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16.08.2002 - 

Große Hoffnungen im Automotive-Sektor

Gedas will der Marktkrise trotzen

MÜNCHEN (CW) - Schuster, bleib bei deinen Leisten. So könnte man das Motto des Berliner Systemhauses Gedas AG zusammenfassen. Die Volkswagen-Tochter hat angesichts der Krise im weltweiten IT-Markt ihre ehrgeizigen Expansionspläne zwar nicht ad acta gelegt, sieht derzeit aber das größte Wachstumspotenzial im angestammten Automotive-Sektor.

Es war ein durchwachsenes Bild, das Jürgen Schulz, Geschäftsführer der Gedas GmbH, vor Journalisten in München von der momentan absehbaren Situation im IT-Markt zeichnete. Sein Haus stelle sich jedenfalls, so der für die deutschen Aktivitäten der Gedas-Gruppe zuständige Manager, auch in den kommenden Jahren "nur auf moderate Zuwächse ein". Zwar werde dem IT-Service-markt weltweit für die nächsten fünf Jahre ein durchschnittliches Wachstum von 12,1 Prozent (Gartner) vorhergesagt, doch in den vergangenen zwölf Monaten hätten die Marktforscher reihum für alle Segmente der IT-Industrie ihre Prognosen mehrmals nach unten korrigieren müssen. Derzeit sei eine "konstante Planung schwierig", konstatierte Schulz.

Einen Grund, die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2002 kritisch zu überprüfen, sehe man bei Gedas allerdings nicht. Nach 628 Millionen Euro im Vorjahr sollen im Gesamtkonzern die Einnahmen in der laufenden Periode auf 644 Millionen Euro klettern; bei der deutschen Gedas GmbH ist ein Umsatzanstieg von 139 auf 143 Millionen Euro geplant. Zurückhaltend äußerte sich Schulz zur Ertragssituation. Für die deutschen Aktivitäten rechne er wie im Vorjahr mit einer Umsatzrendite von rund fünf Prozent.

Wenig Neues gibt es bei der strategischen Ausrichtung der Berliner, die in den vergangenen Jahren den sehr ehrgeizigen Anspruch angemeldet hatten, in Deutschland, aber auch weltweit in die Topliga der IT-Dienstleister aufzusteigen. Rund 60 Prozent der Umsätze seien in Deutschland kaptiver Natur, werden also durch Aufträge der Konzermutter oder anderer Gesellschaften innerhalb der Volkswagengruppe erwirtschaftet, erläuterte Schulz. Weltweit sei das Verhältnis etwa 70 zu 30. Diese Relation mittelfristig umzudrehen, dürfte, so der Gedas-Verantwortliche, "angesichts des enormen Wachstumspotenzials innerhalb des Volkswagenkonzerns" schwierig werden.

Gerade im Automotive-Sektor gebe es derzeit, bedingt durch Innovationen, enormes Wachstumspotenzial. Schulz nannte als Beispiele die Bereiche Telematik sowie die Vernetzung von immer mehr Komponenten in einzelnen Kraftfahrzeugen. Hier wolle man sich - neben den für Gedas nach wie vor wichtigen Feldern Outsourcing, SAP-Beratung und -Implementierung sowie Product-Lifecycle-Management - noch stärker als Dienstleister für den eigenen Mutterkonzern, dessen zahlreiche Zulieferbetriebe, aber auch Fertigungsunternehmen aus anderen Branchen positionieren. "In Zeiten wie diesen gibt es Sinn, seine Kernkompetenzen stärker zu akzentuieren", begründete Schulz den neuen (alten) Fokus seiner Company, und deutete damit zumindest indirekt an, dass man mit dieser Strategie auch versucht, nicht nur auf vermeintlich erfolgreiche Nischenmärkte zu setzen, sondern dem sehr starken Wettbewerb im klassischen IT-Servicegeschäft etwas auszuweichen. (gh)