsspur von GS Datentechnik aufnehmen kann. Der reibungslose Ablauf des gesamten IT-Remarketing-Prozesses von GSD ist sichergestellt."

Kommentar

Da RS ITL ein privat geführtes Unternehmen ist, das keine wirtschaftlichen Kennzahlen bekannt gibt, lässt sich das Versprechen von Ralf Schweizer, das Geschäft von GS Datentechnik auf ein tragfähiges und zukunftssicheres Fundament gestellt zu haben, nicht überprüfen. Doch man kann davon ausgehen, dass Schweizer aus den Fehlern der geretteten Firma gelernt hat. Der Vorfall zeigt, wie hart das Geschäft mit gebrauchter IT ist, und doch bleibt dieser Markt für den Fachhandel interessant allein wenn es um Ersatzteile oder spezielle Projekte geht.