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22.11.2002 - 

Wenig Neuabschlüsse

Gebremstes Interesse am HP-Outsourcing

HOCKENHEIM (jha) - Das Outsourcing-Geschäft in Deutschland ist für Hewlett-Packard enttäuschend verlaufen. Vor allem in der zweite Hälfte des am 31. Oktober beendeten Fiskaljahres gab es kaum noch Abschlüsse.

Im tiefen Konjunkturtal wächst die Bereitschaft der Unternehmen, sich von Teilen ihrer IT zu trennen - so zumindest die Theorie. Offenbar sieht die Praxis anders aus. Nach der unerwarteten Gewinnwarnung von EDS (siehe CW 42/02, Seite 26: "Auch Outsourcing ist nicht krisenfest") musste auch HP einräumen, dass die Hoffnungen in Auslagerungsvorhaben nicht erfüllt wurden. "Die Marktforscher sollten ihre Prognosen hinterfragen und überarbeiten", kritisierte Jens Bohlen, Director HP Managed Services, anlässlich einer Kundenveranstaltung in Hockenheim. Er wandte sich gegen Erhebungen, die mit einem Wachstum von zehn bis 20 Prozent in diesem Jahr rechnen.

Schwache zweite Hälfte

Dabei legte der deutsche Outsourcing-Geschäftsbereich zu Beginn des Fiskaljahres einen sauberen Start hin. HP wie auch Compaq konnten bei bestehenden Kunden Wachstumsraten von knapp 50 Prozent verzeichnen. Zudem gab es im ersten Halbjahr eine Reihe von Neuabschlüssen, etwa mit dem Geschäftsbereich Systems & Defence Electronics von EADS. Allein dieses Abkommen hat einen Wert von 100 Millionen Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren. 110 Mitarbeiter wechselten den Arbeitgeber. Doch mit diesem Deal war das Marktpotenzial offenbar verpufft.

Obwohl HP viel Marketing-Aufwand betrieb, wurden im zweiten Halbjahr kaum Outsourcing-Verträge unterzeichnet. "Das Geschäft entwickelt sich zu einem Käufermarkt", beschreibt Bohlen die Situation. Um neue Vorhaben bewerben sich derzeit bis zu 20 große und kleine Anbieter. Zudem stellte der Manager frustriert fest, dass ein Drittel der Ausschreibungen, an denen sich Bohlens Mitarbeiter beteiligten, weder für HP noch für einen anderen Anbieter zum Vertragsabschluss führte. Die Anwender nutzen das Bieterverfahren, um herauszufinden, ob das Angebot der internen IT beziehungsweise des bereits beauftragten Dienstleisters noch marktgerecht ist.

Einen Seitenhieb auf die Konkurrenz konnte sich Bohlen nicht verkneifen: Zu viele Anbieter, so der HP-Manager, hätten sich das Thema Outsourcing auf die Fahnen geschrieben, darunter einige mit eher zweifelhaften Angeboten. Das habe das Image der ganze IT-Dienstleistungsbranche geschadet.

HP tritt mit folgenden Botschaften an die Kunden aus dem gehobenen Mittelstand und Großunternehmen heran: Interessenten aus den Branchen Fertigung, Automobil, Finanzen und Versicherung sowie der Prozessindustrie sind dem Dienstleister am liebsten. Mainframes übernimmt er nur im Rahmen eines kompletten Auslagerungsvorhabens. Ansonsten fassen HP-Mitarbeiter Großrechner nur an, um sie aus dem Rechenzentrum zu tragen und zu ersetzen. Als Nummer eins im Markt versteht sich HP im Bereich des Applications-Managements und -Outsourcings.

Richtig wohl fühlt sich HP jedoch, wenn es um den PC-Betrieb geht. Hier steht das Unternehmen laut Bohlen kurz vor dem ersten bedeutenden Abschluss, der gemeinsam mit Compaq gewonnen wurde. Das Serviceangebot nennt sich "PC Lifecycle Management" und umfasst Dienste rund um die Endgeräte, also etwa Installations-, User-Helpdesk-, Umzugs- und Entsorgungsservices. Um dem Ganzen einen modernen Anstrich zu verleihen, startet HP nächstes Jahr den Dienst "Access on Demand", bei dem sich die Anwender ihre PCs aus vorgefertigten Bausteinen zusammenstellen können.

Allen Unkenrufen zum Trotz hofft HP weiter auf das kommende Jahr. 25 Prozent Wachstum hat das Management eingeplant. Der Optimismus fußt auf zwei Großprojekten, die laut Bohlen mit hoher Wahrscheinlichkeit im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres abgeschlossen werden. Zudem glaubt HPs hiesiger Outsourcing-Chef nach wie vor an das Marktpotenzial: "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", gibt er sich zuversichtlich.

Abb: Die bekanntesten Outsourcer

Einer nicht-repräsentativen Umfrage der CW und PAC zufolge zählt HP nicht zu den bekanntesten Auslagerungsdienstleistern in Deutschland. Quelle: CW/PAC