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08.04.1994

Gebuehrenbonus soll Kunden anlocken Informationspolitik der Telekom und CAPI-Streit erzuernen User

HANNOVER (hi) - Die Schwierigkeiten der eigenen Fernmeldeaemter und Telekom-Laeden in Sachen ISDN-Vermarktung hat jetzt offenbar auch die Generaldirektion der Telekom erkannt. Nach zahlreichen Anwenderbeschwerden will das Unternehmen die ISDN-Anschluesse kuenftig ueber Marktpartner an den Mann bringen. Weiterhin erhitzen der Streit um die CAPI-Schnittstelle sowie die Gebuehrenpolitik der Bonner die Gemueter vieler User.

Seit im Dezember 1993 mit Euro-ISDN der Startschuss zur paneuropaeischen Datenautobahn fiel, haeufen sich bei den Anwendern die Klagen ueber den neuen Euro-Standard. Neben der undurchsichtigen Gebuehrenpolitik des Carriers und den unklaren Aussagen ueber die Verfuegbarkeit von Euro-ISDN gehoert der Streit um die Computer-Schnittstellen CAPI und PCI zu den haeufigsten Kritikpunkten der Anwender.

In puncto ISDN-Tarife versprach Hans Huber, Geschaeftsbereichsleiter Telefonnetzdienste, Sprach-, Text- und Daten-Mehrwertdienste fuer Geschaeftskunden bei der Generaldirektion der Telekom, den Anwendern in absehbarer Zeit einen Mondscheintarif, der nachts eine sehr guenstige Moeglichkeit zum Datentransfer bietet. Einen ISDN-Anschluss will das Unternehmen laut Huber kuenftig bereits fuenf Tage nach Auftragseingang bereitstellen. Ein Versprechen, das bei Besuchern des Euro-ISDN- Forums auf grosse Skepsis stiess, denn viele Anwender warten bereits seit Monaten auf ihren ISDN-Anschluss.

Generaldirektion will frustrierten Kunden helfen

Obwohl ISDN nach Aussage der Telekom flaechendeckend verfuegbar ist, werden Interessenten von den Fernmeldeaemtern mit lapidaren Mitteilungen wie "momentan nicht verfuegbar" oder "Wir stellen den Vermittlungsknoten noch um" abgespeist.

Kunden, die solche Erfahrungen gemacht haben, empfiehlt Huber, sich direkt an die Generaldirektion der Telekom zu wenden. Er werde dann unbuerokratisch weiterhelfen. Hier die Faxnummer des Telekom-Managers: 02 28/181 89 14.

Erbost sind viele Anwender nicht nur wegen der Auskunftspolitik der Telekom, sondern auch ueber den Streit um die Schnittstellen PCI und CAPI. Horst Schaefers von der West LB und Vorstandsmitglied beim Anwenderforum Telekommunikation bringt die Kritik der deutschen User in Sachen CAPI-Zank auf den Punkt: "Wir lassen uns unsere Millioneninvestitionen nicht durch eine Industriepolitik des ETSI zugunsten der Franzosen zerstoeren."

Rueckendeckung erhaelt das deutsche CAPI-Lager momentan von Branchengroessen wie Microsoft und Novell. Beide Unternehmen integrieren das CAPI-Interface als De-facto-Standard in ihre Produkte. Auch von Huber, fuer den ISDN State of the art der Telekommunikation ist, erhalten die Anwender indirekt Unterstuetzung. Das Discountangebot der Telekom in Sachen Multimedia - bei einem neuen ISDN-Anschluss in Verbindung mit dem Kauf einer Multimedia-Einrichtung gibt es einen Gebuehrenbonus in Hoehe von 1200 Mark - gilt nur fuer Applikationen, die auf der CAPI- Schnittstelle aufbauen.