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15.09.1989 - 

Nach knapp einem Jahr ist der Übernahmekampf beendet:

GEC/Siemens haben die Plessey-Mehrheit

LONDON/MÜNCHEN(bk) - Die Schlacht um Plessey ist geschlagen: Seit Freitag, dem 9. September besitzen die britische GEC und die Münchener Siemens AG die Mehrheit an dem britischen Elektronik- und Rüstungskonzern. Damit endet der seit November letzten Jahres dauernde Übernahmekampf nun doch schneller als erwartet.

Noch Anfang September hatte Plessey-Chairman Sir John Clark die Aktionäre nachdrücklich aufgefordert, die GEC/Siemens-Offerte vom August - 270 Pence pro Aktie, datiert bis zum 7. September - abzulehnen. Um die Anleger bei der Stange zu halten, kündigte Clark sogar noch eine Erhöhung der diesjährigen Dividende um 20 Prozent an. Doch auch dieser letzte Versuch des Plessey-Managements, die drohende Übernahme durch die Londoner General Electric Co. (GEO und dem Münchener Siemens-Konzern zu entgehen, brachte nichts ein. Am Stichtag hatte das deutsch-britische Übernahmegespann 19,2 Prozent des Plessey-Kapitals erworben - und kam so mit den bereits zuvor eroberten 29,9 Prozent auf einen Anteil von 49,1 Prozent. Am gleichen Tag noch verlängerten GEC/Siemens ihr Angebot bis zum 28. September - und schon 24 Stunden später waren die Anteile auf 62,1 angewachsen.

Siemens-Sprecher Eberhard Posner erklärte, man sei erleichtert, jetzt endlich die Mehrheitsbeteiligung an Plessey zu haben. Zwar habe man seit August keinen Moment mehr an dem positiven Ausgang dieses Übernahmeduells gezweifelt, doch sei der Erfolg nun schneller gekommen als erwartet. Jetzt heiße es allerdings, die Anteile weiter aufzustocken, um die geplante Aufteilung des Plessey-Konzerns auch in die Tat umsetzen zu können. Dafür zogen GEC und Siemens ihre Bedingung zurück, die Aktien nur bei Erreichen von 90 Prozent des Plessey-Kapitals zu übernehmen. Die Anleger können somit ihre Anteilsscheine nun direkt an GEC und Siemens verkaufen und dadurch auch gleich das Geld dafür kassieren.

Plessey-Chairman Sir John Clark, der in den vergangenen Monaten nichts unversucht gelassen hatte, dem Unternehmen, das er seit 20 Jahren leitet, seine Eigenständigkeit zu bewahren, forderte nun die Aktionäre auf, ihre Anteilsscheine an die Aufkäufer zu veräußern. Und während Siemens und GEC die Eingliederung der einzelnen Plessey-Geschäftsbereiche vorbereiten, fragen sich europäische Marktanalysten jetzt, welches High-Tech-Unternehmen als nächstes in die Übernahmemühlen gerät.